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30.11.2013

17:35 Uhr

Dax-Ausblick

„Und täglich grüßt das Allzeithoch“

Erneut eine Woche der Rekorde, erneut machen die Notenbanken die Musik. Aber wie lange noch? In den kommenden Handelstagen verraten US-Arbeitsmarktdaten mehr. Auch der EZB-Rat wird tagen. Kommt der negative Einlagenzins?

Händler in Frankfurt: Nach unzähligen Höchstständen ging der Dax auch die vierte Woche in Folge im Plus aus dem Handel. Reuters

Händler in Frankfurt: Nach unzähligen Höchstständen ging der Dax auch die vierte Woche in Folge im Plus aus dem Handel.

Die vergangene Handelswoche schloss der deutsche Leitindex bei 9405 Punkten schon wieder mit einem Rekord. Doch es mehren sich die Stimmen, die von einer Korrektur ausgehen. Wann diese kommt., hängt maßgeblich von den Notenbankern in Washington, Frankfurt und Tokio ab.

Seit Wochen ist es das gleiche Spiel: Die Börsen weltweit werden von der Geldpolitik der Fed, der EZB und der Bank of Japan zu neuen Höchstständen getrieben. Solange die Konjunktur nur verhalten wächst, geht das Treiben so weiter. Doch wie lang kann das gut gehen, wenn die Anleger bei kleinsten Anzeichen von zu starkem konjunkturellem Aufschwung gleich zurückschrecken und die Börsen zum Beben bringen?

So dürfte für vorweihnachtliche Besinnlichkeit bei Börsianern in den kommenden Tagen wohl der Nerv fehlen. Vielmehr dürfte sie die Rekordjagd am Aktienmarkt weiter auf Trab halten, das schätzen zumindest Aktienstrategen. "Es geht weiter nach oben", zeigt sich Carsten Klude von MM Warburg überzeugt. Dass die Börsenrally inzwischen seit Monaten anhält, beunruhigt ihn nicht.

Er verweist stattdessen darauf, dass viele hiesige Anleger nach wie vor nicht investiert seien und auf günstige Einstiegsgelegenheiten hofften. „So viele warten auf eine Korrektur. Das dürfte zumindest ein Grund dafür sein, dass es weiter nach oben geht.“

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Nachdem der Dax nun die vierte Woche hintereinander im großen Plus beendete und von einem Höchstand zum nächsten eilt, kommentieren die Aktienstrategen der Landesbank Berlin (LBB) süffisant: „Und täglich grüßt das Allzeithoch“.

Allerdings teilen sie den Optimismus anderer Börsianer nicht. Sie weisen stattdessen darauf hin, dass am Aktienmarkt positive Faktoren - wie die von den Notenbanken großzügig zur Verfügung gestellte Liquidität - längst eingepreist seien. Auch seien bereits Vorschusslorbeeren für die Konjunktur und das Abarbeiten der Schuldenkrise verteilt worden. Die LBB hält deshalb eine Korrektur in den kommenden Wochen für wahrscheinlich.

Den Ton am Markt dürften in der kommenden Woche wieder einmal die Notenbanken angeben. Am Donnerstag tagt der Zentralbankrat der EZB. Die jüngste Zinssenkung auf rekordniedrige 0,25 Prozent hat für Aufregung gesorgt, und in den vergangenen Tagen haben etliche Zentralbanker potenzielle weitere Lockerungen durchdiskutiert. Besonders heikel für Investoren ist die Frage, ob die EZB einen negativen Einlagezins wagen wird.

„Während eine Zinssenkung nach dem jüngsten Schritt eher Aktionismus signalisieren würde, scheint eins sicher: Tabus kennt die EZB keine mehr“, sagt Kapitalmarktstratege Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Ebenfalls am Donnerstag gibt die Bank of England ihren Zinsentscheid bekannt.

Richtungsweisend für das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed könnten zudem die US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag und Freitag werden. Die Fed hat ihr weiteres Vorgehen von der Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse abhängig gemacht. Von den neuen Statistiken erhoffen sich Investoren deshalb wichtige Signale, wann mit einer Drosselung der milliardenschweren Fed-Konjunkturhilfen zu rechnen ist.

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