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11.07.2015

13:14 Uhr

Dax-Ausblick

Fällt im Drama um Griechenland der Vorhang?

VonMichael Brächer

Der Schuldenstreit mit Athen lässt die Anleger nicht los. Kommt es wider Erwarten zu einer Einigung, dann locken an der Börse wohl weitere Kurszuwächse. Doch an anderer Stelle lauert womöglich ein viel größeres Risiko.

Das griechische Schulden-Schauspiel: Ein Drama mit ungezählten Akten. Imago

Theater-Bühn

Das griechische Schulden-Schauspiel: Ein Drama mit ungezählten Akten.

FrankfurtWenn der Schuldenstreit mit Griechenland tatsächlich ein Drama wäre, dann ein postmodernes: Die Politiker verhandeln scheinbar in Endlosschleife. Jeder Krisengipfel gilt als „letzte Chance“, bis der nächste Gipfel angekündigt wird. Am Sonntag, so heißt es, soll es nun wirklich die allerletzte Chance für eine Einigung sein: „Warten auf Brüssel“ statt „Warten auf Godot“. Die Chancen für eine Beilegung des Schuldenstreits lägen bei mehr als 50 Prozent, glaubt Christian Jasperneite von MM Warburg. „Der politische Wille zum Kompromiss ist groß“, sagt der Aktienstratege. Hoffentlich sehen die Politiker das ähnlich.

Die Anleger jedenfalls tun das. Am Freitag schloss ein starker Dax ganze 2,9 Prozent fester bei 11.315 Punkten. Für den Aktienmarkt heißt das, dass es noch einmal richtig spannend wird. Denn sollte es zu einer Einigung zwischen Griechenland und den Geldgebern kommen, dann wäre das eine gute Chance für Aktienkäufe und kurzfristige Kursgewinne.

„Anleger sollten dann zugreifen“, so die Analysten der DZ Bank. Denn die Rahmenbedingungen für Aktien blieben unverändert positiv, so die Genossenschaftsbanker. Die Zinsen bleiben niedrig, die Wirtschaft wächst. Ob das so bleibt, könnte etwa der ZEW-Index für Konjunkturerwartungen zeigen, der am Dienstag publik wird.

Auch wenn sich die Euro-Mitglieder am Sonntag einigen, fällt der Vorhang im griechischen Theater damit noch lange nicht. Denn ein möglicher Deal müsste wohl noch vom Parlament in Athen abgenickt werden. Und auch die Geldgeber müssen noch zustimmen. Godot lässt grüßen. Aber was, wenn die Gefahren für die europäische Wirtschaft ganz woanders lauern?

Denn in China konnte der Staat den Kursverfall an den Börsen zwar erst einmal stoppen. Doch dazu waren drastische Maßnahmen nötig. Beispielsweise dürfen Anteilseigner, die mehr als fünf Prozent an einem Unternehmen halten, ihre Aktien im nächsten halben Jahr nicht veräußern.

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