Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.08.2012

09:49 Uhr

Dax-Vorschau

Der Markt steht auf „brüchigem Fundament“

Die kleine Dax-Rally hat zuletzt einen Dämpfer bekommen. Die Marke von 7000 Punkten scheint (vorerst) unüberwindbar. Marktstrategen rechnen mit einem Rückschlag für den Leitindex - so wie häufiger in der Vergangenheit.

Kursmakler an der Frankfurter Börse. dpa

Kursmakler an der Frankfurter Börse.

FrankfurtNach fünf Wochengewinnen in Folge ist die Luft beim Dax erst einmal raus. Analysten sehen nur geringe Chancen, dass der Leitindex die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten in naher Zukunft überspringt.
"Der Kursanstieg seit Anfang Juni steht auf brüchigem Fundament", warnen die Experten der Landesbank Berlin. "Zwar wurden politisch weitere Schritte zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise initiiert, deren Umsetzung und die Bewältigung der Krise halten aber noch große Stolpersteine und Fragezeichen parat. Letztendlich handelt es sich bei den Kursgewinnen um eine Hoffnungsrallye, dass es zu einer schnellen Beruhigung in den Problemstaaten kommt, und die Notenbanken die Märkte weiterhin mit Liquidität und niedrigen Kreditzinsen unterstützen werden."

Dirk Müller und Max Otte: „Das ist alles nicht mehr kalkulierbar“

Dirk Müller und Max Otte

„Das ist alles nicht mehr kalkulierbar“

Die Krise in Europa spitzt sich zu. An der Börse spielen die Kurse verrückt. Handelsblatt Online sprach mit Dirk Müller und Max Otte über die Aussichten für Anleger, die Perspektiven des Euro und Verschwörungstheorien.

Seit Anfang Juni hat der Dax rund 1000 Punkte zugelegt. In der alten Woche lag das Plus bei etwa einem Prozent. Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp rechnet nicht mit einer baldigen Fortsetzung der Rally. "Ab Mitte August kommt häufig saisonaler Gegenwind für Dax-Investoren auf. Seit 1965 hat der Dax von Mitte August bis Ende September durchschnittlich 2,7 Prozent verloren."
Der kleine Verfall an den Terminmärkten könnte allerdings für überraschende Kursausschläge sorgen. Am Freitag laufen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus. In den Tagen davor versuchen Anleger traditionell diejenigen Werte, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen.

Angesichts der anhaltenden Spekulationen um mögliche weitere Konjunkturhilfen der Federal Reserve Bank (Fed) rücken die US-Konjunkturdaten wieder stärker in den Mittelpunkt. Am Dienstag werden Börsianer versuchen, aus den Einzelhandelsumsätzen Rückschlüsse auf die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft zu ziehen. Experten rechnen für Juli mit einem Plus von 0,5 Prozent nach einem Rückgang von 0,5 Prozent im Vormonat.
Weitere Hinweise liefern unter anderem der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly Fed) am Donnerstag, sowie der Index der US-Verbrauchervertrauens der Universität von Michigan und die US-Frühindikatoren (jeweils am Freitag). Der Philly Fed wird sich Experten zufolge auf minus 4,0 Punkte von minus 12,9 Zählern verbessern. Bei den Frühindikatoren sagten sie ein Plus von 0,1 (Vormonat: minus 0,3) Prozent voraus.

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Die Stimmung unter den deutschen Börsenprofis hat sich trotz der Kursrally der vergangenen Wochen voraussichtlich nicht aufgehellt. Experten rechnen damit, dass der ZEW-Index (Dienstag) auf minus 20,4 Punkte von minus 19,6 Zählern zurückgegangen ist.

Bei den deutschen Unternehmen klingt die Bilanzsaison langsam aus, nachdem gut drei Viertel aller Dax-Konzerne bereits ihre Zahlen vorgelegt haben. In der neuen Woche wollen sich unter anderem die beiden Versorger Eon (Montag) und RWE (Dienstag) in die Bücher schauen lassen. Daneben haben eine ganze Reihe Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenliga die Veröffentlichung von Ergebnissen angekündigt. Mit dabei sind der Baukonzern Hochtief, der Touristik-Anbieter TUI (jeweils Dienstag) und die Fluggesellschaft Air Berlin (Mittwoch).


Von

rtr

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kostolany

11.08.2012, 10:20 Uhr

Was macht der Unternehmer mit den Gewinnen bei schlechter Konjunktur ?
Investieren in Anlagen und Maschinen ?
Rohstoffe kaufen ?
Anleihen kaufen ?
Eigene Aktien kaufen ?
Das Unternehmen verschlanken ?

Die Analysten denken, die Börsen lenken.

Account gelöscht!

11.08.2012, 10:28 Uhr

Momentan ist mir die Hausse nicht ganz geheuer (obwohl alle immer noch so negativ sind). Aber Aktien Leerverkaufen, also Shorten, um sie dann billiger irgendwann zurückkaufen zu können, ist definitiv nicht mein Ding da viel zu risikoreich. Genauso wenig wie Eurex-Derivate, da hier immer ein Laufzeit-Risiko besteht.
Also werde ich weiter warten und mein Pulver trocken halten bis die Kurse wieder gefallen sind, um dann wieder kräftig billig einsteigen zu können - wie Anfang Juni, oder Sondersituationen wie zuletzt Nokia bei 1,50 € wahrnehmen.

Tomate

11.08.2012, 10:38 Uhr

Pappalapapp!

Hinz & Kunz wissen doch jetzt dass Aktien den este Inflationschutz bieten! An einen baldigen DAX Absturz glaube ich nicht mehr.
Wenn ja, würde ich Qualitätsaktien nachkaufen z.B. Daimler, BMW, Bayer und Nestle.
Wenn die EZB erstmal die Euro Druckerpresse anschmeisst gibt die Inflation den letzten baren Euros auf unseren Konten den Rest!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×