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20.05.2017

13:01 Uhr

Dax-Ausblick

Trump macht Anleger nervös

VonJessica Schwarzer

Hinter Börsianern liegt eine schwache Woche. Aber ist das schon ein Vorbote für heftigere Kurseinbrüche? Experten glauben das nicht, doch unterschätzen sollten Anleger den „Trump-Faktor“ auch nicht.

Dax-Ausblick

110 Milliarden Dollar – Trump triumphiert nach Saudi-Deal

Dax-Ausblick: 110 Milliarden Dollar – Trump triumphiert nach Saudi-Deal

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DüsseldorfEs war eine emotionale Woche für Anleger: Am Dienstag markierte der Dax bei 12.841 Punkten ein neues Rekordhoch. Doch die Freude währte nur kurz, dann ging es abwärts. Immerhin hat sich Deutschlands wichtiges Börsenbarometer davon weitestgehend erholt – trotzdem ist die Wochenbilanz negativ.

Gut ein Prozent hat der Dax auf Wochensicht verloren. „Nach der anfänglichen Aufregung bezüglich der chaotischen Zustände im Weißen Haus scheinen sich die Gemüter der Marktteilnehmer wieder zu beruhigen“, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Trotzdem bleibt US-Präsident Donald Trump wohl auch in der kommenden Woche das bestimmende Thema auf dem Parkett – auch diesseits des Altlantiks.

Börsianer warnten vor verfrühtem Optimismus. „Der Skandal in Washington ist nicht verschwunden und auch nicht die Nervosität von Anlegern. Ein zu früher Wiedereinstieg könnte sich als teuer erweisen", sagte David Madden, Marktanalyst vom Broker CMC Markets.

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Die Euphorie weicht der Ernüchterung: Der deutsche Aktienmarkt hat eine schwache Woche hinter sich. Nur wenige Unternehmen in Dax und Co. konnten Kursgewinne verzeichnen. Die Top 10 der größten Sprünge.

Besonders der steigende Euro könne sich auf Dauer negativ für die Aktienmärkte auswirken, da dann die europäischen Waren im Welthandel teurer werden und die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Firmen sinkt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Freitag zeitweise fast ein halbes Prozent fester bei 1,1143 Euro.

Solche Niveaus gab es zuletzt vor der Wahl Trumps im November 2016. Seither war vor allem der Dollar gefragt, weil Anleger auf einen Wirtschaftsboom in den USA spekulierten. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Steuern zu senken und mehr Geld für Infrastrukturprojekte auszugeben.

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Die Krise im Weißen Haus trifft besonders Goldman Sachs und andere Banken. Die zunehmenden Spannungen gefährden die Umsetzung der politischen Pläne, deren Erfolg die Kurse schon vorweg genommen hatten.

Doch wann löst Trump seine Wahlversprechen endlich ein? „Sicherlich werden die Umsetzungen der Trumponomics verzögert“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Ohnehin seien Steuersenkungen Marathonläufe, keine Sprints. Trumps wichtigstes Kern-Wahlversprechen, nämlich Jobs zu schaffen, drohe ebenfalls an Kraft zu verlieren. Nach zunächst groß angekündigten Einstellungsverheißungen der US-Automobilindustrie kündigt Ford rund 1400 Stellenstreichungen an, und bei General Motors sieht man sogar einen Abschwung mit Kündigungen von theoretisch etwa 30 Prozent der Mitarbeiter.

„Die Aktienmärkte zeigen sich durchaus angeschlagen“, sagt Halver. So sei die Risikoeinschätzung gemäß S&P 500 Volatility Index klar aufwärtsgerichtet. „In dessen Fahrwasser hat auch die Schwankungsbreite deutscher Aktien wieder zugenommen.“ Sicherlich ist die Situation ein willkommenes Argument für viele Anleger, die seit Jahresanfang üppig angefallenen Kursgewinne am Aktienmarkt mitzunehmen. Für einen massiven Aktieneinbruch in den USA mit Kollateralschäden auch für europäische Aktienmärkte spreche derzeit nichts, eine gesunde Konsolidierung schließt Halver aber nicht aus.

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