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27.08.2011

13:45 Uhr

Dax-Ausblick

Experten fürchten lange Börsen-Talfahrt

Immer mehr Börsianer befürchten, dass sich das Szenario von 2008 wiederholen - und Aktien auf einen monatelangen Sinkflug gehen könnten. In der kommenden Woche richtet sich der sorgenvolle Blick auf US-Konjunkturdaten.

Rasanter Absturz. Der Dax hat in der vergangenen Woche weiter an Boden verloren. Reuters

Rasanter Absturz. Der Dax hat in der vergangenen Woche weiter an Boden verloren.

Frankfurt/DüsseldorfAusruhen. Entspannen. Durchatmen. Aktieninvestoren sollten das Wochenende gut zum Auftanken nutzen. Denn die neue Woche verspricht neuen Nervenkitzel. Die Themen bleiben indes die alten: die Angst vor einer weltweiten Rezession und die ungelöste Schuldenkrise der Eurozone. 

Experten sind sich einig: Die Talfahrt geht weiter. Kurze technische Korrekturen seien zwar möglich, aber nachhaltig werden sie nicht sein. „Weder aus fundamentaler Sicht noch unter charttechnischen Aspekten deutet sich ein Ende der Talfahrt an“, stellt die Landesbank Berlin fest. Deren Strategen rechnen vielmehr damit, dass der Dax auf neue Jahrestiefs fallen wird. 

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In der alten Woche hat sich der Leitindex vergleichsweise gut geschlagen. Nach vier Wochen steiler Talfahrt verzeichnete der Dax diesmal auf Wochensicht nur ein kleines Minus. Diese Bilanz sollte aber nicht täuschen: Am Freitagnachmittag lag der Index zwischenzeitlich immerhin zweieinhalb Prozent niedriger, schloss letztlich bei 5.537 Punkten 0,87 Prozent im Minus. 

Immer mehr Börsianer befürchten, dass sich das Szenario von 2008 wiederholen könnte, als Aktien auf einen monatelangen Sinkflug gingen und erst Anfang 2009 die Trendwende einsetzte. „Es gibt durchaus Parallelen“, sagt Volkswirt Matthias Thiel von MM Warburg. „Auch 2008 haben wir eine sukzessive Eintrübung der konjunkturellen Indikatoren gesehen und Unternehmen waren noch sehr lange sehr optimistisch. Ein zusätzlicher Trigger war damals die Pleite von Lehman. Heute haben wir die Schuldenkrise.“

Auch die Analysten der Landesbank Berlin rechnen nicht mit einem schnellen Ende der Talfahrt. Neue konjunkturelle Schwächeanzeichen dürften die Rezessionsängste weiter befeuern. Und auch die politische Unsicherheit über die weiteren Schritte aus der Euro-Krise könnte sich negativ auf die Nervosität an den Märkten auswirken. In der Folge sei die Markierung neuer Jahrestiefststände nicht ausgeschlossen, so die Experten.

Die gestiegene Nervosität spiegele sich anschaulich im Interbankenhandel wider, so Volkswirt Thiel von MM Warburg.  Zuletzt haben sich die Banken mit Krediten an andere Institute wieder sehr viel stärker zurückgehalten. „Der Markt ist noch nicht ausgetrocknet wie damals, aber die Prämien steigen. Banken werden zunehmend misstrauisch, wie viel als Sicherheit hinterlegte Staatsanleihen tatsächlich wert sind.“ Trotz Hilfspaketen und einer Stützungsaktion der EZB für italienische und spanische Staatsanleihen ist nach wie vor unklar, ob es die schuldengeplagten Euroländer in absehbarer Zukunft schaffen, wieder auf die Beine zu kommen. 

Kommentare (19)

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b.pech@web.de

26.08.2011, 17:31 Uhr

Was hat sich heute im Vergleich zu Ende Juli an den Fundamentaldaten groß geändert ??? Zu dem Zeitpunkt war die Welt der heutigen Kritiker doch in Ordnung, obwohl das Schuldendilemma schon voll im Gange war. Die Analysten drehen sich immer mit dem Wind, anstatt das Sie voraussehent Empfehlungen abgeben. Das Dilemma an den Märkten war schon vor Wochen absehbar und verwundert mich daher nicht.

baumgartenhauser@yahoo.de

27.08.2011, 01:43 Uhr

...ich mache nur noch das Gegenteil von dem was Analysten empfehlen. Mal schauen ob ich damit richtig fahre...

Account gelöscht!

27.08.2011, 10:00 Uhr

irgendwann ist der august vorbei, dann kühlen sich die gemüter wieder ein wenig ab. in 20 jahren zahle ich noch immer mit euros, selbst in serbien und bulgarien, während der dax die 20000er-marke durchbricht.

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