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09.05.2015

13:30 Uhr

Dax-Ausblick

Nur ein reinigendes Gewitter?

VonJürgen Röder

Nach der jüngsten Achterbahnfahrt am deutschen Aktienmarkt müssen sich Anleger weiter auf heftige Kursschwankungen gefasst machen. Doch das Lager der Optimisten wächst. Wann die Korrektur zu Ende sein könnte.

Schwacher Dax

„Nutzen Sie den Rücksetzer zum Einstieg“

Schwacher Dax: „Nutzen Sie den Rücksetzer zum Einstieg“

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DüsseldorfEin bunter Strauß an Quartalszahlen sowie zahlreiche Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks sollten die Investoren auf Trab halten. „Es bleibt unruhig“, sagt ein Händler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Im Fokus steht auch die Kursentwicklung beim Euro, die seit Wochen über Wohl und Wehe des Leitindex entscheidet.

Da die Gemeinschaftswährung in den ersten Monaten des Jahres stark schwächelte, ging es für den Dax zunächst steil bergauf – schließlich machen niedrigere Euro-Kurse europäische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Inzwischen hat sich das Bild allerdings gedreht: Der Euro zieht wieder an und der Dax legt den Rückwärtsgang ein. Seit Mitte April verlor er in der Spitze mehr als neun Prozent, auf Wochensicht schwankte er heftig um die Marke von 11.500 Punkten.

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Nach einer Reihe enttäuschender US-Konjunkturdaten setzten zuletzt immer mehr Anleger auf eine spätere Erhöhung der Zinsen in den USA. Der Euro markierte daher am Donnerstag ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von knapp 1,14 Dollar, nachdem er Mitte März zeitweise bei 1,0456 Dollar notiert hatte. An der Wall Street musste der Dow-Jones-Index auf Wochensicht leichte Einbußen hinnehmen.

„Keine Frage, deutsche Aktien waren im April überkauft“, meint Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie Baader Bank. Außerdem nähere sich die „Fütterungssaison“ der Anleger – die Dividendenzeit – bald ihrem Ende. Und die immer noch unbeantwortete griechische Frage sorge auch nicht gerade für positive Aktienlaune.

Doch Halver hat keine strukturellen Zweifel an Aktien, die zu nachhaltigen Gewinnmitnahmen animieren und sogar einen Crash nahelegen würden. Weder werde der Euro zu einer Starkwährung, noch werden wirklich höhere Renditen bei Zinsanlagen Aktien ernsthafte Konkurrenz machen. „Eher ist von einem reinigenden Gewitter, einer vorübergehenden Korrektur auszugehen“, sagt er.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

„Die Korrektur ist eine Chance“, meint auch Oliver Postler. Vor allem europäische Aktien bieten gute Chancen, ist der Chefanlagestratege im Private Banking & Wealth Management der Hypo-Vereinsbank überzeugt. Dass nach einem Kursplus von mehr als 20 Prozent in nur drei Monaten eine Korrektur kommen würde, war für ihn zu erwarten. „Aber das ist auch eine Chance, Positionen aufzustocken oder zu günstigeren Preisen in den Markt zu kommen“.

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