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23.09.2011

20:03 Uhr

Dax-Ausblick

Leitindex droht weiterer Absturz

Die Lage am Aktienmarkt bleibt angespannt, politische Krisen-Lösungen sind nicht in Sicht. Im Fokus stehen einmal mehr Konjunkturdaten. Auch die Entscheidung des Bundestages über Griechenland-Hilfen verspricht Spannung.

Zuversicht sieht anders aus: Händler in Frankfurt. dapd

Zuversicht sieht anders aus: Händler in Frankfurt.

Frankfurt/DüsseldorfDie Anspannung am Aktienmarkt wird sich nach Einschätzung von Börsianern so bald nicht lösen. „Der Markt wird sehr stark von psychologischen Faktoren beeinflusst, wobei die Grundtendenz nach unten zeigt“, sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Auch die Experten der Landesbank Berlin (LBB) raten zur Vorsicht. „Die Tiefs der Abschwungphase könnten noch nicht erreicht worden sein.“ Seit Ende Juli hat der Dax - unterbrochen von kurzen Erholungsphasen - rund 2.200 Punkte oder 30 Prozent eingebüßt. Allein in der zu Ende gehenden Woche belief sich das Minus auf etwa acht Prozent.

Die Herabstufung der Bonitätsnote für Italien sowie diverser italienischer Institute und US-Großbanken drückte die Börsenindizes. Alles in allem scheint die Lage im Bankensektor dramatischer als angenommen. So konstatierte die EU-Behörde zur Überwachung von Systemrisiken im Finanzsektor einen erheblichen Anstieg der Risiken. Zwar glauben die Analysten der LBB nicht, dass eine systemrelevante Bank in ernste Schwierigkeiten gerät. Doch die Experten sind überzeugt, dass Institute in höherem Maße als bisher ihre Kapitalbasis stärken müssen. Neben der beunruhigenden Lage im Bankensektor stimmt auch der triste Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed pessimistisch. Dennoch sieht die LBB in der Talfahrt eine Chance, die Bewertung der Aktien sei ausgesprochen günstig: „Investoren, die zwischenzeitliche Verluste akzeptieren können, sollten bei Kursschwäche einen sukzessiven, vorsichtigen Einstieg in die Aktienmärkte ins Auge fassen.“

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Können neue Daten die Rezessionsängste lindern?
Angesichts der allgegenwärtigen Rezessionsängste stehen wieder einmal Konjunkturdaten im Mittelpunkt. MM Warburg-Experte Klude dämpft Hoffnungen auf positive Impulse. „Wir erwarten eine Bestätigung, dass sich das Wachstum abschwächt. Einige Indikatoren deuten bereits auf eine Rezession hin.“ Volkswirt Christoph Balz von der Commerzbank erhofft sich dagegen Signale, dass die Wirtschaft an einer Rezession vorbeischrammt.

Den Zahlenreigen eröffnet der Ifo-Index am Montag. Von Reuters befragte Analysten sagen für September einen Rückgang des deutschen Stimmungsbarometers auf 106,9 Punkte von 108,7 Zählern voraus. Beim Konjunkturindex der Chicagoer Einkaufsmanager (Freitag) rechnen Analysten mit einem Rückgang auf 56,0 Stellen von 56,5 Zählern. Daneben stehen die Zahlen zum Verbrauchervertrauen in Europa (Donnerstag) und den USA (Dienstag) auf der Tagesordnung. Bei letzterem erwarten die Experten eine leichte Erholung auf 46 Zähler.

Kommentare (4)

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Delta1-Trader

23.09.2011, 22:18 Uhr

Seit Beginn der Börse ist es immer das gleiche Spiel. Es gibt zyklische Wellen. Wer zu Höchstpreisen etwas kauft (egal ob Aktien oder Gold) ist der Verlierer. Wenn Gold teuer ist, sind Aktien billig.

Das heißt, jetzt Aktien kaufen und dann wieder verkaufen, wenn Gold im Keller ist, denn dann sind die Aktien oben !!!

Account gelöscht!

23.09.2011, 23:10 Uhr

Ganz so einfach ist es ja nicht. Wir stehen vorm Kollaps unseres bisherigen Geldsystems. Und da spielt Gold eine enorm wichtige Rolle.

Man muss sich übrigens fragen wieso ein Edelmetall trotz dieser Perspektive plötzlich so extrem abverkauft wird. Für mich ist das eher ein Zeichen, dass genau wie 2008 die großen Player unter Wasser geraten sind und nun alles zu Geld gemacht werden muss was noch Wert hat.

Und ich rechne fest damit dass es in den nächsten 2-3 Monaten noch mindestens einen weiteren Investmentskandal geben wird. Denn jetzt wo so plötzlich alle Märkte einbrechen dürfte der ein oder andere auf dem falschen Fuss erwischt worden sein.

Mischael

24.09.2011, 18:58 Uhr

Wer sagt denn dass unser Geldsystem vor einem Kollaps steht? Ich denke eher die Tatsache dass mittlerweile die Hausfrauen Gold kaufen zeigt dass die nächste Blase hier entsteht! Wir werden in Europa die nächsten Jahre eine lange, schmerzhafte aber reinigende Rezession haben, Rezessionen sind normalerweise deflationsfördernd, (ich denke trotz der aktuell hohen Geldmenge) und das heisst das die Währungen langfristig eher stärker werden.

Die Chinesen werden die nächste große Nummer, wenn sie es nicht schon längst sind, wenn ich momentan Geld übrig hätte würde ich es in chinesische Aktien oder in den Renminbi investieren, aber nicht in Gold! Wenn es hart auf hart kommt interessiert Gold auch keinen Menschen, wir leben in einer Volkswirtschaft und da kann sich nun mal keiner den Entwicklungen entziehen, ob er will oder nicht!

Die beste Rendite macht man eh in Bildung, ist auch das einzige was man mit ins Jenseits nimmt! ;-)

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