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19.12.2015

09:00 Uhr

Dax-Ausblick

Ist die Rally schon vorbei?

VonKatharina Schneider

Vor dem Wochenende gab es an den Börsen einige Verluste zu verzeichnen. In der kommenden Woche werden kaum marktrelevante Nachrichten erwartet, dennoch haben Analysten klare Erwartungen für das Jahresende.

Dieses Jahr dürfte die Jahresendrally verhalten ausfallen. imago/Ralph Peters

Christbaumschmuck mit Dax-Logo

Dieses Jahr dürfte die Jahresendrally verhalten ausfallen.

FrankfurtViel Zeit bleibt für eine ordentliche Jahresendrally nicht mehr. Doch etliche Anleger dürften dieser Tage schon zufrieden sein, wenn sich die Aktienkurse zumindest einigermaßen stabil halten. Nachdem monatelang über die weitere Zinsstrategie und die Politik der Notenbanken spekuliert wurde, scheint immerhin diese Unsicherheit nun passé. Doch völlig überwunden haben Anleger ihre Skepsis auch jetzt nicht. Sie rätseln bereits darüber, mit welcher Geschwindigkeit die US-Notenbanker wohl die Zinsen erhöhen werden.

Neben dem Wirtschaftswachstum rücke das Thema Inflation in den Mittelpunkt, sagte Tobias Basse von der NordLB. Es müsse beobachtet werden, ob sich die US-Notenbank in ihrer Geldpolitik eher an der Gesamt-Teuerung orientiere, die derzeit durch den niedrigen Ölpreis gedämpft wird, oder an der Kernrate ohne die stark schwankenden Kosten für Energie und Lebensmittel orientieren.

Der Ölpreis war auch einer der Faktoren, die zum Ende der vergangenen Handelswoche für Kursverluste sorgten. Der deutsche Leitindex war mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 10 608 Punkten aus dem Handel gegangen. An der Wall Street hatte der Dow Jones sogar 2,1 Prozent auf 17 129 Punkte eingebüßt.

Die Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot hatte die Ölpreise am Freitag deutlich gedrückt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zwischenzeitlich nur noch 36 Dollar. Der Preis für die US-Sorte WTI lag zeitweise sogar unter 36 Dollar.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.


Für Unruhe hatte kurz vor dem Wochenende zudem der sogenannte Hexensabbat gesorgt. Vier Mal jährlich laufen Terminkontrakte aus. Die Tage sind meist von starken Kursschwankungen geprägt, weil Marktteilnehmer die Kurse von Papieren, auf die sie Derivate besitzen, in die gewünschte Richtung treiben wollen.

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