Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.10.2015

16:33 Uhr

Dax-Umfrage

„Feierlaune ist angesagt“

VonJessica Schwarzer

Die Marke von 11.000 Punkten rückt in greifbare Nähe, die Stimmung der Anleger ist so gut wie lange nicht, zeigt eine exklusive Umfrage. Was normalerweise als Warnsignal gilt, lässt nun auf eine nachhaltige Rally hoffen.

EZB-Präsident Mario Draghi löste mit nur einem Satz ein kleines Kursfeuerwerk an der Frankfurter Börse aus. dpa

Feuerwerk in Frankfurt

EZB-Präsident Mario Draghi löste mit nur einem Satz ein kleines Kursfeuerwerk an der Frankfurter Börse aus.

DüsseldorfSo gut wie in der vergangenen Woche lief es an der Frankfurter Börse schon lange nicht mehr. Die Hoffnung auf noch mehr billiges Geld der Notenbanken ließ Anleger jubeln und den Dax um fast sieben Prozent zulegen – so stark wie seit Februar 2011 nicht mehr. Mit den Kursen stieg auch die Stimmung der Anleger.

„Feierlaune ist angesagt“, kommentiert Stephan Heibel vom Analysehaus AnimusX, der regelmäßig die wöchentliche Dax-Umfrage des Handelsblatts zur Stimmung unter den Anleger auswertet. Und die aktuelle Umfrage zeigt ganz klar, die Laune der Anleger ist gut, aber nicht überschwänglich. Wären die Investoren nämlich zu euphorisch, wäre das ein Warnsignal. Doch so weit ist es noch nicht. 44 Prozent der Teilnehmer betrachtet die aktuelle Marktsituation als Aufwärtsimplus – das ist immerhin ein Plus von 22 Prozent gegenüber der Vorwoche. Nur noch sechs Prozent sehen einen Abwärtsimpuls, ein Rückgang um 14 Prozent.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

EZB-Präsident Mario Draghi löste mit nur einem Satz ein kleines Kursfeuerwerk aus. „Der EZB-Rat ist gewillt und in der Lage zu handeln, indem er alle Instrumente nutzt”, hatte er gesagt und der Dax hob ab. Für manchen Marktteilnehmer war das bereits der Startschuss für die Jahresendrally.

In die neue Woche ist der Dax zwar verhaltener gestartet, der deutsche Leitindex pendelt am Montag um seinen Vorwochenschluss. Doch damit hatten viele Marktteilnehmer gerechnet. Selbst kurzfristige Gewinnmitnahmen schließen sie nicht aus. „Vor dem US-Zinsentscheid am Mittwoch dürften die Investoren lieber auf Nummer sicher gehen und Kasse machen“, befürchtet NordLB-Analyst Tobias Basse. „Die Unsicherheit über das Vorgehen der Fed ist einfach zu groß.“

Es heißt also erst einmal durchatmen nach der extrem positiven Woche. Super Draghi, wie der EZB-Chef scherzhaft genannt wird, hatte am Donnerstag angekündigt, bei der Ratssitzung der Zentralbank im Dezember werde geprüft, ob die Geldpolitik die Konjunktur ausreichend ankurbelt. Aus Sicht vieler Experten sind weitere expansive Maßnahmen damit so gut wie sicher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×