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14.02.2015

16:10 Uhr

Dax-Ausblick

Wann endet die Rekordjagd?

VonJens Hagen

Seit sechs Jahren hält die Hausse beim Dax. Am Freitag sprang der Leitindex über die Marke von 11.000 Punkten. In der kommenden Woche dürfte es für Anleger wieder spannend werden. Nicht nur wegen Griechenland.

Am Freitag schaffte der Dax den Sprung über die Marke von 11.000 Punkten. AFP

Rekordzahl

Am Freitag schaffte der Dax den Sprung über die Marke von 11.000 Punkten.

DüsseldorfNormalerweise gilt die SPD nicht als Partei der Geldanleger. Wenn es um Griechenland geht, dürfte Joachim Poß, Mitglied im Parteivorstand der SPD, aber vielen Aktionären aus dem Herzen sprechen. „Der griechische Finanzminister Varoufakis hat mit seiner bisherigen Amtsführung eindrucksvoll demonstriert, dass er den Anforderungen eines solchen Amtes nicht gewachsen ist“, erklärt Poß schriftlich in einer Rund-Mail. „Im Interesse des griechischen Volkes sollte Ministerpräsident Tsipras angesichts der schwierigen Situation erwägen, Herrn Varoufakis durch eine politisch erfahrene, realitätstüchtige Person zu ersetzen.“

In der Tat könnte die griechische Vabanque-Politik den Anlegern in der kommenden Woche einen Strich durch die zuletzt durchweg positive Bilanz machen. Anfang der Woche möchten die Finanzminister der Euro-Zone nach den erfolglosen Gesprächen der alten Woche erneut über eine Lösung des Schuldenstreits beraten. Ein Scheitern könnte viele Aktien belasten. Am Freitag hatte der Dax das erste Mal in seiner Geschichte die magische 11.000-Punkte-Marke geknackt, seit Jahresbeginn kommt er bereits auf ein Plus von mehr als zwölf Prozent.

Die erfolgsverwöhnten Anleger schauen deshalb auf Hellas: Spätestens am Montag muss Griechenland eine Verlängerung des Ende Februar auslaufenden Hilfsprogramms beantragen, da dem Mittelmeer-Anrainer sonst die Staatspleite droht. Zuletzt hatten die Euro-Partner wie auch Griechenland ihren Willen zu einer Einigung beteuert.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Eine mögliche Lösung könnte nach Ansicht der Analysten der hessischen Landesbank wie folgt aussehen: „Das Hilfsprogramm wird unter neuem Namen – Expertenmission – fortgesetzt, gleichzeitig kommen die Gläubiger Griechenland entgegen“. Optionen wären etwa die Verlängerung der Laufzeiten, Aussetzung von Schuldendiensten, weniger Privatisierung und dafür mehr Korruptionsbekämpfung.

Ein solcher Kompromiss dürfte den Euro stärken. „Die europäische Gemeinschaftswährung profitierte von der rückläufigen Risikoaversion der Anleger, was im Gegenzug zu deutlichen Kursverlusten am US-Rentenmarkt geführt hat“, erklären die Helaba-Analysten. „Für den europäischen Rentenmarkt dürfte die Luft dünner werden, zumal sich das konjunkturelle Umfeld für Deutschland und den Euro-Raum sichtlich aufhellt.“

Die Märkte könnten in der nächsten Woche die Nerven der Anleger strapazieren. „Die Aktienschwankungen werden zunächst zunehmen, bis die „griechische Kuh“ vom Eis ist“, erklärt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. „Gegen massive Aktienkurseinbrüche spricht allerdings die üppige, internationale Geldpolitik.“

Kommentare (2)

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Herr Peter Lorenz

16.02.2015, 07:18 Uhr

Die nächste Werbung für Aktien. "Teure Aktien sind vergleichsweise günstig"

Liebes HB: Man vergleicht Assets einer Klasse miteinander und nicht Assets einer Klasse mit einer anderen. Sonst könnte man ja noch auf die Idee kommen, für Immobilien oder Grundbesitz zu werben, denn dieses ist im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen ebenfalls relativ günstig. Was kommt als nächstes? Junkbonds oder Junkaktien sind auch günstiger als deutsche Aktien. Warum empfehlen Sie nicht diese?

Stoppen sie diese unseriösen Aussagen. Aktien sind eben nicht mit Anleihen höchster Bonität vergleichbar.

Herr Hannes Niesslbeck

18.02.2015, 12:10 Uhr

Den deutschen Hobbyökonomen vom Schlage Poß ist wohl nichts zu peinlich.

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