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18.05.2013

08:48 Uhr

Dax-Ausblick

Wann ist die Rally vorbei?

Wie weit werden die Kurse noch steigen? Wie lange gibt es noch billiges Geld von der Fed? Diese Fragen beschäftigen Investoren in der kommenden Woche. Was Geldanleger in der nächsten Woche erwartet.

Geldflut der Notenbanken: Fluch oder Segen?

Video: Geldflut der Notenbanken: Fluch oder Segen?

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FrankfurtLangfristig gehen Experten von steigenden Kursen aus, doch in der neuen Börsenwoche sind Rückschläge nicht ausgeschlossen. Jedenfalls müssen Anleger auf dem Weg zu neuen Höchstständen zwei Klippen umschiffen: Die Spekulationen auf eine Straffung der lockeren Geldpolitik in den USA und ein stotternder Konjunkturmotor in Deutschland könnten der Dax-Rally den Wind aus den Segeln nehmen. Aufschluss gibt es am Mittwoch, wenn die US-Notenbank Fed tagt und am Freitag, an dem der Ifo-Geschäftsklima-Index veröffentlicht wird.

Zudem fragen sich viele Marktteilnehmer, wie weit die Rekordjagd noch gehen kann, die den Dax zuletzt auf das Rekordhoch von 8407,74 Punkten und den Dow Jones auf 15.219 Zähler getrieben hatte. Auf Wochensicht verzeichnete der Dax ein Plus von etwas mehr als einem Prozent. Solange das billige Geld der Notenbanken weiter fließt spricht langfristig vieles für Aktien. Staatsanleihen werfen kaum etwas ab, sparen lohnt sich nicht. Anleger kommen deshalb um das Wertpapier kaum herum. Auch Notenbanken kaufen in letzter Zeit verstärkt Aktien.

„In der Summe spricht wenig für einen Gipfelabstieg, aber mit Steinschlag sollte gerechnet werden“, fasst es Marktstratege Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors zusammen. Es fehle die letzte Überzeugungskraft für den Aufschwung, was durch die niedrigen Umsätze an den Börsen bestätigt werde. „Kursgewinne können letztlich nur auf harten Daten fundamental gut abgesichert sein, nicht auf Zentralbankgeld alleine.“ Rücksetzer schließt Naumer deshalb nicht aus.

Robert Halver von der Baader Bank argumentiert anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses der US-Aktien. Laut dem MSCI United States Index beträgt das KGV der US-Aktien 14,1. Beim letzten Allzeithoch im Jahr 2007 lag das KGV bei 15,4. Bewertungstechnisch sind amerikanische Aktien damit nicht überbewertet. „US-Aktien sind von dem Bewertungsniveau von vor der Lehman-Pleite weit entfernt.“, betont Halver und geht in seinem Marktkommentar von keiner Blasenbildung am Aktienmarkt aus.

Doch nicht alle sind so optimistisch. So betonte Vermögensverwalter Herwig Weise, dass er auf Gold setze und mit starken Turbulenzen an den Aktienmärkten rechnet. „Der Aktienmarkt hat sich von der Realität abgekoppelt. Die Anleger blenden die Risiken aus, der Optimismus ist extrem. Da spielen wir nicht mit.“, begründete er den Schritt nicht auf Aktien zu setzen.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Wie es weitergeht mit der Geldflut der Zentralbanken könnte sich schon am Mittwoch zeigen. Dann legen die Bank of England und die japanische Notenbank ihren weiteren Kurs fest. Vor allem aber veröffentlicht die US-Notenbank am Abend ihre Protokolle über die vorige Sitzung des Offenmarktausschusses.

Zuletzt hatten mehrere Fed-Mitglieder dafür plädiert, die Anleihenkäufe von aktuell 85 Milliarden Dollar pro Monat noch in diesem Jahr zurückzufahren oder gar ganz einzustellen. Die Äußerungen sorgten prompt für fallende Kurse an den Aktienmärkten und steigende Notierungen beim Dollar.

Bevor die Fed-Protokolle veröffentlicht werden, nimmt Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwochnachmittag (16:00 Uhr MESZ) vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses Stellung zur Geldpolitik seines Hauses. Zur Debatte könnte dabei auch stehen, ob Bernanke bereit ist, eine dritte Amtszeit ab Januar 2014 zu übernehmen.

Kommentare (21)

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ubjay

18.05.2013, 09:17 Uhr

Könnte, dürfte, müsste und wäre...
Warum kann man nicht endlich mal Fußball, Börse und Wirtschaft zusammen führen, denn da gehört der Fußball hin, und wie bei den Interviews nach den Spielen den Konjunktiv kollektiv ignorieren:
"Wenn der Ball in der 10. Minute reingeht, steht´s 1:0."
Also nur Mut, liebe Börsenschreiber!

Michael

18.05.2013, 09:41 Uhr

Sie haben die Formel 1 vergessen. Dort wird oft schon mit Spekulationen über den Ausgang des Rennens um sich geworfen, bevor die erste Runde vorbei ist.

Zum Glück gibt's morgen wieder vernünftiges Autorennen.

Account gelöscht!

18.05.2013, 10:15 Uhr

Nächste Woche Mittwoch, den 22.05.13! Das bleibt aber unter uns, ok?

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