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25.05.2013

13:37 Uhr

Dax-Vorschau

Dax-Anleger hoffen auf neue Impulse

Die Börsenparty ist vorerst vorbei – kommt jetzt die große Korrektur? Während die Nervosität unter vielen Investoren steigt, geben sich Marktstrategen weiter zuversichtlich. Was Anleger in der nächsten Woche erwartet.

Bange Blicke auf dem Parkett in Frankfurt. Wie es mit dem Dax in der kommenden Wochen weiter geht ist unklar. dpa

Bange Blicke auf dem Parkett in Frankfurt. Wie es mit dem Dax in der kommenden Wochen weiter geht ist unklar.

FrankfurtNach dem herben Einbruch an den weltweiten Börsen werden Aktienanleger wohl noch einige Tage für die Erholung brauchen. „Der Schock sitzt tief und muss erst einmal verarbeitet werden“, sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. „Ich erwarte keinen neuerlichen Absturz der Märkte, aber neue Höchststände werden wohl nicht mehr so zackig aufeinanderfolgen.“ Die Geldflut der Notenbanken werde die Börsen aber weiter stützen.

Am Donnerstag war der japanische Aktienmarkt um mehr als 1000 Punkte und damit so stark wie zuletzt nach der Atomkatastrophe von Fukushima abgerutscht. Auslöser waren pessimistisch stimmende Industriedaten aus China, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Börsen rund um den Globus wurden von der Talfahrt in Tokio mitgerissen. Der hiesige Leitindex fiel um mehr als 200 Punkte, nachdem er in den Tagen zuvor auf immer neue Rekorde gestiegen war.

Auf Wochensicht hat der Dax damit rund einen Prozent verloren. Zuvor hatte er vier Wochen in Folge gewonnen und war in der Spitze bis auf ein Rekordhoch von 8557,86 Punkten gestiegen. Auch dem EuroStoxx50 und dem US-amerikanischen Dow-Jones-Index hat der Rutsch am Donnerstag die Wochenbilanz verhagelt. Beide Indizes waren bis dahin ebenfalls vier Wochen in Folge auf Rekordjagd. Der Dow-Jones hatte am Mittwoch ein Allzeithoch von 15.542,4 Punkten markiert.

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

Marktstrategen bleiben für die kommenden Wochen optimistisch. „Investoren sind nach dem Zwischenfall jetzt sehr nervös, aber letzten Endes war der Einbruch ein Warnschuss vor den Bug zur richtigen Zeit“, sagt Basse. „Er hat gezeigt, dass der Aktienmarkt keine Einbahnstraße ist.“ So lang die globalen Notenbanken die Märkte weiter mit Geld fluten, sei allerdings kein allzu starkes Verlustrisiko auszumachen. Alternativen zu Aktien seien schwer zu finden.

Schwierig wird es nach Einschätzung von Marktstratege Carsten Klude von MM Warburg für die Börsen erst, wenn die Notenbanken den Fuß vom Gaspedal nehmen. „Ich fürchte, dass die negativen Konsequenzen für die Konjunktur sehr dramatisch zu spüren sein werden“, sagt der Experte und verweist auf die heftige Marktreaktion, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke eine straffere US-Geldpolitik für die kommenden Monate angedeutet hatte. „Wir sind auf Gedeih und Verderb auf das niedrige Zinsniveau angewiesen. Die Probleme sind mit viel Geld zugedeckt“, so Klude. Die Notenbanken müssten aufpassen, dass es ihnen nicht ähnlich ergehe, wie seinerzeit Goethes Zauberlehrling: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

25.05.2013, 14:14 Uhr

Kann es sich die Fed tatsächlich leisten, dieses Jahr schon 'mit dem Fuß vom Gas' zu gehen? Wohl kaum. Dafür ist das Wirtschaftswachstum bei weitem noch zu fragil.

Die Anleihekäufe werden dieses Jahr in mindestens(!) der selben Höhe weiter gehen, wie jetzt auch. Eine Reduktion der Ankäufe hat in der Realwirtschaft aufgrund der Marktreaktion Wertkorrekturen zur Folge, die sie nicht so schnell abfangen kann. Unternehmen z.B. können sich dann nicht mehr so billig finanzieren oder müssen gar ihre Sicherheiten bei Gläubigern erhöhen. Erst wenn ein sehr solider Aufschwung und dies nicht nur in den USA zu erwarten ist, wird die Fed tatsächlich handeln. Und das passiert nicht vor 2014.

Die Fed versucht lediglich, den Optimismus etwas zu bremsen, damit es nicht 2014 zu extremen Markteinbrüchen kommt. Bernanke wird also in nächster Zeit immer und immer öfter den Rückzug aus den Anleihekäufen ins Spiel bringen - handeln kann er allerdings nicht.

Cassandra

25.05.2013, 17:39 Uhr

Die Asset Inflationsblase mit viel wertlosen Fiatgeld scheint wohl bald zu platzen und gleichzeitig deutet sich langsam ein gewaltiger Shortsqueeze bei der physischen Goldwährung an - Papiergold Shorts auf neuen Hochs und gleichzeitig explodiert die physische Goldnachfrage weltweit. Goldbörse Hongkong (HKMEx) liefert kein Gold mehr, ABN stopt physische Goldauslieferung, bei vielen Goldhändlern gibt es schon längere Lieferzeiten und Aufschläge für kleiner Münzen.

Es raucht und zwar immer deutlicher und wo Rauch ist, gibt es auch Feuer!

Account gelöscht!

25.05.2013, 17:51 Uhr

Tut mir leid,Das sehe ich nicht so.Der Aufschwung ist da.Ich bin selbst öfters drüben-ein Großteil meines Bekannten- und Verwandtenkreises lebt in den Staaten,queer übers Land verteilt.Was man sagen kann ist,überall fehlen gute, qualifizierte Fachkräfte,ich meine Fachkräfte mit guter Ausbildung,besonders Facharbeiter und Techniker.Man muss es doch mal so sehen,dass von den 7,5% der Arbeitslosen,die wenigsten eine gute Ausbildung haben.Früher konnten die irgendwo joben,aber diese Jobs wurden größtenteils in´s Ausland verlagert.Diese Jobs kommen auch nicht wieder.Das hat Obama selbst gesagt.Die FED selbst sagte jetzt,dass der wahre Grund für Langzeitarbeitslosigkeit,fehlende Qualifikation und Flexibilität der Arbeitslosen und nicht die Konjunktur ist.Dort müsste der Hebel angesetzt werden-bei der Qualifizierung und Ausbildung der bildungsfernen Arbeitslosen .Niedrige Zinsen allein führen in die Irre.Sie führen zu Fehlspekulationen und Fehleitungen des Kapitals.Das haben wir doch im vergangenen Jahrzehnt zweimal erleben müssen.Wenn dann wieder die Blase platzt,ist diesmal kein Geld mehr da,um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.Denn anders als in den Jahren vorher,haben die USA diesmal, die Schuldentragfähigkeit mit über 110% Gesamtverschuldung gemessen am BIP schon fast erreicht.

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