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24.06.2017

17:44 Uhr

Dax-Ausblick

„Es fehlt an neuem Zündstoff“

VonJessica Schwarzer

Der Dax kommt nicht so recht vom Fleck, es fehlen positive Impulse. Gleichzeitig werden die Warnungen der Crash-Propheten lauter. In der neuen Woche stehen Konjunkturdaten im Fokus und natürlich der Ölpreis.

Für einen Crash ist die Stimmung zu gut, für ein Fortsetzen der Rally fehlen den Börsen aber die Impulse. IMAGO

Zu wenig Feuer im Dax

Für einen Crash ist die Stimmung zu gut, für ein Fortsetzen der Rally fehlen den Börsen aber die Impulse.

DüsseldorfEs scheint fast so, als hätte der Dax sich in die Sommerferien verabschiedet. In einer engen Spanne bewegte er sich in der abgelaufenen Woche seitwärts. Zwar hatten die deutschen Standardwerte einen Anlauf in Richtung 13.000 Punkte gekommen, doch zuletzt entwickelten sich die fallenden Ölpreise zum Bremsklotz. Im Laufe der Woche war der Preis für die führende Nordseesorte Brent auf den tiefsten Stand seit November zurückgefallen, mit 44 Dollar war ein Fass zehn Dollar billiger als noch vor einem Monat. Das anhaltende Überangebot schürt am Aktienmarkt Sorgen vor einer schwächelnden Konjunktur. Vor allem die Nachfrage aus China bereitete den Investoren Kopfzerbrechen und ließen Aktionäre vorsichtiger werden.

Das Kursminus beim Dax von 0,2 Prozent auf Wochensicht ist allerdings kaum der Rede wert. Doch die Stimmen der Crash-Propheten werden lauter, nicht nur wegen des günstigen Ölpreises. Immerhin läuft die Hausse im neunten Jahr, die Bewertungen sind nicht mehr günstig und die USA haben zumindest eine zögerliche Zinswende eingeleitet. Doch die Kapitalmärkte scheint das nicht zu beeindrucken. Nicht? Oder müsste es heißen: noch nicht?

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Robert Halver gibt Entwarnung: „Je mehr mit dem Aktien-Crash rechnen, desto weniger wird er kommen“, sagt der Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank überzeugt. Auch der Verweis, wonach sich der Aktienaufschwung mittlerweile im neunten Jahr befindet, tauge nicht als Crash-Auslöser. Erst wenn es eine attraktive Zinsalternative zu Aktien gebe und auf Kredit stattfindende Aktienkäufe wegen Zinsverteuerung umgekehrt würden, sei der Crash nicht mehr aufzuhalten. Und so weit ist es bekanntlich noch nicht. „Mehr als eine holprigere Börsenentwicklung im dritten Quartal ist vor diesem Hintergrund nicht zu erwarten“, ist Halver überzeugt. Die Untergangspropheten müssten also weiterhin viel Geduld aufbringen. Gegen einen deutlichen Verkaufsdruck oder gar einen Crash spreche auch die bereits vorsichtige Marktpositionierung der Anleger.

Also alles gut? Schwankungen sind natürlich immer möglich. „Die Aktienmärkte sind in einem Seitwärtstrend auf sehr hohem Niveau gefangen, können mit kurzfristigen Ausbrüchen nach oben jedoch immer wieder neue Hochs markieren“, schreibt die DZ Bank in ihrem Wochenausblick. „Es hat den Anschein, dass es den internationalen Märkten nach der Kursrally von 25 Prozent seit November nun an neuem Zündstoff fehlt, um eine Fortsetzung der Rally gewährleisten zu können.“ Mit Blick auf die Sommerpause und die zweite Jahreshälfte könnten neue Risiken an die Märkte zurückkehren und vorübergehend belasten. Die Experten nennen mögliche Pläne der EZB, die Anleihekäufe zurückzufahren, also das geldpolitische Tapering, und die Wahlen in Italien.

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Doch grundsätzlich ist man bei der DZ Bank zuversichtlich: Für Juni 2018 erwarten die Experten einen Dax bei 13.500 Punkten. Dass die Märkte aber weiterhin ohne größere Ausschläge seitwärts treiben, ist zumindest fraglich. „Störmanöver wie harte Brexit-Verhandlungen oder neue Eskapaden von Trump laden zu zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen ein“, sagt Halver. Auch überraschend schwache Konjunkturdaten können Anleger jederzeit aufschrecken.

In der neuen Woche steht eine Reihe wichtiger Makrodaten auf der Agenda. Los geht es in Deutschland am Montag mit dem Ifo-Geschäftsklima. Analysten rechnen für Juni mit einem leichten Rückgang auf 114,4 von zuvor 114,6 Punkten. Das wäre angesichts des mittlerweile erreichten Niveaus gut zu verkraften, sagt Analyst Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Im Vormonat hatte sich die Stimmung unter den Führungskräften der deutschen Unternehmen noch überraschend deutlich aufgehellt. 

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