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12.08.2017

10:36 Uhr

Dax-Ausblick

Mehr Bangen als Hoffen

VonAndrea Cünnen

Der schwelende Konflikt zwischen den USA und Nordkorea, dazu der starke Euro: Für den Dax war es eine Woche zum Vergessen. Es ist gut möglich, dass die neue Börsenwoche ähnlich turbulent wird.

Vermeintlich sicherer Hafen

„Wo bleibt die Vernunft beim Goldpreis?“

Vermeintlich sicherer Hafen : „Wo bleibt die Vernunft beim Goldpreis?“

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Frankfurt„Haben jetzt eigentliche alle den Verstand verloren?“ Das fragt sich Wolfgang Albrecht, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, angesichts des Säbelrasselns zwischen den USA und Nordkorea, das Börsianer in der vergangenen Woche auf Trab hielt und auch in den kommenden Tagen im Fokus der Anleger stehen dürfte.

US-Präsident Donald Trump hat dem kommunistischen Staat für den Fall weiterer Provokationen mit „Feuer und Zorn“ gedroht, wie es die Welt noch nie gesehen habe. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-Un konterte mit dem Verweis auf einen möglichen Präventivschlag auf den US-Militärstützpunkt der Pazifikinsel Guam. Damit heizte er „einen der gefährlichsten Konflikte der Welt an“ meint Albrecht. Trumps Verteidigungsminister James Mattis setzte noch einen drauf und drohte dem Regime Kim Jon-Uns und dem nordkoreanischen Volk mit Vernichtung.

Das US-Atomwaffenarsenal

Grundsatz

Grundsatz der US-Streitkräfte ist es, Atomwaffen aus der Luft (Flugzeuge), vom Wasser (U-Boote) und vom Land einsetzen zu können.

Sprengköpfe

Derzeit verfügen die USA über rund 1750 nukleare Sprengköpfe, in Flugzeugen, U-Booten und auf Interkontinental-Raketen. 180 Sprengköpfe sind nach Angaben der Arms Control Association in fünf europäischen Ländern stationiert.

Inaktive Sprengköpfe

Darüber hinaus verfügen die USA über ein Lager von rund 4000 Sprengköpfen, die in Reserve stehen, aber teils nicht oder noch nicht zur militärischen Nutzung aktiviert sind. Ferner sind 2000 Sprengköpfe ausrangiert, die in Teilen theoretisch noch nutzbar wären.

Kosten

Die Erneuerung alter Systeme frisst sechs Prozent des Verteidigungshaushalts auf. Bisher wurden nur 3,5 Prozent des Budgets für die Nuklear-Abschreckung ausgegeben. Allein für das nächste Jahr hat Trump 10,2 Milliarden Dollar für diesen Zweck angefordert.

Lebensdauer

Die eigentlich auf 20 Jahre angelegte Lebensdauer einiger Atomwaffen wurde als Teil des Erneuerungsprogrammes auf 60 Jahre ausgedehnt.

Dabei überwiegt die Hoffnung, dass es beim verbalen Schlagabtausch bleibt. „Hunde, die bellen, beißen nicht“, überschreibt die BayernLB ihren Wochenausblick. Das spiegelt auch die Lage an den Märkten wieder. Für den Dax und andere europäische Börsen war es zwar eine Woche zum Vergessen. Aber dramatisch war der Absturz nicht. Der Dax verlor unter dem Strich 2,3 Prozent. Am Freitag fiel er dabei zwischenzeitlich erstmals seit dem Frühjahr unter die Marke von 12.000 Punkten. Später berappelte er sich aber wieder etwas und schloss bei 12.014 Punkten auf dem Niveau des Vortags. Der Euro Stoxx 50 als Standardwerteindex für die Euro-Zone büßte auf Wochensicht 2,9 Prozent ein. Abwärts ging es auch an den US-Börsen.

Gleichzeitig schichteten wieder etwas mehr Anleger Geld aus Aktien in die mit Blick auf die Rückzahlung sicheren Staatsanleihen, vor allem aus Deutschland und den USA um. Entsprechend fiel die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe erstmals seit Ende Juni wieder unter die Marke von 0,4 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere ging auf 2,20 Prozent zurück. Auch Gold war bei Anlegern wieder gefragter. Mit in der Spitze 2.187 Dollar kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) so viel wie zuletzt vor zwei Monaten.

An den Märkten gilt: erhöhte Vorsicht. In einen ernsthaften Krisenmodus sind die Börsen aber noch nicht umgeschwenkt. So brachte die letzte größere Korrekturbewegung im Zuge der Sorgen um die chinesische Konjunktur dem Dax im Jahr 2016 Abschläge von mehr als zehn Prozent. Zudem gehen die derzeitigen Abschläge vom Jahreshoch bei Deutschlands Leitindex laut Analysten immer noch hauptsächlich auf „heimische“ Faktoren wie den festen Euro und den Kartellverdacht gegen die großen deutschen Automobilbauer zurück. Sein Jahres- und gleichzeitig Allzeithoch hatte der Dax am 19. Juni bei 12.931 Punkten erreicht. Inzwischen liegt er gut sieben Prozent darunter. An der Wall Street dagegen ging die Rekordjagd in diesem Jahr noch bis zum vergangenen Dienstag weiter. Die großen Indizes liegen nur leicht unter ihren Allzeithochs.

Kommentare (1)

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Herr hartmut braune

14.08.2017, 16:54 Uhr

......alles nur Trallallallalla.....wie ich anderer Stelle.....in diesem Blatt schon schrieb....
Wieso und warum?
...nun....es stellen sich immer wieder die menschlichen Unzulänglichkeiten ein....nur einige davon...
..Profil-Neurotik..
...jetzt will.... und tu ich auch mal....mit Zündhölzern spielen.....steh jetzt überall drinn....in die Zeitungen von die Welt....runderum um de Kugel...
..Dummheit....
....es fehlen diesen Protagonisten und Verantwortlichen....ihrer Staaten.... viele viele Wochen + Monate....Nachhilfe-Unterricht....in fast allem....
was menschlicher Umgang bedeutet....Verantwortung ihrer untergebenen Bevölkerung zeigen ....Konsequenzen sich auszumalen...wenn sie das tun...woran sie denken.....
politisch verantwortliches Handeln...
....die Einheit + und die Gesamtheit der Menschen zu sehen....und sich darin als der jeweilige Staat....einzubetten.....
...friedliches Miteinander zu leben.....und so auch zu handeln....
....Kontakte zu den Völkern zu halten....diese zu pflegen....und auch durchzuführen....
man könnte.....unendlich weiter.....mit Schaufel und Gabel.....schürfen....und fördern.....aber dazu reicht hier nicht der Platz.....
....es ist einfach entsetzlich....mit welchen "falschen Fufzigern" wir im Moment zu tun haben...aber es ist eben so....und eine Umerziehung dieser Personen ist nicht möglich.....da auch unbelehrbar....und eben....dümmlich....

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