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06.07.2013

10:38 Uhr

Dax-Ausblick

Wechselhafte Signale aus Europa und den USA

Portugal hat gezeigt, dass die Euro-Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Beim Dax steigt deswegen die Volatilität. In den USA zeichnet sich indes eine langsame Konjunkturerholung ab – zum Unbehagen der Anleger.

Ein Händler in Frankfurt zeigt es an. Die Schwankungen im Dax werden größer und Prognosen schwieriger. Reuters

Ein Händler in Frankfurt zeigt es an. Die Schwankungen im Dax werden größer und Prognosen schwieriger.

FrankfurtRichtige Freude will an den Märkten derzeit nicht aufkommen: Die Regierungskrise in Portugal und das Ringen um die nächsten Milliarden-Hilfen für Griechenland lassen die Anleger dies- und jenseits des Atlantiks vorsichtig agieren. Analysten rechnen in den kommenden Handelstagen mit ähnlich stark schwankenden Kursen wie in der abgelaufenen Woche. Etwas Rückenwind könnten Dax und Dow allerdings von der einsetzenden Berichtssaison in den USA bekommen: "Die größten US-Unternehmen dürften ihren Gewinn - nach einem Rücksetzer im ersten Quartal - wieder gesteigert haben", prognostiziert LBBW-Analyst Uwe Streich. Die Gewinnüberraschungen sollten jedoch nicht allzu üppig ausfallen.

Eingeläutet wird die US-Berichtssaison traditionell mit den Quartalszahlen des Aluminiumriesen Alcoa. Das Unternehmen legt am Montag nach Börsenschluss seine Daten vor, bis zum Wochenschluss folgen unter anderem die Großbanken JP Morgan Chase und Wells Fargo.

Auf Achterbahnfahrt hatte sich zuletzt vor allem der Dax begeben - er schwankte zwischen 7.700 und 8.000 Punkten hin und her. Auf Wochensicht kommt der deutsche Leitindex - ähnlich wie der Dow - bis Freitagmittag auf ein mageres Plus von 0,5 Prozent.

Für Verunsicherung sorgte die ins Wackeln geratene Regierungskoalition in Portugal. Finanzminister Vitor Gaspar hatte wegen des schwindenden Rückhalts in der Bevölkerung für den Sparkurs des Landes seinen Rücktritt eingereicht. Ihm folgte Außenminister Paulo Portas. Sollte die Regierung scheitern, könnten in Portugal Neuwahlen anstehen. Unklar wäre dann, ob das Land am Sparkurs festhalten wird und Mitte 2014 den Rettungsschirm verlassen kann.

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Auch Griechenland macht wieder von sich reden und bereitet den Anlegern Bauchschmerzen. Athen versucht, sich mit den internationalen Geldgebern über das umstrittene Reformprogramm zum Schuldenabbau zu einigen. Der Reformprozess ist ins Stocken geraten. Knackpunkt der Gespräche sind die Reformziele für den öffentlichen Dienst. Am Montag steht ein Treffen der Eurogruppe an, auf dem es um die Auszahlung der nächsten Kredittranche in Höhe von 8,1 Milliarden Euro geht. Einige Analysten rechnen bereits mit einem zweiten Schuldenschnitt für das Land, weil sie der Meinung sind, dass das Land die Lasten auf Dauer nicht tragen kann. Im Frühjahr 2012 hatte Athen mit einem Schuldenschnitt bei seinen Privatgläubigern die Verbindlichkeiten um gut 100 Milliarden Euro verringert.

Auch Zypern versucht die Daumenschrauben des Reformprogramms der EU etwas zu lösen, worauf die EZB mit der Drohung eines Abbruchs des Hilfsprogramms drohte. Diese politischen Unsicherheiten tragen dazu bei, dass die Börsen wieder volatiler und schwer berechenbar werden.

Kommentare (11)

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Eurowahn

06.07.2013, 10:59 Uhr

Die Systempresse feiert die Schaffung von 195.000 Arbeitsplätzen in den USA natürlich wieder als kleines Wirtschaftswunder. Bei Statistiken muss man immer sehr vorsichtig sein !!! Da kann man rehct gut schönen/fälschen!!
195.000 neue Arbeitsplätze werden jährlich mit einer Neuverschuldung von fast 1 Billion Dollar in den USA teuer erkauft. Der Schuldenberg hat sich in den USA seit Amtsübernahme Obamas fast verdoppelt und beträgt nu ca. 17 Billionen Dollar. Was das bedeutet für die Zukunft der Menschen, darüber sollte die Presse mal ordentlich schreiben.

Account gelöscht!

06.07.2013, 11:07 Uhr

Kaufkurse bei der 200 Tage-Linie knapp über 7700. Was meint ihr?

Die Magerzinsen auf dem TG-Konto nerven, und eine neue ETW brauch ich momentan auch nicht mehr.

Account gelöscht!

06.07.2013, 12:26 Uhr

Die "Erholung" der USA findet nur bei deren statistischen Lügenämtern und der US-dominierten Presse statt. Mit ihrer Medienmacht zeigen unsere "Freunde" bevorzugt auf einzelne Länder in Europa, um damit den ganzen Kontinent herunterzuziehen und unattraktiv zu machen. Seltsamerweise verschwand auf diese Art 2009-10 die US-Krise wie von Zauberhand und tauchte in Europa wieder auf.
Das ist so ähnlich, wie wenn ein Dieb auf jemanden anderen deutet und "Haltet den Dieb" schreit.
Und das passiert IMMER, wenn es sich andeutet, daß die Krise unter der US-Propaganda-Fassade wieder hervorbricht.

Zumal es sich gerade gut macht, wenn IN ALLER HAST UND EILE über ein "Freihandelsabkommen" verhandelt wird. Mein Vorschlag an unsere Politiker (jedenfalls diejenigen, die kein reinen US-Marionetten sind oder erpresst werden): Warten wir doch noch eine Weile mit diesen Verhandlung, ob nicht dann zwischenzeitlich der US-Bluff auffliegt (und während diese Wartezeit ist es ja auch nicht so, daß es keinen Handel über den Atlantik gibt. Das hat auch bisher gut geklappt. KEINE EILE NÖTIG).

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