Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2010

15:46 Uhr

Dax-Ausblick

Unternehmen müssen jetzt liefern

Ein Dax über 6 000 Punkten fordert die Investoren heraus: Springen sie auf den fahrenden Zug auf - oder bremsen sie ihn aus? In der kommenden Woche geht es auf dem Aktienmarkt erst richtig los, sagen Börsianer. Dann werden die Investoren vor allem auf die Unternehmen blicken. Die öffnen ihre Bücher - da muss sich zeigen, wie es um Erträge und Aussichten steht. Einige interessante Termine stehen bereits im Kalender.

Anleger erwarten gespannt die kommende Börsenwoche. Quelle: Handelsblatt

Anleger erwarten gespannt die kommende Börsenwoche.

HB FRANKFURT. Zielstrebig hatte der deutsche Leitindex zum Jahresende hin die 6 000er-Linie angepeilt und auch erreicht. In der ersten Handelswoche des neuen Jahres konnte der Dax dieses Niveau halten - mehr oder weniger, wie zum Beispiel die Reaktion auf den US-Arbeitsmarktbericht zeigte. Enttäuscht reagierte die Börse auf den höher als erwartet ausgefallenen Beschäftigungsabbau in der größten Volkswirtschaft der Welt. Die zunächst aufgegebene 6 000er-Messlatte eroberte der Dax aber wieder zurück.

In der neuen Woche schlägt nun dem Aktienmarkt in Deutschland die Stunde der Wahrheit, glauben Börsianer: Die aus dem Weihnachtsurlaub zurückkehrenden Anleger werden mit einem höheren Dax konfrontiert als vor den Feiertagen. Am Freitag vor Weihnachten hatte sich der Index bei 5 831 Punkten in die Winterpause verabschiedet. Danach schrumpften die Umsätze zeitweise dramatisch. Das Plus von deutlich mehr als drei Prozent steht daher nach Einschätzung vieler Beobachter auf tönernen Füßen. "Richtig zur Sache geht es erst, wenn alle wieder da sind", schallte es in der abgelaufenen Woche wie ein Echo aus den Handelsabteilungen der Banken.

Spannend wird jetzt die Frage: Gehen die Investoren auf dem hohen Niveau mit - oder wird es ihnen zu mulmig? Nun rückt vor allem die Ertragslage der Unternehmen wieder ins Rampenlicht. Die Berichtssaison zum vierten Quartal 2009 startet. Wie üblich leitet sie der Aluminiumkonzern Alcoa in den USA ein. Georg Schuh, CIO bei DB Advisors, dem Vermögensverwalter für institutionelle Kunden der Deutschen Bank, zählt zu den Optimisten: Bereits seit sieben Monaten hätten Analysten ihre Gewinnschätzungen wieder nach oben revidiert. "Diese Verbesserungen kamen bis jetzt überwiegend durch starke Kostensenkungen; Umsatzsteigerungen sind bis jetzt noch in einem zu geringen Ausmaß berücksichtigt. Bei einem Wirtschaftsaufschwung werden also die Gewinne weiter nach oben überraschen", sagte Schuh im Gespräch mit Handelsblatt.com.

Andere Beobachter führen die nach wie vor hohe Liquidität als Argument für einen steigenden oder zumindest stabilen Markt an. "Nach dem guten Start ins neue Jahr werden einige den Druck verspüren, aktiv zu sein", erwartet zum Beispiel Carsten Klude, Aktienstratege bei MM Warburg. "Sie könnten Angst haben, dass ihnen der Markt davonläuft." Klude sieht den Dax in Richtung 6 150 oder 6 200 Punkte laufen. Sein Kollege Michael Köhler von der LBBW hält den Bereich um 6 000 Punkte für ein "Gravitationszentrum". Wie sich der Leitindex entwickle, hänge vom Start der Bilanzsaison in den USA ab.

„Der Aufwärtstrend an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten ist nach wie vor intakt“, meint Alexander Lukas von der Weberbank. Die von Analysten für das Jahr 2010 erwarteten Unternehmensgewinne hält er aber „für sehr ehrgeizig und bereits in den Kursen eingepreist“. Lukas sieht zudem einige Signale Alarm schlagen, „sodass wir davon ausgehen, dass die Rally in den nächsten Wochen zum Erliegen kommen wird“. Wer jetzt noch in den Aktienmarkt einsteigt, solle „einen kurzfristigen Anlagehorizont haben und die Bereitschaft mitbringen, sich im Falle einer Trendumkehr schnell von seinen Aktien zu trennen“. Die Weberbank hält die Aktienmärkte nicht mehr für günstig bewertet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×