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15.12.2012

08:29 Uhr

Dax-Ausblick

Wird 2013 das Jahr der Aktie?

Anleger sind positiv gestimmt und der Markt hat hohe Erwartungen an das Jahr 2013. Die Gefahr der Enttäuschung ist deshalb groß. Analysten sehen den Dax im nächsten Jahr über 8.000 Punkten und bleiben optimistisch.

Händler an der Frankfurter Börse. Ein schwieriges Börsenjahr geht zu Ende. Reuters

Händler an der Frankfurter Börse. Ein schwieriges Börsenjahr geht zu Ende.

Die neue Handelswoche ist die letzte Fünf-Tage-Börsenwoche in diesem Jahr. Nachdem der Dax in diesem Jahr fast 30 Prozent zugelegt hat, wird sich in den kommenden Woche wohl nicht mehr viel tun. Viele Anleger dürften ihre Bücher schon geschlossen haben. Bereits in den vergangenen Tagen hielten sich die Bewegungen am Aktienmarkt in Grenzen, der Dax legte vergangene Woche um rund ein Prozent zu.

Mit der Entwicklung der Aktienmärkte in diesem Jahr können Anleger zufrieden sein - trotz aller Widrigkeiten wie der nicht enden wollenden Euro-Schuldenkrise, der Schieflage Griechenlands und dem US-Haushaltsstreit. „Das ist der versöhnliche Ausklang eines schwierigen Jahres“, resümiert Tobias Basse, Marktanalyst bei der NordLB.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Da der Dax zuletzt so gut gelaufen sei, bestünde in den kommenden Wochen und Monaten aber die Gefahr von Kursverlusten. „Der Markt hat hohe Erwartungen an das Jahr 2013“, fügt er hinzu. „Es könnte einen kleinen Rücksetzer geben, weil die Anleger so positiv gestimmt sind. Da besteht die Gefahr einer Enttäuschung.“

„Fiskalklippe“ wird wahrscheinlicher

Ein Belastungsfaktor sei der noch immer ungelöste Haushaltsstreit in den USA. Sollten sich Republikaner und Demokraten dort nicht einigen können, drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die USA in eine Rezession stürzen können.

„Es wird immer wahrscheinlicher, dass in den USA die massiven Steueranhebungen und Ausgabenkürzungen Anfang 2013 tatsächlich in Kraft treten.“, schreiben die Analysten der Commerzbank in ihrer Wochenstudie. Zwar würden sich die konjunkturellen Auswirkungen wohl in Grenzen halten, die US-Haushaltsprobleme seien damit aber noch nicht überstanden.

Für Unsicherheit sorgt nach Ansicht von Basse (NordLB) auch die weiter angespannte finanzielle Lage in Spanien und Italien. Seien diese Probleme geklärt, könne es auch noch einmal nach oben gehen, prognostizierte Basse.

Prognose: Dax wird acht Prozent zulegen

Von Reuters befragte Analysten sehen den Dax Ende des Jahres bei 8.200 Punkten. Zum jetzigen Stand von rund 7.600 Punkten wäre das ein Aufschlag von knapp acht Prozent. „In unserem optimistischen Ausblick für 2013 gehen wir jedoch davon aus, dass die Dax-Bullen noch nicht müde sind, da vor allem monetäre Indikatoren weltweit positive Signale senden“, prognostiziert Aktienstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank.

2013 - Das Jahr der Aktie?

Die Zentralbanken werden 2013 weiter Staatsanleihen kaufen. „Durch diese erneute Ausweitung der Zentralbankengeldmenge steigen längerfristig die Inflationsgefahren deutlich. Insbesondere die Gefahr eines massiven Preisauftriebes bei Vermögensklassen wie Immobilien, Kunstgegenständen, Aktien oder Rohstoffe ist hier zu nennen.“, schreiben die Analysten der DZ Bank in ihrem Wochenausblick. Doch sie sehen 2013 nicht unbedingt als das Jahr der Aktie an. „Wir sehen aber heute keinen Grund, warum es speziell an den Aktienmärkten ausgerechnet im Jahr 2013 zu einem solchen Preisauftrieb kommen sollte.“

Kommentare (12)

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15.12.2012, 09:35 Uhr

Zum Glück ist ja das kaufen und verkaufen von Aktien nicht so stressig, wie die geeigneten Xmas Geschenke finden ;-)

Long_is_100_to_300_Percent

15.12.2012, 10:15 Uhr

Das Jahr der Aktie? Ist nicht jedes Jahr das Jahr der Aktie? 2009 und 2010 und 2011 und 2012 schon. Und sind wir nicht alle ein bißchen Bluna?

PubliusAeliusHadrianusOlympios

15.12.2012, 17:30 Uhr

Wenn wir die Aktienkultur nicht hätten, würden viele, die ausschließlich damit versucht sind ihren 'Lebensunterhalt' zu verdienen, wohl auch Stempeln gehen müssen.

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