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17.08.2013

09:19 Uhr

Dax-Ausblick

Notenbank-Krimi hält Dax auf Trapp

Die Börsen warten auf eine Entscheidung der Fed. Solange aber die Notenbank dieser aus dem Weg geht, beherrscht Unsicherheit das Marktgeschehen. Dax-Anleger müssen in der kommenden Woche starke Nerven haben.

Wann wird die Fed ihre geldpolitischen Zügel anziehen? Diese Frage stellen sich auch die Händler in Frankfurt. dapd

Wann wird die Fed ihre geldpolitischen Zügel anziehen? Diese Frage stellen sich auch die Händler in Frankfurt.

Die Federal Reserve kommt aus dem Zaudern nicht heraus. Mal steht ein Stopp des Anleihekaufprogramms kurz bevor, dann wieder wird spekuliert, dass sich die Notenbanker um Ben Bernanke noch Zeit lassen werden.

Die Konsequenz des dauernden Hin und Hers: An den Börsen wird kaum noch gehandelt und zwar aus Angst. Die Umsätze dümpeln seit Tagen weit unter dem normalen Niveau. Kein Anleger will sich zu sehr aus dem Fenster lehnen. Positionen haben meist nur einen Tag lang bestand. Längere Investitionen will kaum einer riskieren.

Der Deutsche Aktien hat deswegen in der vergangenen Woche keine eindeutige Position beziehen können. Auf Wochensicht bleibt ihm nur ein mageres Plus von 0,6 Prozent.

"Der Dax wird in den kommenden Wochen in einer Spanne von 8150 bis 8450 Punkten gefangen bleiben", sagt Carsten Klude, Aktienstratege bei MM Warburg. Ein Ausbruch sei frühestens Anfang September zu erwarten, wenn der Offenmarktausschuss der Fed erneut zusammentritt, um über eine Drosselung der Wertpapier-Käufe zu beraten.

Bislang kauft die Fed zur Ankurbelung der US-Konjunktur monatlich Anleihen und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf. US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte vor einigen Wochen angekündigt, den Geldhahn ab Jahresende langsam zudrehen zu wollen, sofern sich die US-Konjunktur weiter erhole.

Der Beginn des sogenannten "Tapering" im September sei entgegen der allgemeinen Markterwartung noch nicht ausgemacht, betont Klude. Das "Tapering" werde aber auf jeden Fall vor Jahresende beginnen, fügt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann hinzu. Da gleichzeitig eine Straffung der europäischen Geldpolitik auf absehbare Zeit nicht zu erwarten sei, werde der Euro sein aktuelles Niveau von 1,33 Dollar mittelfristig nicht halten können. "Selbst eine weitere Zinssenkung ist bei einer Serie von enttäuschenden Konjunkturdaten noch nicht völlig vom Tisch."

Alljährliches Notenbanker-Treffen in Jackson Hole
Von Notenbank-Seite erwarten Börsianer keine neuen Hinweise auf den Startschuss für das "Tapering". Die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle (Mittwoch) des Offenmarktausschusses werde wohl keine Überraschungen bereithalten. Gleiches gelte für das am Donnerstag beginnende alljährliche Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Mit Bernanke, Mario Draghi (EZB) und Jens Weidmann (Bundesbank) fehlen drei Führungsfiguren.

Abseits der Notenbank-Spekulationen steht eine Personalie besonders im Fokus: Ben Bernanke. Allerdings sind es nicht seine Worte zur Geldpolitik der Notenbank, die im Mittelpunkt des Interesses liegen, sondern er in persona. Denn abseits seiner Kommentare zu Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten dürfte seine bevorstehende Ablösung als Notenbank-Chef einen erheblichen Anteil an der Entscheidung haben, wann die Zügel der Geldpolitik der Fed angezogen werden.

Kommentare (27)

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Account gelöscht!

17.08.2013, 09:36 Uhr

Es wäre hilfreich, den Begriff "Tapering" zu erläutern.

Account gelöscht!

17.08.2013, 10:06 Uhr

Ich denke, damit wird das "Tapezieren" der Wände mit wertlosen US-Anleihen gemeint sein:-)

"To taper" heisst schlicht reduzieren oder drosseln. Der Autor hätte also auch einfach auf die mögliche Reduktion des FED-Kaufprogramms verweisen können, aber da im Originalartikel, aus dem er abgeschrieben hat wohl "Tapering" stand, war das wohl die einfachere Wahl.

Unwissender

17.08.2013, 10:44 Uhr

Können Sie mir auch die Überschrift "den Dax auf Trapp halten" erläutern?

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