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13.03.2012

16:49 Uhr

Dax im Aufwärtstrend

Die Zeit der Optimisten

VonJens Münchrath, Ulf Sommer

Der Dax nimmt die Marke von 7.000 Punkten, als ob es die Schuldenkrise gar nicht gäbe. Seit Jahresanfang hat er fast 20 Prozent zugelegt. Die Gründe für die Börsenrally: Billiges Geld und steigende Firmengewinne.

An der Deutschen Börse in Frankfurt regiert der Bulle: Die Anleger bleiben optimistisch. dpa

An der Deutschen Börse in Frankfurt regiert der Bulle: Die Anleger bleiben optimistisch.

In der großen Kapitalmarktumfrage des Handelsblatts zu Jahresbeginn überwog der Pessimismus. Die Société Générale prophezeite für den Deutschen Aktienindex Dax binnen Jahresfrist einen Rückgang von sieben Prozent auf 5500 Punkte. Auch die UBS (6300 Punkte), die Deutsche Bank (6600 Punkte) und JP Morgan (6850 Punkte) zeigten sich skeptisch. Kaum jemand traute dem Dax mehr als 7000 Punkte zu. Doch am Dienstagnachmittag hat der die psychologisch wichtige Marke genommen.

Die Realität hat die Pessimisten fürs Erste widerlegt. Seit Anfang Januar gewann der Index 18,5 Prozent. Damit sind Deutschlands Konzerne mehr als 100 Milliarden Euro wertvoller als zu Jahresbeginn. Allein mit diesem Zugewinn ließen sich die Dax-Schwergewichte Siemens und Allianz kaufen.

Wo rein, wo raus? - Die Perspektiven der DAX-30 A-C

Adidas

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 16,4

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,4% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Aktie ist von den Kennziffern her gut bewertet. Kurs derzeit überreizt.

Quelle: WirtschaftsWoche

Allianz

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 9,0

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 5,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Bei 100 Euro aussteigen, mit Stopp 80 Euro halten.

BASF

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 11,8

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 3,5% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Bleibt ein Top-Wert. Zukäufe aber erst zwischen 40 und 50 Euro.

Bayer

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 11,5

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 2,8% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Viel dürfte nicht mehr gehen. In steigende Kurse hinein Gewinne mitnehmen.

Beiersdorf

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 24,1

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,6% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Als Beimischung und solide Halteposition in einem Dax-Depot geeignet.

BMW

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 10,1

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 3,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Stark positioniert und stark gelaufen. Dabeibleiben mit Stopp 49 Euro.

Commerzbank

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 7,6

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 0,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: In beiden Richtungen alles drin. Sehr spekulativ, kein Basisinvestment.

Die erstaunliche Dynamik an der Börse mag für viele überraschend sein, unbegründet ist sie nicht:

Die Griechenland-Krise verliert aus Sicht der Märkte zunehmend ihren Schrecken. Das Rettungspaket von 130 Milliarden Euro und sowie der Schuldenschnitt, bei dem die privaten Gläubiger auf Forderungen in Höhe von

107 Milliarden Euro verzichten, entschärfen die Krise ein wenig. Die Krisenszenarien der vergangenen Monate sind Szenarien bis auf Weiteres geblieben.

Wo rein, wo raus? - Die Perspektiven der DAX-30 D-H

Daimler

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 9,0

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 4,7% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Kurs noch nicht ausgereizt, bleibt ein Favorit 2012. (Mehrertrag bei schwankenden Kursen über Bonus-Pro-Zertifikat erzielbar.)

Quelle: WirtschaftsWoche

Deutsche Bank

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 7,4

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 2,3% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Zuletzt sehr schwache Geschäfte, zudem Milliardenklagen. Meiden.

Deutsche Börse

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 11,2

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 6,6% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Geschäft brummt, nach der gescheiterten Fusion mit der NYSE weitere Kurschancen.

Deutsche Post

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 10,9

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 4,9% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Auf dem aktuellen Niveau sollten engagierte Anleger aussteigen (spekulative Strategie auf fallende Kurse über Hebel-Short-Zertifikat).

Deutsche Telekom

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 14,6

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 8,0% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Mit engem Stopp bei 7,90 Euro noch halten. Mittelfristig Kursgefahren.

E.On

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 9,9

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 5,9% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Hohe Dividende nutzt wenig: Kurs dürfte über kurz oder lang wieder fallen.

Fresenius Medical Care

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 17,7

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,3% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Langfristig aussichtsreich, derzeit aber einfach zu teuer. Positionen abbauen.

Fresenius

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 14,9

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,1% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Günstiger als die Tochter FMC. Aktie hat noch etwas Spielraum nach oben (Mehrertrag bei schwankenden Kursen über Bonus-Pro-Zertifikat erzielbar).

HeidelbergCement

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 13,0

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 0,8% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Hoffnungsrally auf bessere Konjunktur stützt den Kurs – noch. überwiegen Risiken.

Henkel Vz.

geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis 2012: 14,1

Dividendenrendite, zahlbar in 2012: 1,6% (zum Teil noch geschätzt)

Einschätzung und Strategie: Kein Schnäppchen, aber einigermaßen solide. Unter 40 Euro aufstocken (zweistellige Rendite über Discountzertifikat bei sich seitwärts bewegenden Kursen erzielbar).

Auch eine Ansteckung Spaniens und Italiens mit dem Griechenland-Virus konnte verhindert werden. Die Refinanzierungsbedingungen der überschuldeten Staaten haben sich seit Dezember stark verbessert. Damals zahlte Italien für zehnjährige Staatsanleihen sieben Prozent. Jetzt sind es weniger als fünf Prozent.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

14.03.2012, 09:50 Uhr

Einfach lachhaft diese "Experten". Gerade die ,die noch vor einigen Tagen in Pessimismus machten, stehen heute wieder ganz vorne und besitzen die Frechheit ihre negativen Voraussagen komplett unter den Tisch zu kehren. Diese hochbezahlten Typen betreiben "Kaffeesatzleserei", vom Markt haben sie überhaupt keine Ahnung. Deshalb sollte jeder der an der Börse investiert seinen eigenen Gefühlen folgen und niemals auf die "selbsternannten Experten" hören, denn die gibt es wie Sand am Meer.

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