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31.05.2014

12:43 Uhr

Dax-Ausblick

Hohe Erwartungen, große Enttäuschung?

VonJörg Hackhausen

Schafft der Dax die 10.000 Punkte? Gut möglich, aber auch ziemlich egal. Die künftige Kursentwicklung hängt nicht von runden Zahlen ab – sondern von dem, was am kommenden Donnerstag passieren wird.

Börsenthermometer: Der Dax nähert sich der Marke von 10.000 Punkten. Getty Images

Börsenthermometer: Der Dax nähert sich der Marke von 10.000 Punkten.

DüsseldorfDer Dax steht kurz vor der 10.000-Punkte-Marke. Noch nie notierte der Aktienindex so hoch. Aber keine Sorge, nun folgt keine Abhandlung über die Magie der runden Zahl. Die Marke ist schön für die Statistik, mehr aber auch nicht. Was kommt wohl nach der 10.000? Die 10.001, sagen Spötter.

Wirklich entscheidend für die Finanzmärkte wird das sein, was am kommenden Donnerstag passiert. Zugegeben, auch das ist keine besonders originelle Prognose. Denn schon im Vorfeld ist jede Menge über die anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) geschrieben worden.

Dafür haben die Zentralbanker um EZB-Chef Mario Draghi selbst gesorgt. Sie haben in letzter Zeit kaum einen Tag ausgelassen, um zu erklären, warum es bald noch mehr billiges Geld von der Notenbank geben wird. Die Inflationsrate ist der EZB zu niedrig, die Kreditvergabe durch Banken zu gering und damit das Wachstum in Europa zu schwach. Der Euro wiederum ist den Währungshütern zu stark.

Chancen und Risiken der Dax-30 (Teil 1)

Adidas

Die Bilanz des vergangenen Quartals brachte Ernüchterung. Von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien versprechen sich die Analysten zudem kaum Impulse für Adidas. Der hohe Russlandanteil der Geschäfte sorgt zusätzlich für Unsicherheit. Insgesamt wird die Aktie von Experten als zu teuer eingeschätzt.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (2014): 18,4
Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) (2014): 1,6
Dividendenrendite: 1,7 Prozent

Allianz

Das niedrige Zinsniveau macht dem größten Versicherungskonzern der Welt zu schaffen. Das operative Wachstum kommt deswegen nicht in Fahrt. Wie bei Adidas ist auch bei der Allianz das Russlandgeschäft ausgeprägt. Die Zahlen für das erste Quartal seien dennoch im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, schrieb Bernstein-Analyst Thomas Seidl. Mit dem anhaltenden Aufwärtstrend in der Schaden- und Unfallversicherung und der stabilen Lage im Lebensversicherungsgeschäft habe er bereits gerechnet. Dennoch sei für ihn die relativ schwache Prämienentwicklung im ersteren Geschäftsbereich eine große Überraschung gewesen, während im letzteren die Preise enorm angezogen hätten. Für die Allianz wird eine Halteposition empfohlen.

KGV (2014): 8,9
KCV (2014): 8,5
Dividendenrendite: 3,7 Prozent

BASF

Beim Chemieriesen BASF spielt weniger Russland, sondern vielmehr China eine Rolle. Das unbeständige Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt birgt Risiken für den Konzern. Paul Walsh, Analyst bei Morgan Stanley, lobt den guten Geschäftsmix, durch den BASF eine gewisse Konjunkturabhängigkeit erreicht. Den Kennzahlen folgend wird dennoch von einem Kauf der Aktie vorerst abgeraten.

KGV (2014): 14,2
KCV (2014): 9,0
Dividendenrendite: 3,2 Prozent

Bayer

Mit dem Zukauf der Sparte der rezeptfreien Medikamente vom US-Pharmahersteller Merck & Co. gelang Bayer ein Coup. Die Übernahme stärke das Portfolio der Leverkusener weiter in Richtung des höhermargigen Life-Sciences-Geschäfts, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Steve Chesney in einer Studie. Die Aussichten sind bei Bayer dementsprechend stabil.

KGV (2014): 16,5
KCV (2014): 12,8
Dividendenrendite: 2,1 Prozent

Beiersdorf

Auch bei Beiersdorf loben die Analysten das weitestgehend konjunkturunabhängige Wachstum. Die Hamburger hätten ein solides Quartal hinter sich, schrieb Analyst Simon Hales in einer Branchenstudie. Er hob die beeindruckende Markenbelebung hervor, verwies aber zugleich auf die hohe Bewertung der Aktie.

KGV (2014): 28,5
KCV (2014): 23,7
Dividendenrendite: 1,0 Prozent

BMW

Eine erfolgreiche Modellpolitik und die Prestige-Modellreihe „i“ machen BMW zu einem der erfolgreichsten Autobauer der Welt. Eine starke Positionierung im US-Markt sorgt für starke Absatzzahlen. Allerdings ist BMW wie die anderen Autobauer auch stark konjunkturabhängig. Ein Kauf lohnt sich deshalb nur in Schwächephasen mit mittelfristig positiven Aussichten.

KGV (2014): 10,0
KCV (2014): 6,2
Dividendenrendite: 2,8 Prozent

Commerzbank

Die Commerzbank-Aktie hat sich im laufe der Zeit immer mehr zu einer Wette entwickelt. Die Papiere reagieren sehr sensibel auf Börsentrends. Sprich: Bei Hochphasen gehören die Aktien zu den größten Gewinnern, während Talfahrten rauschen sie weit ins Minus. Die operative Erholung der Commerzbank gestaltet sich schwierig. Analysten bleiben skeptisch. Rund 15 Experten raten zum Verkauf der Aktie.

KGV (2014): 17,5
KCV (2014): 10,1
Dividendenrendite: 0 Prozent

Continental

Der Reifenhersteller und Autozulieferer hat ein starke erstes Quartal 2014 hinter sich. Vor allem der starke freie Cashflow habe überzeugt, schrieb Citigroup-Analyst Philip Watkins. Für ein starkes Wachstum sorgt das aussichtsreiche Zuliefergeschäft mit Assistenzsystemen. Die günstigen Kautschukpreise treiben zudem die Reifen-Marge. Die einzige größere Enttäuschung bei der Zahlenvorlage seien die langsamen Fortschritte in der Sparte Powertrain mit einem organischen Umsatzwachstum von nur sechs Prozent gewesen. Insgesamt gilt die Aktien als leicht überkauft.

KGV (2014): 12,9
KCV (2014): 8,4
Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Daimler

Die neue Modellpolitik hat Daimler wieder auf Kurs gebracht und die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten angehoben. In der Sparte der Nutzfahrzeuge ist der Autobauer aus Stuttgart allerdings zu abhängig von den Schwellenländern. Auch das milliardenschwere Russlandgeschäft wird derzeit als Risiko bewertet. Analysten empfehlen deswegen keine weiteren Daimler-Aktien zu kaufen und die, die bereits im Portfolio liegen zu halten.

KGV (2014): 10,9
KCV (2014): 6,4
Dividendenrendite: 3,5 Prozent

Deutsche Bank

Zahlreiche juristische Altlasten drücken auf die Bilanzen der Deutschen Bank. Das schwache Wertpapiere-Geschäft kommt erschwerend hinzu. Analyst Piers Brown von Macquarie verglich in einer Studie die Situation der Deutschen Bank mit der von Barclays. Nachdem bei dem britischen Institut die Euphorie über die Restrukturierung allmählich nachlasse, richte der Markt den Fokus auf deren Umsetzung. Die Deutsche Bank befinde sich seit 18 Monaten in einer vergleichbaren Turnaround-Situation. Es wird eine „Hold-Strategie“ empfohlen.

KGV (2014): 9,0
KCV (2014): 9,3
Dividendenrendite: 2,4 Prozent

Deutsche Börse

Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten kommt der Deutschen Börse zugute, denn dadurch steigen ihre Umsätze. Analysten bemängeln beim Börsenbetreiber allerdings die hohen regulatorischen und juristischen Risiken. Positiv ist die hohe Dividendenrendite. Von einem Kauf wird vorerst abgeraten.

KGV (2014): 14,6
KCV (2014): 12,9
Dividendenrendite: 4,2 Prozent

Deutsche Post

Der Online-Boom hat der Deutschen Post neuen Schwung im Paketgeschäft verliehen. Analysten schätzen die Krisenanfälligkeit der Post trotz des großen Russlandgeschäfts als gering ein. Allerdings verhagelten im ersten Quartal 2014 ungünstige Währungseffekte und ein erlahmendes Frachtgeschäft die Bilanz. Dementsprechend werden weitere Rücksetzer bei der Post-Aktie erwartet.

KGV (2014): 16,2
KCV (2014): 10,1
Dividendenrendite: 2,6 Prozent

Deutsche Telekom

Noch vor kurzem wollte die Deutsche Telekom ihr Mobilfunkgeschäft in den USA loswerden, nun erweist es sich als durchaus rentabel und krisenresistent. Auch der Heimatmarkt wirkt stabil, allerdings sind hier hohe Investitionen nötig, um sich vor der Konkurrenz insbesondere vor Vodafone abzuheben. Als riskant gilt das Osteuropageschäft. Insgesamt wird zur einer Halteposition geraten.

KGV (2014): 20,4
KCV (2014): 4,1
Dividendenrendite: 5,6 Prozent

Eon

Die Versorger wie Eon kämpfen seit Jahren mit Strukturproblemen und der Energiewende in Deutschland. Problematisch für die Düsseldorfer ist auch die hohe Abhängigkeit vom Russlandgeschäft. Alberto Ponti, Analyst bei der Societe Generale, vergibt eine negative Einschätzung für die Geschäfte außerhalb der Europäischen Union, insbesondere wegen anhaltender Schwierigkeiten in Brasilien.

KGV (2014): 14,7
KCV (2014): 4,5
Dividendenrendite: 4,5 Prozent

Fresenius Medical Care

Das Tochterunternehmen von Fresenius gehört zu den defensiven Titel im Dax. Analysten loben das langfristig konjunkturunabhängige Wachstum. Anleger sollten aber die die Risiken der US-Gesundheitspolitik im Blick behalten. Bei der Vorstellung der Bilanzen des vergangenen Quartals konnte Fresenius Medical Care die Experten nicht überzeugen. Die Zahlen des Dialysespezialisten seien schwächer als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Justin Smith von der Societe Generale. Er habe daher seine Schätzungen für das Aktienergebnis (EPS) in den Jahren 2014 bis 2019 gekürzt.

KGV (2014): 13,4
KCV (2014): 8,2
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Es besteht kein Zweifel mehr, dass die Notenbank etwas dagegen unternehmen wird. „Die EZB wird alles tun, was möglich ist“, bekräftigte Draghi in der vergangenen Woche bei einer Konferenz im portugiesischen Sintra. Zuvor hatten bereits andere führende Notenbanker klar gemacht, dass die EZB am kommenden Donnerstag ein ganzes Bündel von Maßnahmen verkünden wird.

Auch wenn alle schon damit rechnen, dass etwas passiert, bleibt die Spannung groß. Denn wichtige Fragen bleiben offen: Welche Maßnahmen wird die EZB beschließen? Und was bedeutet das für Anleger?

Die EZB zielt mit ihren Maßnahmen zwar nicht direkt auf die Börsen, beeinflusst diese jedoch indirekt umso stärker. Wenn die Zentralbank noch mehr Geld locker macht, wäre weiterhin genug Liquidität vorhanden, um die Rally an den Finanzmärkten am Leben zu halten. In dem Fall wäre für den Dax bei 10.000 Punkten noch nicht Schluss.

Chancen und Risiken der Dax-30 (Teil 2)

Fresenius

Fresenius kann von seiner starken Position auf dem Gesundheitsmarkt profitieren, die das Unternehmen vor Krisen-Rückschlägen schützt. Allerdings machen dem Gesundheitskonzern das schwächere Abschneiden der Dialyse-Tochter FMC zu schaffen, dass das operative Ergebnis im vergangenen Quartal gedrückt hat. Auch die hohe Verschuldung sollten Anleger im Hinterkopf behalten. Deswegen ist ein Kauf der Aktie nur in Schwächephasen sinnvoll.

KGV (2014): 17,8
KCV (2014): 8,4
Dividendenrendite: 0,9 Prozent

Heidelberg Cement

Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement dürfte von der Branchenfusion profitieren, die sich positiv auf die Zementpreise auswirken kann. Allerdings dürfte der Gegenwind von der Währungsseite wahrscheinlich anhalten, schrieb Analyst Jawahar Hingorani von der S&P Equity Group in einer Studie. Dies gelte insbesondere mit Blick auf einige asiatische Länder. Als riskant gilt auch der hohe Anteil der Russland-Geschäfte.

KGV (2014): 15,3
KCV (2014): 6,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Henkel

Trotz eines hohen Umsatzanteils in Russland und der Ukraine verzeichnet Henkel eine stabile Umsatzentwicklung. Nach dem starken Jahresstart des Konsumgüterherstellers habe James Targett, Analyst bei der Berenberg Bank, deswegen seine Schätzungen für das Gesamtjahr und das Kursziel aufgestockt. Es sei zu früh, die Wirkung etwaiger Sanktionen auf das Osteuropageschäft einzuschätzen, ergänzte er seine Studie. Anleger sollten mit einem Henkel-Investment abwarten.

KGV (2014): 19,5
KCV (2014): 15,9
Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Infineon

Einst Pleitegeier, nun eines der profitabelsten Chip-Unternehmen Deutschlands. Infineons Aufschwung ist beeindruckend. 2009 krebste die Aktien noch im Penny-Stock-Bereich herum, mittlerweile tendiert der Kurs bei etwas neun Euro. Ein Plus von über 2000 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Vor allem das Geschäft mit der Autoindustrie verleiht dem Halbleiterhersteller neuen Schwung – und macht ihn aber zugleich auf Konjunkturschwankungen anfällig.

KGV (2014): 19,4
KCV (2014): 10,1
Dividendenrendite: 1,4 Prozent

K+S

Die Turbulenzen im Kali-Kartell zwischen Belaruskali und Uralkali haben dem deutschen Düngemittelhersteller K+S ordentlich zugesetzt. Von einer Pleite war sogar die Rede. Mittlerweile haben sich die Wogen ein wenig geglättet. Doch die Risiken im Kali-Markt bleiben weiterhin bestehen. Die Ukraine-Krise macht außerdem eine Rückkehr zu den Kartellpreisen nahezu unmöglich, weshalb die Erholung von K+S auf wackeligen Beinen steht. Ein Investment könnte sich lohnen, ist aber durchaus riskant.

KGV (2014): 19,6
KCV (2014): 9,8
Dividendenrendite: 1,0 Prozent

Lanxess

Der Spezialchemiekonzern Lanxess konnte zuletzt zwar ordentliche Quartalszahlen präsentieren, allerdings hängt noch zu viel des Ergebnisses vom Reifengeschäft ab. Als Risiko gilt auch das starke Engagement in Asien. Die Experten der Deutschen Bank vergeben für Lanxess lediglich ein „Hold-Rating“. Auch im Hinblick auf die niedrigen Kautschukpreise sei es noch zu früh, ein optimistischeres Szenario einzupreisen

KGV (2014): 22,0
KCV (2014): 7,7
Dividendenrendite: 1,9 Prozent

Linde

Der Industriegaskonzern Linde wächst in seinem Kerngeschäft langsamer als erwartet. Problematisch ist auch der hohe Asien-Anteil in den Bilanzen des Unternehmens. Als Bremsklotz gelten das niedrige Nachfragewachstum und die negativen Währungseffelte. Linde stünden nach einem schwachen ersten Quartal zum zweiten Halbjahr wieder bessere Branchentrends bevor, schrieb Analyst Gunther Zechmann in einer Studie. Empfohlen wird eine Haltestrategie

KGV (2014): 18,2
KCV (2014): 8,4
Dividendenrendite: 1,9 Prozent

Lufthansa

Der hohe Konkurrenzdruck in der Luftfahrtbranche zwingt die ehemalige Staats-Airline Lufthansa zu Reformen. Die aber gehen nur schleppend voran. Vor allem die Riege von Piloten, die mit nicht mehr zeitgemäßen Forderungen zuletzt eine Protestwelle starteten, machen dem Vorstand zu schaffen. Insgesamt ist das Geschäft der Lufthansa sehr krisenanfällig, vor allem im Hinblick auf mögliche Ölpreisanstiege.

KGV (2014): 9,3
KCV (2014): 3,2
Dividendenrendite: 3,4 Prozent

Merck

Der Pharmakonzern konnte zwar sein Geschäft mit der Elektronikindustrie ausbauen, dadurch aber erhöht sich Experten zufolge die Konjunkturanfälligkeit und der Asien-Anteil in den Geschäften. Analysten der Privatbank Berenberg haben Merck deswegen mit „hold“ bewertet. Der Pharmakonzern habe alles in allem ein ordentliches erstes Quartal hingelegt und beim operativen Ergebnis (Ebitda) und bereinigtem Gewinn je Aktie (EPS) die Markterwartungen übertrumpft, schrieb Analyst Alistair Campbell in einer Studie vom Donnerstag. Bereinigt um Sondereffekte sei das Ergebnis aber nur im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

KGV (2014): 13,5
KCV (2014): 10,3
Dividendenrendite: 1,4 Prozent

Münchener Rück

Der größte Rückversicherer der Welt wird in Analystenkreisen als sichere Anlage gehandelt. Für die Münchener Rück spricht das starke erste Quartal. Das Unternehmen scheine schon zu diesem frühen Zeitpunkt auf einem guten Weg zu sein, seine Jahresziele zu erreichen, schrieb Tom Carstairs von der Berenberg Bank. Zudem erscheine die Bewertung der Aktie nicht teuer.

KGV (2014): 9,1
KCV (2014): 20,1
Dividendenrendite: 4,4 Prozent

RWE

Die Energiewende setzt RWE noch stärker zu als seinem Konkurrenten Eon. Der Umbau des Unternehmens erfolgt nur schleppend. Zuletzt präsentierte der Versorger desaströse Geschäftszahlen. Im vergangenen Quartal brach der Gewinn um ein Drittel weg. Analysten raten von einem Kauf der Aktie ab. Wegen der weiterhin rückläufigen Gewinne trotz massiver Sparanstrengungen sowie wegen der unter dem Sektordurchschnitt liegenden Dividendenrendite sei die Aktie zu hoch bewertet, konstatiert DZ-Bank-Analyst Werner Eisenmann.

KGV (2014): 11,6
KCV (2014): 3,4
Dividendenrendite: 3,6 Prozent

SAP

Der Softwarehersteller SAP profitiert besonders von seinem wenig krisenanfälligen Basisgeschäft. Allerdings hat der Konzern die Zeichen der Zeit erkannt und massiv in die Cloud-Expansion investiert, was etwas auf die Bilanzen drückt. Mittelfristig dürften deswegen die Renditen kleiner ausfallen. Analysten empfehlen den Einstieg in Schwächephasen.

KGV (2014): 16,0
KCV (2014): 3,7
Dividendenrendite: 2,0 Prozent

Siemens

Der Mischkonzern Siemens steht vor großen Strukturveränderung. Der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser, amtlich Josef Käser, will das Hörgerätegeschäft künftig an die Börse bringen und die restlichen Geschäftsbereiche verschlanken, um profitabler zu werden. Anleger sollten auch einen möglichen Alstom-Deal im Blick behalten, der die Rendite mittelfristig ausbremsen könnte. Problematisch sind auch die engen Geschäftsbeziehungen mit Russland.

KGV (2014): 14,6
KCV (2014): 10,5
Dividendenrendite: 3,1 Prozent

Thyssen-Krupp

Der Essener Stahlkonzern befindet sich inmitten seiner Sparbemühungen. Dieser ist erforderlich, da in den vergangen Jahren gravierende Managementfehler begangen wurden. Vor allem das Engagement in Brasilien erwies sich als milliardenschweres Investitionsgrab. Vom Sparkurs besonders betroffen sind die Arbeiter des Konzerns. Thyssen-Krupp plant auch im laufenden Jahr weitere Entlassungen vorzunehmen. Analysten raten eine Investition in Thyssen-Krupp nur spekulativen Anlegern.

KGV (2014): 35,5
KCV (2014): 9,3
Dividendenrendite: 0 Prozent

Volkswagen

Mit der erfolgreichen Übernahmeofferte für den schwedischen Lkw-Bauer Scania steht der langersehnt Übernahme durch VW nichts mehr im Wege. Mit der Komplettübernahme und dem Verschwinden von Scania von der Börse werde die Zusammenarbeit mit MAN wesentlich leichter, schrieb Frank Schwope, Analyst bei der Norddeutschen Landesbank in einer Studie. Allerdings sorgen die Geschäfte in Russland und China für Unsicherheit. Darüber hinaus ist Volkswagen stark konjunkturabhängig.

KGV (2014): 8,7
KCV (2014): 4,1
Dividendenrendite: 1,9 Prozent

„Ein Dax bei 10.000 Punkten ist fundamental durchaus gerechtfertigt“, sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. „Denn der Dax profitiert als ein Gewinner der selektiven Vermögenspreisinflation weiterhin von der expansiven Geldpolitik.“ Allerdings könnten nach der EZB-Sitzung wieder die Risiken in den Vordergrund rücken: das schwächere Wachstum in Russland und China, die fallenden Unternehmensgewinne und die Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed. Daher sollten Investoren in den kommenden Wochen teilweise Gewinne mitnehmen, rät Hürkamp.

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