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11.03.2012

12:33 Uhr

Dax-Ausblick

Für Anleger beginnt die Durststrecke

Wer wegen des geglückten Schuldenschnitts in Griechenland auf Kursgewinne setzt, dürfte in der kommenden Woche enttäuscht werden. Die 7.000-Punkte-Marke könnte sich als hohes Hindernis erweisen.

Analysten erwarten vom Dax in der kommenden Woche keine großen Freudensprünge. AFP

Analysten erwarten vom Dax in der kommenden Woche keine großen Freudensprünge.

Frankfurt, DüsseldorfGut Ding will Weile haben? Der Schuldenschnitt für Griechenland kommt nun tatsächlich. Knapp 86 Prozent der privaten Gläubiger hatten dem Umtauschangebot bis Freitag zugestimmt. Das reicht für das griechische Finanzministerium aus. Investoren, die sich dem Schuldenschnitt bisher verweigert haben, werden nun über die so genannte Umschuldungsklausel CAC zum Mitmachen gezwungen.

Das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket für Griechenland ist bereits auf dem Weg. Am Freitag gaben die Eurostaaten die ersten Milliarden frei. Doch Begeisterung macht sich an den europäischen Börsen nicht gerade breit. Analysten sind sich einig: In Europa gibt es noch genügend Probleme, die noch lange nicht gelöst sind und daher auch die Anleger weiter beschäftigen werden. Erst am späten Freitagnachmittag sprang der Dax über 6.900 Punkte.

„Eine Hürde ist erst einmal genommen. Aber es wäre übertrieben und falsch zu glauben, dass die europäische Schuldenkrise damit beendet ist“, sagt Aktienstratege Carsten Klude.

Euphorie herrsche zwar nicht am Markt, ergänzt Klude, aber: „Die Stimmung an den Märkten ist schon positiv. Nur kann es in dem Tempo, das der Dax zuletzt vorgelegt hat, nicht weiter gehen. Einen großen Rückschlag erwarte ich aber auch nicht.“ Seit Jahresbeginn verbucht der Dax ein sattes Plus von rund 16 Prozent.

Wo rein, wo raus? - Die Perspektiven der DAX-30 A-C

Adidas

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 16,4

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,4% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Aktie ist von den Kennziffern her gut bewertet. Kurs derzeit überreizt.

Quelle: WirtschaftsWoche

Allianz

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 9,0

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 5,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Bei 100 Euro aussteigen, mit Stopp 80 Euro halten.

BASF

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 11,8

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 3,5% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Bleibt ein Top-Wert. Zukäufe aber erst zwischen 40 und 50 Euro.

Bayer

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 11,5

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 2,8% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Viel dürfte nicht mehr gehen. In steigende Kurse hinein Gewinne mitnehmen.

Beiersdorf

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 24,1

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,6% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Als Beimischung und solide Halteposition in einem Dax-Depot geeignet.

BMW

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 10,1

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 3,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Stark positioniert und stark gelaufen. Dabeibleiben mit Stopp 49 Euro.

Commerzbank

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 7,6

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 0,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: In beiden Richtungen alles drin. Sehr spekulativ, kein Basisinvestment.

Commerzbank-Aktienstratege Markus Wallner rechnet damit, dass sich an den Börsen in der neuen Woche eher wenig tun wird. „Der Aktienmarkt dürfte sich eher seitwärts bewegen, weil nun eine eher nachrichtenarme
Zeit beginnt.“ Gerade nach dem starken Start ins neue Jahr und der Liquiditätsrally sehen auch die Analysten der DZ Bank nicht viel Aufwärtspotenzial für den Dax. Es werde nicht genügend positive Nachrichten geben, um das derzeitie Kursniveau zu halten oder gar zu steigern, schreiben sie in ihrer Wertpapierstrategie.

Wo rein, wo raus? - Die Perspektiven der DAX-30 D-H

Daimler

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 9,0

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 4,7% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Kurs noch nicht ausgereizt, bleibt ein Favorit 2012. (Mehrertrag bei schwankenden Kursen über Bonus-Pro-Zertifikat erzielbar.)

Quelle: WirtschaftsWoche

Deutsche Bank

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 7,4

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 2,3% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Zuletzt sehr schwache Geschäfte, zudem Milliardenklagen. Meiden.

Deutsche Börse

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 11,2

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 6,6% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Geschäft brummt, nach der gescheiterten Fusion mit der NYSE weitere Kurschancen.

Deutsche Post

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 10,9

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 4,9% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Auf dem aktuellen Niveau sollten engagierte Anleger aussteigen (spekulative Strategie auf fallende Kurse über Hebel-Short-Zertifikat).

Deutsche Telekom

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 14,6

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 8,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Mit engem Stopp bei 7,90 Euro noch halten. Mittelfristig Kursgefahren.

E.On

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 9,9

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 5,9% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Hohe Dividende nutzt wenig: Kurs dürfte über kurz oder lang wieder fallen.

Fresenius Medical Care

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 17,7

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,3% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Langfristig aussichtsreich, derzeit aber einfach zu teuer. Positionen abbauen.

Fresenius

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 14,9

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,1% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Günstiger als die Tochter FMC. Aktie hat noch etwas Spielraum nach oben (Mehrertrag bei schwankenden Kursen über Bonus-Pro-Zertifikat erzielbar).

HeidelbergCement

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 13,0

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 0,8% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Hoffnungsrally auf bessere Konjunktur stützt den Kurs – noch. überwiegen Risiken.

Henkel Vz.

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 14,1

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,6% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Kein Schnäppchen, aber einigermaßen solide. Unter 40 Euro aufstocken (zweistellige Rendite über Discountzertifikat bei sich seitwärts bewegenden Kursen erzielbar).

In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax 0,6 Prozent eingebüßt. Als zur Wochenmitte die Hoffnungen auf eine Umschuldung Griechenlands wuchsen, machte der Leitindex allerdings einen Teil seiner herben Verluste vom Wochenbeginn wieder wett. Bei Handelsschluss am Freitag stand der Dax bei 6.880 Punkten.

Kommentare (4)

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aruba

10.03.2012, 18:11 Uhr

Guten Tag,.... Sie haetten auch einfach sagen koennen....7000.... ist eine runde Zahl. Die sind nun mal mit oder ohne Griechen schwer zu ueberwinden. Gleichwohl waere dann Ihr Artikel nicht so lang gewesen. Besten Dank

Account gelöscht!

11.03.2012, 10:33 Uhr

Ich bin auch der Meinung, daß die 7000 eine große Hürde sind, aber alle Rahmenbedingungen sind positiv um ein überwinden zu ermöglichen. Der Dax hat im Vergleich zum Dow noch einiges nachzuholen und das wird er nun tun. Griechenland spielt dabei keine Rolle mehr. Ist uninteressant für die Weltwirtschaft und wird nun fünf Jahre brauchen, um sich zu entwickeln. Einzig die fälligen Kreditausfallversicherungen können am Anfang der Woche böse zuschlagen, aber vielleicht auch nicht. Insofern ist dies wieder mal ein Artikel aus dem Bärenlager, die den Einstieg verpaßt haben und nun den Markt herunterreden möchten.

Account gelöscht!

11.03.2012, 12:54 Uhr

Was das Handelsblatt schreibt, ist egal. Zwischen DAX-Verlauf und Artikelinhalt besteht keinerlei Korrelation.

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