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02.12.2014

14:34 Uhr

Dax, Dow Jones und Co.

Märkte zwischen Konjunktursorgen und Geldflut

Die großen Notenbanken haben die Geldschleusen weit geöffnet. Der Preis ist hoch: Minizinsen nagen an den Ersparnissen der Anleger. Entsprechend herrschte an den Börsen immer wieder Kauflaune.

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Frankfurt/MainGeld ist so billig wie nie. Die Medizin, die die Europäische Zentralbank und andere Notenbanken im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche verabreichen, sorgt für Kauflaune an den Börsen. Zwar verhagelten Konjunktursorgen und internationale Krisen - insbesondere der Ukraine-Konflikt - Investoren im Sommer zeitweise das Interesse am Aktienmarkt. Doch Dax und Co. kamen zum Jahresende zurück.

Bleibt die Frage: Geht der Kaufrausch 2015 weiter?

Anlagenotstand treibt die Investoren um: Die Leitzinsen in großen Volkswirtschaften dümpeln nahe der Nulllinie vor sich hin, die Notenbanken fluten die Märkte mit Geld. Mini-Zinsen nagen nicht nur an den Ersparnissen der Kleinanleger, sie bringen auch Großinvestoren in Schwierigkeiten. Denn Unternehmens- oder Staatsanleihen werfen ebenfalls kaum noch etwas ab.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Notkredite

In der Krise hat die EZB dem angeschlagenen Bankensektor mehrfach Notkredite mit ungewöhnlich langen Laufzeiten von bis zu drei Jahren zur Verfügung gestellt. Doch viele Institute nutzten das billige Geld, um damit höher verzinste Staatsanleihen aufzukaufen. EZB-Präsident Mario Draghi stellte daher schon im Januar 2014 klar: „Wenn wir etwas Ähnliches wieder machen, wollen wir sicherstellen, dass das Geld in die Wirtschaft fließt.“ Jetzt verleiht die EZB abermals billiges Geld. Die Vergabe wird aber an die Bedingung geknüpft, dass die Geschäftsbanken die Mittel zumindest teilweise weiterreichen. Damit soll die Konjunktur belebt werden. Das Programm soll zunächst einen Umfang von 400 Milliarden Euro haben.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Das treibt viele in die als riskanter geltende Investition in Aktien. „Was soll ein Vermögensverwalter machen“, beschreibt Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank die Krux der Anleger.

Erstmals in seiner Geschichte knackte der deutsche Leitindex Dax in diesem Jahr die Marke von 10.000 Punkten. Im Sommer sorgten Wolken am Konjunkturhimmel und internationale Krisen für einen Stimmungsknick.

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Doch danach ging es wieder aufwärts an den Börsen - nicht zuletzt weil EZB-Chef Mario Draghi abermals bekräftigte, notfalls noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen. „Die Geldpolitik ist zwar nicht mehr der Ad-hoc-Treiber für die Börsenkurse, aber sie ist immer noch ein massives Fallnetz“, sagt Halver.

Kommentare (3)

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Edi Haas

02.12.2014, 16:58 Uhr

Solange die Notenbanken alles fluten gibt es keine Sorgen
ausserdem ist die Aktienanlage alternativlos.
Deshalb werden die Reichen immer reicher und die Armen jammern und verpassen das schnelle Geld.
Nie war es so einfach im Casino der Mächtigen mit Finanzwetten sein Geld zu verdienen

Account gelöscht!

02.12.2014, 18:21 Uhr

Der vor allem durch Medien erzeugte irrationale Drang zur riskanten, also (Anleihe- und) Aktienanlage ist erstens ungesund, zweitens absolut durch nichts gerechtfertigt, was der Anleger nicht selber weiß, und vor allem komplett falsch in der Sache.

Frau Heike Schneider

04.12.2014, 18:38 Uhr

Alternde Pädophile. Und bis hoch zu Obama müssen sie ihre Kerle sexuell bei Laune halten. Und die verwesende Menschen die sie hier zum Siechtum und Verfall noch reinkommen soll als angebliches Gutmenschentum durchgehen.
Am Geburtsort von Jesus werden sie bald Erdöl pur trinken können. Und dann müssen sie natürlich E - Zigaretten anbieten, weil sonst würden sie sich selbst in die Luft sprengen und dann wäre Ruhe. Gold fressen könne sie auch nicht. Mhm Lecker ... Erdöl Chanucca.

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