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28.10.2011

19:41 Uhr

Dax-Ausblick

Nach der Kurs-Party droht die Ernüchterung

Aktien-Anleger haben die Beschlüsse des Euro-Gipfels mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. Doch die Euphorie könnte in Enttäuschung umschlagen, wenn es an die Umsetzung geht. In den Fokus rücken nun US-Konjunkturdaten.

Mündet die Euphorie am Aktienmarkt in Ernüchterung? dapd

Mündet die Euphorie am Aktienmarkt in Ernüchterung?

Frankfurt/DüsseldorfKommt sie oder kommt sie nicht, die große Erholungsrally am deutschen Aktienmarkt? Dass sich die Euro-Länder nun endlich auf ein weitreichendes Maßnahmenpaket zur Lösung der Schuldenkrise geeinigt haben, werten die meisten Analysten zwar als großen Fortschritt. „Fraglich ist allerdings, ob die Euphorie, mit der die Anleger am Donnerstag auf die Gipfel-Beschlüsse reagiert haben, anhält,“ sagt Tobias Basse, Aktienstratege bei der NordLB. 

Die Experten der Landesbank Berlin gehen davon aus, dass der Dax mittelfristig um die psychologisch wichtige 6.000-Punkte-Marke pendeln wird, nachdem er in der alten Woche bis auf 6.430 Zähler gestiegen ist. Im Prinzip würden mit den verkündeten Maßnahmen weiterhin nur die Symptome bekämpft, es erscheine daher wenig wahrscheinlich, dass die Schuldenkrise bereits beigelegt sei. Ein wirksamer Mechanismus zur Konsolidierung der Haushalte müsse an eine neutrale, überstaatliche Überwachungsinstanz mit Befugnissen über die nationale Geldpolitik gekoppelt sein, hieß es in einem Kommentar der Landesbank Berlin.

Interview zum Aktienmarkt: „Die Rally könnte bald auslaufen“

Interview zum Aktienmarkt

„Die Rally könnte bald auslaufen“

Euphorisch haben Anleger auf die Ergebnisse des Euro-Gipfels reagiert, doch für eine Entwarnung ist es zu früh, sagt Johannes Müller, Chefvolkswirt der DWS. Im Interview erklärt er, warum die Krise nicht vorbei ist.

Etwas optimistischer sind die Strategen der DZ Bank: Die Analysten prognostizieren eine durch die Beruhigung der europäischen Schuldenkrise ausgelöste Erholung der Finanzmärkte. Gepaart mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum und anstehenden Sparmaßnahmen der europäischen Krisenländer sehen sie den Dax zum Jahresende bei 6.200 Punkten.

Die Erleichterung nach den Gipfelbeschlüssen hat dem Leitindex in der alten Woche bis Freitagmittag ein Plus von gut sieben Prozent beschert. In den vergangenen Monaten hatten die Turbulenzen rund um die Euro-Krise und Rezessionsängste das deutsche Börsenbarometer auf Talfahrt geschickt. 

Börse Frankfurt am Abend

Video: Börse Frankfurt am Abend

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Anleger hoffen auf mehr Details zum Euro-Rettungspaket
Die Gipfel-Beschlüsse sehen vor, Griechenland die Hälfte seiner Schulden bei den Banken zu erlassen und den Euro-Rettungsschirm EFSF auf eine Billion Euro zu „hebeln“. Allerdings blieben zunächst noch viele Fragen offen. So muss Griechenland die Details des Schuldenschnitts noch mit den Banken aushandeln. Auch die beiden Modelle, mit denen die Mittel des EFSF effektiver eingesetzt werden sollen, sind noch nicht fertig.

Mehr Klarheit erhoffen sich die Anleger vom G20-Treffen am Donnerstag und Freitag in Cannes. „Die Politiker dürften offene Fragen zur externen Finanzierung der EFSF-Hebelung und des zweiten Hilfspakets für Griechenland erörtern“, erklärt Commerzbank-Experte Alexander Aldinger.

Fest steht: Der Schuldenschnitt für Griechenland wird nicht ausreichen, wenn nicht entsprechende wirtschaftspolitische Reformen eingeleitet werden. Die beschlossenen Reformen und Sparmaßnahmen müssen umgesetzt werden, um das Vertrauen der Märkte auf lange Sicht zurückzugewinnen. Auch die Reformschritte in Italien und Spanien dürften Börsianer mit Argusaugen verfolgen. Zudem stehen die politische Handlungsfähigkeit Italiens und der drohende Verlust des Toprating für Frankreich auf der Agenda. Die Staatsschuldenkrise ist noch längst nicht gelöst - Politik und Europäische Zentralbank werden in den kommenden Wochen und Monaten gefordert bleiben.

Kommentare (15)

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lowabras

28.10.2011, 17:30 Uhr

Details koennen die Anleger hier bekommen: http://steuerembargo.co.de/component/k2/item/84-abfuhr-fuer-diktatur-aus-rettungsschirm-wird-regenschirm.html

RobbieFfm

28.10.2011, 19:55 Uhr

Liebe Kommentatoren des Handelsblatts und anderer Medien,
seit Wochen werden jegliche Erholungstendenzen der Wirtschaft von Ihnen ignoriert, es wird immer wieder auf den nächsten Rückschlag verwiesen. Bitte akzeptieren Sie die Fakten: der Markt erholt sich gerade. vor wenigen Wochen haben wir um die 5000er Marke gekämpft und es wurde bereits davon gesprochen, dass auch die 4000er Marke nicht unerreichbar sei, da der Abwärtsstrudel lange nicht beendet sei. Sie nehmen selbst teil an der Herbeirederei der nächsten Krise. Die Ausprägung der aktuellen Krise hat sich sicherlich durch die Berichterstattung der Medien erheblich vergrößert. Trotz anhaltender Probleme sieht die situation längst nicht so zappenduster aus wie Sie es uns glauben machen wollen. Ich für meinen Teil bin auch während der Krise voll in Aktien investiert gewesen und werde es blieben. Auch entwickelt sich mein eigenes Unternehmen prächtig. Man könnte fast glauben, dass einige Spekulanten, die eine auf eine viel miesere Entwicklung des Marktes gesetzt haben, nun auch Einfluss auf die Medien nehmen, um diese tatsächlich zu erreichen...

US_Problem

28.10.2011, 21:58 Uhr

"Die Vereinigten Staaten haben ein nationales Budget von 3,8 Billionen Dollar (3,800,000,000,000) und eine Staatsverschuldung von 14,8 Billionen (14,600,000,000,000). Um die Größe des Problems zu verstehen und die Unzulänglichkeit einer Lösung , schlägt Financial Analyst Ross Clark das Entfernen einiger Nullen aus diesen Zahlen und bringt sie in Zusammenhang mit einem jährlichen Familieneinkommen von $21.700. Die Familie gibt aber $ 38.200 aus und muss jedes Jahr ein zusätzlichen Kredit von $ 16.500 aufnehmen, der sich mittlerweile auf 142.710 Dollar angehäuft hat.
Diese Zahlen sind absolut proportional zu dem, was sich heute in den Vereinigten Staaten abspielt. Und was glauben Sie, wie viel die USA dieses Jahr ihrem Defizit stutzen werden? Die Zahl hört sich großartig an, aber wenn wir sie vergleichbar in unser Familien-Szenario einsetzen, sind es nur 385 Dollar!!! Sie steigern die Schulden mit $16.500 pro Jahr und sie haben bereits $142.000 Schulden. Das ist genau proportional, zu dem was die USA tun und die unzureichende Lösung für das Problem.
.
Das Problem hat fuer die USA erst begonnen. ....Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Finanzmärkte Druck auf die USA ausüben werden.
Finanziell laufen die US-direkt hinter Griechenland und Italien.

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