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02.06.2012

08:34 Uhr

Dax-Ausblick

Sorgen um die Währungsunion belasten die Märkte

Der Dax steht vor einer harten Woche. Nach dem Kursrutsch am Freitag rechen Marktexperten mit weiteren Verlusten. Vor allem die Schuldenkrise und die fragliche Zukunft der Währungsunion belasten den Index.

Auch in der neuen Woche könnte es für den Dax schwierig werden. Reuters

Auch in der neuen Woche könnte es für den Dax schwierig werden.

Frankfurt, DüsseldorfDer Dax hat eine verlustreiche Woche hinter sich. Mehr als vier Prozent büßte der Index in den vergangenen Tagen ein. Für den Dax lief es im Mai schlecht - mehr als sieben Prozent hat er verloren. Nach enttäuschenden Jobdaten aus Amerika schloss das Börsenbarometer am Freitag mit 6.050 Punkten. Zeitweise hatte der Kursrutsch den Leitindex sogar auf 6.008 Punkte gedrückt. Viele Anleger scheinen der alten Börsenweisheit „Sell in May - and go away“ gefolgt sein.

Grund für die insgesamt schwachen Zahlen ist vor allem die europäische Schuldenkrise. Ob die Währungsunion hält oder zerfällt, ist weiterhin unklar und belastet die Märkte. Entsprechend düster sind die Aussichten für die kommende Woche.

„Selbst wenn sich der Dax hier und da mal aufbäumen sollte, geht die Tendenz insgesamt doch weiter nach unten“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege bei der NordLB. „Die Schuldenkrise ist und bleibt der entscheidende Belastungsfaktor.“ Neben der Angst vor einem möglichen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone rückten zuletzt die sich verschärfenden Probleme im spanischen Bankensektor in den Fokus.

Dass Anleger verunsichert sind, zeigt sich auch an den immer neuen Rekordtiefständen bei Bundesanleihen und der weiteren Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, schreiben die Analysten der DZ Bank in ihrer Wertpapierstrategie. Sie halten es für wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte „weiterhin sehr volatil bleiben und per saldo auch noch etwas fallen können“.

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Damit sich der Dax im zweiten Halbjahr über der 6.000-Punkte-Marke hält, sind nach Einschätzung der Commerzbank Antworten der Politik gefragt. „Denkbar wäre ein Hilfsfonds, der Banken der Peripherieländer rekapitalisiert, ohne dass sich die Staaten an den Rettungsfonds ESM wenden müssen“, schreibt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, in einem Kommentar. Es sei auch nicht auszuschließen, dass sich die EZB in einer Phase sehr hoher Unsicherheit zu einem weiteren Mehrjahrestender durchringe. Die Frankfurter Währungshüter hatten dem Finanzsystem zwischen Dezember und Februar bereits mehr als eine Billion Euro an Billig-Krediten verabreicht, um damit den angeschlagenen Bankensektor in der Euro-Zone zu stabilisieren.

Mit großer Spannung wird daher die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch erwartet. Experten erhoffen sich von den Konjunktur-Prognosen der Notenbank-Mitarbeiter auch Hinweise darauf, ob und wann die Währungshüter die Geldpolitik lockern werden. Im Juni selbst erwarten die Experten allerdings noch keine Senkung der Zinsen. Am Folgetag treffen sich die Spitzen der Bank of England (BoE). Hier rechnet ebenfalls niemand mit einer Veränderung.

Kommentare (14)

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02.06.2012, 09:32 Uhr

Das ganze Dilemma hat der Blogger James Cole trefflichst zusammengefasst:
"There are two worlds, the world of the average person who works and competes in a cut throat world of free wheeling capitalism. The there is the other world of artificially created socialist no lose banking, in which central banks and governments conspire to make a banking world that borders on out and out communism. "

Account gelöscht!

02.06.2012, 09:41 Uhr

*g*
Also ist es wirklich schon soweit. Der Sozialismus (die Gemeinschaft der Arbeitnehmer) subventioniert den Kapitalismus. Wer arbeitet denn nun für wen? Verdrängungswettbewerb mal anders.

pensionskonto.de

02.06.2012, 10:37 Uhr

Exzessive Verschuldungspolitik und Null-Zins-Politik - es schaut danach aus, als ob das größte Experiment der Geldgeschichte sich seinem letzten Kapitel nähert.
Totz massivster Geldsprizen brechen Börsen und Konjunktur ein. Jetzt heißt´s warm anziehen!

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