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08.04.2017

17:39 Uhr

Dax-Ausblick

Keine neue Chance für das Allzeithoch

VonSusanne Schier

Die politischen Risiken rücken an den Märkten stärker in den Mittelpunkt. Für den Dax wird es schwierig, eine neue Bestmarke zu erklimmen. Für die anstehende Quartalssaison sind die Analysten dennoch positiv gestimmt.

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FrankfurtNoch am vergangenen Montag ist der Dax bis auf 15 Zähler an sein Allzeithoch herangerückt. Die 12.390 Punkte von April 2015 konnte der deutsche Leitindex aber noch nicht knacken. Stattdessen hat das wichtige Börsenbarometer im Wochenverlauf dann Verluste eingefahren. Der deutsche Leitindex verlor zum Wochenende 0,05 Prozent und endete damit auf seinem Tageshoch bei 12.225 Punkten.

Zwar hoffen viele Anleger darauf, dass der Dax in der neuen Handelswoche wieder einen Anlauf auf die Bestmarke startet. Doch diese ist erst einmal wieder in die Ferne gerückt. „Es ist wenig wahrscheinlich, dass sich die gute Kursentwicklung der vergangenen Monate kurzfristig so fortsetzen wird“, meint DZ Bank-Analyst Michael Bissinger. Zwar hält er die mittel- bis langfristigen Rahmenbedingungen für Aktien weiterhin für gut. Sollte die Politik stärker in den Mittelpunkt treten, bestehe jedoch das hohe Risiko einer Konsolidierungsbewegung.

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Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, zeigte sich bereits zum Ende der vergangenen Woche – als das militärische Eingreifen von US-Präsident Donald Trump in Syrien Spuren an den Märkten hinterließ. „Mit dem US-Raketenangriff auf das syrische Militär droht die fragile geopolitische Lage noch unübersichtlicher zu werden“, so Marktexperte Ulf Krauss von der Helaba. An den Aktienmärkten seien die politischen Unsicherheiten bislang weitgehend ignoriert worden – dies könnte sich nun ändern. So waren denn auch sichere Häfen wie Gold gefragt: Am Freitagnachmittag kostete eine Feinunze 1266 Dollar, ein Plus von 1,2 Prozent.

Schuld für die etwas trübere Stimmung am Aktienmarkt bereits in den Tagen zuvor war aber auch die US-Notenbank Fed. Wie aus den jüngsten Sitzungsprotokollen hervorging, könnte Fed-Chefin Janet Yellen noch in diesem Jahr damit beginnen, die Bilanz der Notenbank zu reduzieren. Diese wurde durch die milliardenschweren Anleihekäufe der letzten Jahre auf umgerechnet über 4,2 Billionen Euro aufgebläht. Zuletzt hatte die Fed die Leitzinsen auch auf 0,75 bis 1,0 Prozent erhöht. Marktbeobachten rechnen derzeit mit bis zu zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr – trotz der überraschend schwachen Arbeitsmarktzahlen vom Freitag. So entstanden im März nur 98.000 neue Jobs, während Ökonomen mit 180.000 gerechnet hatten.

„Als gesicherte Tatsache gilt, dass höhere Zinsen über kurz oder lang Gift für Dividendenwerte sind“, erklärt Franz Wenzel, Anlagestratege bei Axa IM. In der Vergangenheit sei ein Anstieg der realen Renditen in den USA, also des nominalen Zinsniveaus abzüglich der Inflation, auf über 2,5 Prozent eine wichtige Hürde gewesen. Wurde diese überschritten, habe dies eher zu Marktkorrekturen geführt. „Auf der Basis heutiger Renditen sind wir von dieser Schallmauer aber noch ein ganzes Stück entfernt“, schränkt er seine Warnung ein.

Die Geldpolitik in der Eurozone sieht indes komplett anders aus. Hier dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte weiter mit Liquidität fluten. EZB-Präsident Mario Draghi hat in der abgelaufenen Woche klar gemacht, dass er noch keinen Anlass für eine Abkehr von der aktuellen Notenbankpolitik sieht. Daran dürften auch die in der neuen Handelswoche anstehenden Veröffentlichungen von Konjunkturdaten nichts ändern.

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