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11.01.2014

09:15 Uhr

Dax-Ausblick

Nervöser Blick auf den Bremspunkt der Fed

Wie lange halten die Notenbanken an ihrer Niedrigzinspolitik fest? Daten vom Arbeitsmarkt und der Konjunktur sollten Anleger in der nächsten Börsenwoche genau beobachten. Ebenso den Start der Berichtssaison.

Händler in Frankfurt: Wie schon am Freitag werden auch in der nächsten Woche US-Konjunkturdaten im Fokus stehen. ap

Händler in Frankfurt: Wie schon am Freitag werden auch in der nächsten Woche US-Konjunkturdaten im Fokus stehen.

FrankfurtDie schwachen US-Arbeitsmarkt haben die Anleger mit einem Fragezeichen zurückgelassen. Der am Freitag veröffentlichte amtliche Bericht bringt die Börsianer vor die entscheidende Frage, wie schnell die US-Notenbank ihre Konjunkturmaßnahmen zurückfahren wird. Wie sich die überraschend schwachen Zahlen kurzfristig auf die Notenbank auswirken werden, da gingen die Meinungen unter den Experten auseinander.

„Die niedrige Zahl der neuen Jobs ist nach den guten Vormonatsdaten eigentlich nicht zu erklären“, sagte Rainer Sartoris, Analyst bei HSBC Trinkaus. „Es handelt sich offensichtlich um einem Ausrutscher, den man nicht überbewerten sollte.“ Die Fed werde sich deswegen sicherlich nicht von ihrer derzeitigen geldpolitischen Strategie abbringen lassen.

Andere Experten zeigten sich anderer Meinung. So entgegnete Erik Welne, Marktanalyst bei FXCM mit Skepis: Die schlechten Arbeitsmarktdaten dürften die Fed zu einer abwartenden Haltung zwingen. „Das Tapering dürfte im Februar nicht weitergeführt werden“, sagte er. In der nächsten Woche stehen vor allem weitere US-Konjunkturdaten im Fokus, die den Akteuren ein genaueres Gesamtbild vermitteln.

Charts der Woche: Diese Aktien starten durch

Charts der Woche

Diese Aktien starten durch

Für Anleger startet das neue Jahr durchwachsen. Einige Aktien legen kräftig zu, andere machen schlapp. Wieso einstige Sorgenkinder durchstarten und frühere Erfolgstitel einknicken, zeigen die Charts der Woche.

Die Aktienrally wird dank der anhaltenden Geldflut der Notenbanken in der neuen Börsenwoche voraussichtlich weitergehen. „Die Stimmung bleibt gut“, fasst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank zusammen. Von Seiten der Zentralbanken habe es bislang kein Störfeuer gegeben, womit der Weg für neue Höchststände frei bleibe. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt bekräftigt, dass trotz der langsamen Wirtschaftserholung in Europa noch zahlreiche Risiken vorhanden seien.

Deshalb werde die EZB noch für längere Zeit die Zinsen nicht anheben und die Märkte mit billigem Geld versorgen. „Gute Voraussetzungen für einen freundlichen Aktienmarkt - und das trotz der sehr guten Entwicklungen im vergangenen Jahr“, sagen die Strategen der Weberbank.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

2013 hatte der deutsche Leitindex rund 26 Prozent zugelegt, deshalb hatten Investoren zu Jahresanfang erst einmal Gewinne mitgenommen. In der zu Ende gehenden Woche gelang dem Dax bis zum Freitagabend bei einem Stand von 9469 Punkten dann wieder ein Plus von 0,4 Prozent.

Die begonnene Reduzierung der Anleihekäufe der US-Notenbank Fed haben die Anleger bislang gut weggesteckt. Das Handeln der Notenbank stärkt Strategen zufolge die Hoffnung auf ein schwungvolles Wirtschaftswachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft und macht riskantere Anlagen wie Aktien attraktiv. Auch wenn die überraschend schwach ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen die Konjunkturhoffnung etwas dämpften.

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