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22.10.2016

10:32 Uhr

DAX-Ausblick

Im Zeichen der Schwergewichte

VonReiner Reichel

Apple, Bayer oder Deutsche Bank: In der neuen Handelswoche erhoffen sich Anleger Impulse von den großen Namen. Zudem dürften Konjunkturdaten die Diskussion um die Zinspolitik der Notenbanken erneut entfachen.

Der EZB-Präsident vertagte jedwede Entscheidung über die Anleihekaufprogramme vorerst auf Dezember, schloss aber ein abruptes Ende im März 2017 aus. Das lässt den Euro schwächeln. dpa

Mario Draghi

Der EZB-Präsident vertagte jedwede Entscheidung über die Anleihekaufprogramme vorerst auf Dezember, schloss aber ein abruptes Ende im März 2017 aus. Das lässt den Euro schwächeln.

DüsseldorfDie Zinsen bleiben niedrig. Dafür hat Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit der Entscheidung gesorgt. Der Leitzins bleibt unverändert und auch an den monatlichen Anleihe-Ankäufen von 80 Milliarden Euro rüttelt er nicht. Für Sparer ist dies verdrießlich, für Häuslebauer und Aktionäre ist es eine gute Nachricht. Die Aussicht auf steigende Zinsen hätte dämpfend auf die Aktienkurse gewirkt.

Doch andererseits hat die Fortführung der lockeren Geldpolitik die Kurse am Freitag nicht beflügelt. Im Gegenteil. Lange dümpelte der Deutschen Aktienindex (Dax) so vor sich hin. Am Ende gelang dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer aber noch der Schwung ins Positive. Er endete bei 10.711 Punkten um 0,1 Prozent im Plus. Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex 1,2 Prozent gewonnen. Auf europäischer Ebene sah es am Freitag ebenfalls mau aus. Der Euro Stoxx 50 schloss im Vergleich zum Vortag unverändert bei 3.076 Zählern.

Welche Anlageklassen wie wachsen

Bankeinlagen

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 6,2 Prozent
- 2015: 5,5 Prozent
- Prognose für 2016: 4,0 Prozent

Quelle: Allianz Global Wealth Report

Wertpapiere

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 13,8 Prozent
- 2015: 6,1 Prozent
- Prognose für 2016: 2,5 Prozent

Versicherungen und Pensionen

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 6,4 Prozent
- 2015: 3,3 Prozent
- Prognose für 2016: 5,5 Prozent

Dem Euro ist Draghis Äußerung, es werde kein abruptes Ende der Anleiheaufkäufe geben, nicht gut bekommen. Der Kurs sackte auf 1,0868 Dollar, den niedrigsten Wert seit 10. März dieses Jahres. Die europäische Gemeinschaftswährung dürfte angesichts der divergierenden Geldpolitik von EZB und US-Notenbank Fed noch weitergehen, erwartet die Helaba. „Wir erachten nach wie vor eine Verlängerung des Kaufprogramms als wahrscheinlich, so dass sich die EZB-Politik für den Euro weiter nicht als Hilfe erweist“, schreiben die Experten der Landesbank. Im Gegensatz zur EZB unterstütze die US-Notenbank derzeit die eigene Währung. Denn die Federal Reserve steuere auf eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr zu – mutmaßlich im Dezember.

Die nächste Woche verspricht kräftigere Impulse auf der Unternehmensebene, weil eine Reihe von Schwergewichten aus der Auto-, Chemie-, Finanz- und Informationstechnik ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Am Montag meldet sich Philips zu Wort, am Dienstag legen Orange, Apple, General Motors und Renault nach. Am Mittwoch folgen Fiat Chrysler Bayer, Santander, PSA und der Zigaretten-Hersteller BAT („Lucky Strike“) der für 47 Milliarden Dollar seinen US-Konkurrenten Reynolds („Camel“) übernehmen will. Am Donnerstag sind die Augen in Deutschland auf die Deutsche Bank, VW und BASF gerichtet. In den USA gilt die Aufmerksamkeit Alphabet, Amazon und Twitter sowie Ford. Zum Wochenschluss präsentieren sich unter anderem BNP Paribas und Royal Bank of Scotland und Exxon Mobil.

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