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21.02.2015

17:26 Uhr

Dax-Ausblick

Showdown um Griechenland

VonJürgen Röder

Krise, was für eine Krise? Angesichts des griechischen Schuldenstreits sind die Finanzmärkte erstaunlich entspannt. Doch was passiert, wenn der griechische Sparplan am Montag abgelehnt wird? Die Szenarien der Experten.

Am Freitag schaffte der Dax den Sprung über die Marke von 11.000 Punkten. AFP

Rekordzahl

Am Freitag schaffte der Dax den Sprung über die Marke von 11.000 Punkten.

FrankfurtDer Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern dürfte die Finanzmärkte auch in der neuen Woche prägen. Denn die Verhandlungen des Mittelmeer-Anrainers mit seinen Gläubigern sind richtungsweisend für die Reformaussichten in anderen südeuropäischer Krisenstaaten. Zwar haben sich die Euro-Gruppe und Griechenland auf eine viermonatige Verlängerung des Hilfsprogramms geeinigt, doch Griechenland muss am Montag noch einen Sparplan vorlegen, der von der Euro-Gruppe akzeptiert werden muss.

Die Aufmerksamkeit richte sich dabei vor allem auf Spanien, wo im Jahresverlauf Parlamentswahlen geplant sind, sagte Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM. Da die Sparkurs-kritische „Podemos“-Bewegung Chancen habe, stärkste Kraft zu werden, müsse in den kommenden Wochen mit einem bereits überfälligen Rücksetzer des Dax gerechnet werden.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

In der vergangenen Woche bewegte sich der Leitindex zunächst kaum, markiert aber am Donnerstag und Freitag neue Allzeithochs. „Die Finanzmärkte zeigen sich erstaunlich entspannt. Sie erwarten, dass in der griechischen Frage entweder eine Einigung erzielt wird oder bei einem Grexit eine Ansteckungsgefahr auf andere Euro-Länder durch die Sicherungsinstrumente und vor allem die EZB verhindert wird“, analysiert Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie der Baader Bank.

Für ihn zeigen offensichtlich die Poker-Qualitäten des griechischen Finanzministers Wirkung bei den Gläubigern, die nun grundsätzlich zu Kompromissen bereit seien. „Rein theoretisch könnte noch bis etwa Mitte März ein Kompromiss zwischen den Gläubigern und Griechenland gefunden werden“, meint Halver. Bis dahin könne sich Griechenland mit Notfallkrediten der EZB an die griechischen Banken durchwurschteln.

Für den Experten hätte ein Grexit, ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone, „an den Finanzmärkten zunächst eine ähnliche Wirkung wie der Aschermittwoch auf den Karnevalisten“. Ein gehöriger Kursrutsch, der beispielsweise den Dax auf 10.000 Punkte fallen ließe, wäre für ihn zunächst zu erwarten.

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