Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.07.2012

13:39 Uhr

Dax-Vorschau

Anleger sind süchtig nach Geldspritzen

In der nächsten Woche könnten vor allem Spekulationen über Aktionen der Notenbanken die Märkte bewegen. Fed und EZB bleiben im Fokus der Anleger. Zudem könnte die Bilanzsaison für Kursbewegungen sorgen.

Dax-Anleger hoffen auf koordinierte Aktionen der Euro-Retter. AFP

Dax-Anleger hoffen auf koordinierte Aktionen der Euro-Retter.

DüsseldorfDie Anleger hoffen auf Aktionen der Notenbanken. Spekulationen über koordinierte Aktionen der Euro-Retter gaben bereits zum Wochenschluss den Märkten Auftrieb. In der nächsten Woche könnten Hoffnungsschimmer für weitere Kursschubser sorgen.

Allzu große Sprünge wird der deutsche Leitindex nach Meinung von Analysten aber wohl nicht machen, nachdem die Bundesbank am Freitag ihre kritische Haltung gegenüber der erhofften Wiederaufnahme von Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigt hat. Am Donnerstag hatten entsprechende Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi noch für Euphorie an den Finanzmärkten gesorgt.

Nachdem auch Angela Merkel und Francois Hollande ihre Treue zum Euro bekundet hatten, ging es für den Leitindex am Freitag nochmals deutlich aufwärts. Trotz holprigem Wochenstart hat der Dax auf Wochensicht ein kleines Plus geschafft.

Am kommenden Donnerstag äußert sich die EZB zu ihrer Geldpolitik. Nach der verbalen Intervention Draghis gebe es für diesen Termin aber beträchtliches Enttäuschungspotenzial, warnten die Analysten der Commerzbank.

Enttäuschungen programmiert
Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets sieht in Draghis Kommentaren zwar die Bereitschaft, die steigenden Renditen der Peripherie-Bonds zu kappen. Damit das effektiv geschehen könne, müsse die EZB allerdings ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen, da der italienische Anleihenmarkt der drittgrößte der Welt sei. Wegen der Angst der Anleger infolge der Beteiligung des Privatsektors am griechischen Schuldenschnitt könnte sich die EZB jedoch zugleich in der Rolle wiederfinden, am Ende als einziger verfügbarer Anleihekäufer dazustehen. „Es scheint unwahrscheinlich, dass Deutschland solche Maßnahmen billigen wird, deshalb bleibt Vorsicht angebracht.“

Charts der Woche: Investoren schauen auf diese Aktien

Charts der Woche

Investoren schauen auf diese Aktien

Wieder mal wirbelt die Schuldenkrise die Börse durcheinander. Doch jenseits aller Krisenfurcht fallen Unternehmen mit ihren Bilanzen auf. Wieso Apple patzt, aber SAP und andere überraschen, zeigen die Charts der Woche.

Auch Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co warnt vor verfrühter Euphorie: „Am Ende kann die EZB nicht zusehen, wie der Euro den Bach runtergeht, aber es bleibt abzuwarten, ob sie schon in der neuen Woche etwas unternimmt.“ Kontraproduktiv seien in diesem Zusammenhang die Äußerungen des französischen Finanzministers Pierre Moscovici gewesen. Moscovici nahm am Freitag Draghi persönlich in die Pflicht und sagte, er vertraue darauf, dass der EZB-Präsident genau das tun werde, was nötig sei.

„Die EZB wird aber den Eindruck vermeiden wollen, dass sie auf Druck der Politik handelt“, sagte Rahn. Deshalb sei es möglich, dass die Notenbank ihre Maßnahmen später ankündigen werde. Neben den Anleihenkäufen dürfte bei der Pressekonferenz der EZB am Donnerstag auch das Thema Banklizenz für den EFSF ein Thema sein.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.07.2012, 15:48 Uhr

Super-Mario kommt aus dem gleichen Stall. Er ist einer von uns, und er weiß wie man Investmentbanker glücklich macht:

" Believe me it will be enough ", said he around noon Thursday and I am followed since then.

Normalerweise verschenke ich kleine Gifts nur an hübsche Ladys. Diesmal könnte ich eine Ausnahme machen, und Porsche beauftragen den Wagen vor dem ECB-Tower zu parken !

Optimist

28.07.2012, 18:27 Uhr

Kurzfristig sind diese großen Geldspritzen natürlich erst einmal günstig für die Entwicklung der Aktienkurse (teilweise Sachwerte). Allerdings haben die 2 Geldspritzen der EZB aus der dicken Berta schon jetzt dazu geführt das die Risiken in den Bilanzen der Banken der Krisenstaaten enorm angewachsen sind und somit die Krise mittelfristig noch weiter verschärft wird. In den USA hält diese Risiken die Fed – was ein riesiger Unterschied ist, da die Fed beliebig viel Geld drucken kann.
Die wichtigste Meldung vom Wochenende betrifft das Treffen auf Sylt. Was wird da vorbereitet?
Ich gehe davon aus, das eine Maßnahme vorbereitet wird die die Finanzmärkte stark beeinflussen wird (Austritt von Griechenland aus der Eurozone; Zwangsanleihen ….). Es geht auf jeden Fall um mehr als den Aufkauf von spanischen und italienischen Staatsanleihen durch die EZB (ob direkt oder indirekt über den EFSF) – das würden die Europäer ohne Abstimmung mit der amerikanischen Regierung beschließen.
Weitere Indizien für diese These sind die Aussage des EZB-Präsidenten den EURO um jeden Preis zu erhalten und Aussagen von Merkel/Holland mit dem gleichen Tenor (was mich stark an den gemeinsamen Auftritt von Merkel und Steinbrück während der 1. Finanzkrise erinnert).
Es wird also etwas vorbereitet was zu erheblichen Verwerfungen an den Finanzmärkten führen wird und auf Sylt werden Maßnahmen zur Kontrolle dieser Verwerfungen abgesprochen.

qwertz

28.07.2012, 18:41 Uhr

Bei solchen Englisch-Kenntnissen à la Flash Gordon kann man getrost davon ausgehen dass er kein Investmentbanker ist..."I'am followed"....wurde da ne neue Zeit erfunden?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×