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04.02.2017

13:33 Uhr

Dax-Ausblick

Mit viel Schwung in die neue Woche

VonReiner Reichel

Gute Arbeitsmarktdaten aus den USA reißen den Dax auf den Weg ins Wochenende mit. Die in dieser Woche anstehenden Zahlen zur deutschen Volkswirtschaft sprechen für weiterhin gute Stimmung auf dem Aktienmarkt.

Erneut liegt der Fokus in der nächsten Woche in den USA. dpa

Start in die neue Börsenwoche

Erneut liegt der Fokus in der nächsten Woche in den USA.

DüsseldorfNach der Minus-Woche kam der Schub aus den USA für den Dax am Freitagnachmittag zur richtigen Zeit. Dort fielen die Arbeitsmarktdaten viel besser aus als gedacht. Es wurden weit mehr Stellen geschaffen als erwartet. Private Firmen und der Staat schufen im Januar insgesamt 227.000 Stellen. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 175.000 gerechnet.

Die separat ermittelte Erwerbslosenquote stieg hingegen um einen Tick auf 4,8 Prozent – sie ist damit nach Ansicht von Helaba-Volkswirt Ulrich Wortberg weiterhin gering: „Der Arbeitsmarkt tendiert in Richtung Vollbeschäftigung.“ Allerdings blieb der Anstieg der Stundenlöhne hinter den Erwartungen zurück, was Experten aber kaum irritiert: „Der Arbeitsmarkt legt einen fulminanten Jahresauftakt hin“, kommentierte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank die Zahlen aus den USA gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das deutsche Börsenbarometer Dax kletterte nach dem Rückenwind aus den USA um 0,2 Prozent auf 11.651 Punkte.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

So kann es ab Montag weitergehen. Denn von den anstehenden Konjunkturdaten erwarten die Auguren keine negativen Überraschungen. „Die deutsche Konjunktur ist in einer guten Verfassung“, resümiert die Helaba. Wie gut, werden die Zahlen zu den Auftragseingängen im Dezember am Montag, der Industrieproduktion am Dienstag und der Handelsbilanz am Donnerstag zeigen.

HSBC Global Research zufolge zeigen die Vorlaufindikatoren von Einkaufsmanagerindizes bis ifo-Geschäftsklimaindex keinen Anlass zur Sorge, dass die Daten schwächer ausfallen als erwartet. Auch in Frankreich, Italien und Großbritannien werden in der nächsten Woche Daten zur Industrieproduktion verkündet. In den USA wird sich am Freitag zeigen, ob auch die Konsumenten dem augenblicklichen Aufschwung trauen.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Die DZ-Bank hat ihre Prognose der Verbraucherpreise angehoben. Das Institut geht nun von einer Inflationsrate in der Europäischen Wirtschaftsunion im Mittel von 1,6 Prozent nach zuvor 1,3 Prozent aus. Die Analysten der DZ-Bank glauben nämlich, dass die Phase der im Jahresvergleich höheren Verbraucherpreisanstiege sich bis ins Frühjahr fortsetzen werde. Im Januar war die Jahresteuerung von 1,1 auf 1,8 Prozent hochgeschnellt, was an gestiegenen Energiekosten lag.

Gerade wegen der höheren Inflationsrate sieht die Commerzbank die Rentenmärkte der Eurozone am Scheideweg. Denn die höheren Inflationsraten erzeuge Abgabedruck, der durch die Risiken aus der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump verstärkt werde. Was sich bereits abzeichnet, sind höhere Risikoaufschläge auf griechische Anleihen. Denn das Risiko, dass Griechenland erneut fällige Schulden nicht zahlen kann, wächst. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Anleihe sprang bereits in der vergangenen Woche erstmals seit November wieder über acht Prozent.

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