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28.05.2016

11:32 Uhr

Dax-Vorschau

Tut sie's oder tut sie's nicht?

VonKerstin Leitel

Die Börsianer rätseln, wann die US-Notenbank die Zinsen erhöht. Der Dax dürfte deswegen erst einmal in Warteposition gehen – doch gerade jetzt steigt die Unsicherheit, wie ernst es die Briten mit dem Brexit meinen.

Die US-Notenbank steht bald vor der Entscheidung: Sollen die Zinsen in den USA weiter steigen oder lässt man sich noch etwas Zeit damit? AFP; Files; Francois Guillot

Janet Yellen

Die US-Notenbank steht bald vor der Entscheidung: Sollen die Zinsen in den USA weiter steigen oder lässt man sich noch etwas Zeit damit?

FrankfurtTapfer hat sich der Dax in der vergangenen Woche hochgearbeitet. Gute Konjunkturdaten wie die zum ifo-Geschäftsklima gaben Rückenwind, und auch die Hilfsmaßnahmen für Griechenland sorgten an den Börsen für gute Stimmung. Sogar die Sorgen vor dem „Brexit“ verringerten sich angesichts neuer Umfrageergebnisse.

Ein Nachrichtenpaket, das viele Investoren überzeugte. Am Freitag setzte sich der Dax deutlich über der Marke von 10.000 Zählern fest und nahm damit ein sattes Plus von insgesamt fast fünf Prozent mit ins Wochenende.

Doch die wichtigen Fragen, die über die weitere Entwicklung der Börsen entscheiden werden, sind damit nach wie vor nicht geklärt: Bleibt Großbritannien Mitglied der Europäischen Union (EU)? Und wann wird die US-Notenbank ihren nächsten Zinsschritt gehen?

Die Experten zerbrechen sich darüber die Köpfe. „Erhöht die Fed im Juni die Zinsen und kann ein Brexit vermieden werden, ist es aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich, dass die Aktienkurse wieder anziehen werden“, sind die Aktienexperten der DZ Bank zuversichtlich. Sie erwarten „seit geraumer Zeit eine weitere Leitzinsanhebung im Juni“, schreiben sie in einer aktuellen Markteinschätzung.

Die Schwer- und Leichtgewichte im Dax (am 07.12.2016)

Platz 1

Siemens

Gewichtung: 9,44 Prozent

Die Werte des Dax sind kapitalgewichtet, das heißt die Bedeutung des Werts innerhalb des Index bemisst sich am Anteil der Firma am gesamten Marktwert der im Index enthaltenen Werte. Allerdings wird nur der frei handelbare Teil des Grundkapitals jedes Unternehmens herangezogen.

Alle Daten mit dem Stand vom 07.12.2016

Platz 2

SAP

Gewichtung: 8,91 Prozent

Die Werte des Dax sind kapitalgewichtet, das heißt die Bedeutung des Werts innerhalb des Index bemisst sich am Anteil der Firma am gesamten Marktwert der im Index enthaltenen Werte. Allerdings wird nur der frei handelbare Teil des Grundkapitals jedes Unternehmens herangezogen.

Alle Daten mit dem Stand vom 07.12.2016

Platz 1

Bayer

Gewichtung: 8,97 Prozent

Die Werte des Dax sind kapitalgewichtet, das heißt die Bedeutung des Werts innerhalb des Index bemisst sich am Anteil der Firma am gesamten Marktwert der im Index enthaltenen Werte. Allerdings wird nur der frei handelbare Teil des Grundkapitals jedes Unternehmens herangezogen.

Alle Daten mit dem Stand vom 07.12.2016

Platz 4

BASF

Gewichtung: 7,72 Prozent

Platz 5

Daimler

Gewichtung: 7,19 Prozent

Platz 6

Allianz

Gewichtung: 7,07 Prozent

Platz 6

Deutsche Telekom

Gewichtung: 5,47 Prozent

Platz 8

Adidas

Gewichtung: 3,56 Prozent

Platz 9

Fresenius

Gewichtung: 3,32 Prozent

Platz 10

Münchener Rück

Gewichtung: 3,09 Prozent

Platz 25

ThyssenKrupp

Gewichtung: 1,06 Prozent

Platz 26

ProsiebenSat.1

Gewichtung: 0,98 Prozent

Platz 27

Beiersdorf

Gewichtung: 0,97 Prozent

Platz 28

RWE

Gewichtung: 0,83 Prozent

Platz 30

Commerzbank

Gewichtung: 0,77 Prozent

Platz 30

Lufthansa

Gewichtung: 0,58 Prozent

Beim Zinsentscheid dürfte die US-Konjunktur eine Rolle spielen. Die US-Wirtschaft hat einen schwachen Start ins Jahr hingelegt und bietet der Notenbank Fed nur wenig mehr Spielraum für eine Zinserhöhung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Januar bis März aufs Jahr hochgerechnet lediglich um 0,8 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Es ist das schwächste Wachstum seit einem Jahr. Experten hatten mit einem Tick mehr gerechnet, nachdem eine frühere Schätzung lediglich 0,5 Prozent ergeben hatte.

Experten sind skeptisch, dass die US-Notenbank wirklich schon die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung am 15. Juni anhebt. So rechnen die Volkswirte der HSBC damit, dass sich die Fed mit diesem Schritt bis September Zeit lassen wird. Zur Begründung verweisen sie auf den amerikanischen Arbeitsmarkt. Diese Richtung bestätige auch Fed-Chefin Janet Yellen am Freitagabend bei einer Rede in Cambridge. Falls das Wachstum weiter anziehe, seien schrittweise und vorsichtige Schritte nach oben angebracht. Yellen ließ indes offen, ob sie eine Erhöhung im Juni oder erst im Juli oder September anvisiert.

Am kommenden Freitag werden die aktuellen Daten zur Zahl der Beschäftigten und der Arbeitslosenquote veröffentlicht. Im Schnitt erwarten die von Reuters befragten Volkswirte, dass die Zahl der Stellen (Landwirtschaft ausgenommen) um 170.000 gestiegen ist und die Arbeitslosenquote leicht auf 4,9 Prozent gesunken ist. HSBC ist hier aber weniger optimistisch. Und auch die NordLB verweist in einem aktuellen Marktkommentar auf die Möglichkeit, dass „auch der Juli terminanvisiert werden“ könne, „der nach dem Brexit-Referendum liegt“.

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