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24.01.2010

10:11 Uhr

Dax-Ausblick

Investoren werden immer nervöser

Der Optimismus ist verpufft; am deutschen Aktienmarkt fragen sich die Börsianer jetzt: Können die Unternehmen halten, was alle Konjunkturhoffnungen versprochen haben? Außerdem schauen Marktbeobachter besorgt nach Griechenland, auf die Geldpolitik in China und auf die Bankenpläne des US-Präsidenten. Die kommende Börsenwoche steht unter negativen Vorzeichen.

Der Ausblick trübt sich ein. Quelle: Handelsblatt

Der Ausblick trübt sich ein.

HB FRANKFURT. Skeptiker haben schon lange davor gewarnt - jetzt könnte es soweit sein: die Korrektur ist da. Jedenfalls ist der Dax unter 5 700 Punkte gefallen; am Freitag nahm der deutsche Leitindex gar Kurs auf 5 600 Punkte. Anfang der Woche noch hätte er fast wieder die Messlatte von 6 000 Punkten erreicht - ein Minus von sechs Prozent in wenigen Tagen. Die Entwicklung sei unausweichlich, meint Analyst Ben Potter vom Marketmaker IG Markets; schließlich hätten sich die Aktienmärkte seit Anfang Dezember bereits sehr stark entwickelt.

Angesichts dieser fortgesetzten Kursverluste an den Aktienmärkten werden die Anleger immer nervöser. Das zeigt deutlich der Volatilitätsindex VDax. Das Zitterbarometer ist am Freitag Nachmittag auf den höchsten Stand seit sechs Wochen gestiegen - konkret: auf 25,61 Zähler. Der Stimmungsindex wird auf Basis der Verkaufs- und Kaufsoptionen auf die 30 Dax-Werte berechnet.

Marktbeobachter machen verschiedene Gründe für die neue Unsicherheit aus. Am Freitag sorgten die Regulierungsvorschläge des US-Präsidenten Barack Obama für Unruhe. Auch die deutschen Institute könnten - so die Spekulation - härtere Auflagen bekommen. Bankaktien rauschten abwärts. "Eine strengere Regulierung - da wurde der freiliegende Nerv der Investoren getroffen; dieses Thema könnte den Markt noch länger tragen", bewertet LBBW-Aktienstratege Marc-Gregor Czaja das Geschehen.

Damit nicht genug. Auch China will aus Sorge vor einer Überhitzung die Zügel straffen und die Vergabe von Krediten einschränken. An den Finanzmärkten löste dies Ängste aus, dass der globale Konjunkturmotor abgewürgt werden könnte. Und dann sind da noch die maroden Staatsfinanzen einiger EU-Länder, allen voran Griechenland.

Diese Vorgaben dürften auch die kommende Woche bestimmen und die Lust der Anleger auf Aktien drosseln, meinen nun einige Börsianer. Damit dürften die Geschäftsberichte von Apple, Microsoft und anderen Unternehmen in den Hintergrund treten, dem Aktienmarkt allenfalls begrenzt Impulse geben - und das, obwohl die Bilanzsaison gerade in ihre heiße Phase geht. "Die Erwartungen an die Quartalsberichte sind so hoch, da braucht es schon große Überraschungen, um den Aktienkursen nach oben zu helfen", meint Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank.

Kommentare (6)

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Analyst

23.01.2010, 12:50 Uhr

Das Manager-Magazin schrieb am 30.12.2009 : Einige börsianer rechnen sogar mit einen Anstieg des Dax bis auf 7500 Punkte zum Jahresende 2010.

Stockwatcher

24.01.2010, 15:42 Uhr

Jetzt atmet der Mark mal durch und alle bekommen schon wieder kalte Füsse.

Hauptsächlich habe die banken verloren.

bei Div.-Renditen von 4 bis 6 % sind Aktien immer noch eine gute Wahl.

Will aber nicht ausschließen das es noch bis 5000 runter geht.

Aber das ist börse. Auf 5 Jahre sind Anleihen auf jeden Fall eine schlechte Wahl.

Heini1946

24.01.2010, 15:52 Uhr

Trotz aller Tiefschläge in diesem Jahr dürfen Anleger auf ein gutes börsenjahr 2010 hoffen. Mehrere Zeichen deuten auf eine positive Entwicklung des Dax hin. Zumindest aus Sicht der technischen Analyse.
So die FAZ am 18.12.09. Einen Monat später ist das schon wieder Schnee von gestern. Da sollten wir uns lieber mal an den Robert Prechter halten, der eine
baisse sieht, die sich gewaschen hat. Wir stehen vor gesellschaftlichen Wandlungen. Die Formel lautet
nicht mehr, alle haben sich lieb, sondern, hilf dir
selbst, dann hilft dir Gott. Tja, und das bedeutet Krieg gegen den ausufernden sozialpolitischen
Komplex. DAX und Euro kriegen was auf die Mütze.
bei Gold bin ich mir nicht sicher.

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