Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2014

16:49 Uhr

Depot-Contest

Das sind die Alternativen zu Staatsanleihen

VonSara Zinnecker

Renditen für deutsche und amerikanische Staatsanleihen sollen 2014 wieder anziehen, sagen Ökonomen. Vermögensverwalter wollen sich darauf allerdings nicht verlassen. Welche Alternativen sie für das sichere Depot sehen.

Die Renditen deutscher Staatsanleihen dürften bis Ende des neuen Jahres wieder anziehen. dpa

Die Renditen deutscher Staatsanleihen dürften bis Ende des neuen Jahres wieder anziehen.

DüsseldorfMit Bundesanleihen war im vergangenen Jahr für Anleger wahrlich nicht viel zu holen. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg ermittelt hat, haben deutsche Staatsanleihen 2013 im Durchschnitt 2,1 Prozent an Rendite eingebüßt. Aufgrund fallender Zinserwartungen hatte sich die Durchschnittsrendite von Bundesanleihen gemischter Laufzeit immer mehr abgeschwächt, ohne dass Anleger zuletzt große Kursgewinne hätten mitnehmen können. Damit waren deutsche Staatsanleinen die Verlierer unter den Staatsanleihemärkten der 15 Euro-Länder.

Zwar gehen  Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage davon aus, dass die Renditen der Bundesanleihen bis Ende 2014 wieder auf 2,25 Prozent steigen werden. Doch auch das ist nur ein schwacher Trost, angesichts der Traumrenditen von bis zu sieben Prozent, die langlaufende deutsche Bonds in Vorkrisenzeiten noch brachten.

Spielregeln des DAB Depot-Contest

Wie hoch ist das Startkapital?

Jeder Teilnehmer erhält zum Start des Contests eine virtuelle Summe in Höhe von 1.000.000 Euro.

Womit darf gehandelt werden?

Die Vermögensverwalter dürfen in alle in Deutschland handelbaren Aktien investieren. Außerdem in alle über die DAB handelbaren Fonds und Anleihen, in Aktien der Börsenplätze Nasdaq und Nyse sowie in ungehebelte Zertifikate. Die Vermögensverwalter dürfen zwischen drei Depotvarianten wählen.

Welche Depotvarianten gibt es?

1. Sicherheit: Wertschwankungen und die Wahrscheinlichkeit des Verlusts des eingesetzten Kapitals sollen minimiert werden. Überwiegend soll in auf Euro denominierte Werte investiert werden. Die Aktienquote darf nicht über 20 Prozent liegen.

2. Ausgewogen: Es soll eine höhere Rendite als im Anlegerprofil "Sicherheit" erreicht werden. Die Risiken sollen überschaubar sein, kurzfristige leichte Verluste werden aber akzeptiert. Die Aktienquote darf nicht über 50 Prozent liegen.

3. Chance: Es werden überdurchschnittlich hohe Erträge erwartet. Größere Risiken dürfen eingegangen werden. Das Depot muss vollständig aus Aktien bestehen.

Wie erfolgt die Orderaufgabe?

Investitionen können jederzeit online über den Ordermanager der DAB bank erfolgen. Als Handelszusatz stehen die übliche Optionen zur Verfügung: Limit, billigst/bestens, Fill oder kill, Teilausführung.

Sonstige Regeln

Der Barbestand darf beliebig hoch sein und wird mit dem Tagesgeld-Zinssatz der DAB bank verzinst. Daytrading und Arbitragegeschäfte sind nicht zulässig, die Aufstockung eines Bestands an einem Wertpapier hingegen schon. Die Teilnehmer können keine Kredite nehmen.

Die Berechnung des Gesamtrankings

Die Rangliste ergibt sich aus der Performance sowie dem Einfluss des Verlustfaktors, abhängig vom jeweiligen Anlegerprofil. Im Profil Sicherheit wird das Verlustrisiko mit 30 Prozent gewichtet, im Profil Ausgewogen mit 20 Prozent und im Profil Chance mit 10 Prozent.

In den USA sind die Aussichten, mit Staatsanleihen auskömmlichere Erträge zu generieren, nur minimal besser. Nicht zuletzt wegen der Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik seitens der US-Notenbank Federal Reserve und dank steigender Zinserwartungen der Marktteilnehmer rechnen Ökonomen damit, dass es Zehnjahrespapiere bis Ende 2014 immerhin bis auf 3,38 Prozent bringen könnten, so Bloomberg.

Auch die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank haben sich Gedanken gemacht, welche sicheren Anlagen in 2014 noch Rendite bringen können. Staatsanleihen – ob in den USA oder in Euro-Land – spielen allerdings längst nur noch die Nebenrolle.

„Wir erwarten, dass es auch 2014 sehr schwer sein wird, mit klassischen Staatsanleihen überhaupt Renditen oberhalb der Inflationsrate erzielen zu können“, sagt etwa Nils Petersen von der Top Vermögensverwaltung. Sein sicheres Depot hat beim Depot-Contest zum Jahresende 2013 die viertbeste Performance abgeliefert.

Statt also die klassische Staatsanleihe mit ins Portfolio aufzunehmen, richtet Petersen den Fokus auf globale Euro-Unternehmensanleihen ohne den Bereich Finanzdienstleistung und auf Staatsanleihen aus den Schwellenländern.

Für Peter Schneider, Mitbegründer der Schneider, Walter und Kollegen Vermögensverwaltung, kommen 2014 im sicheren Depot vier Anlageformen in Frage – Staatsanleihen sind allerdings auch bei ihm nicht dabei. Stattdessen sieht er als Quellen für Rendite Wandelanleihen guter Emittenten, Unternehmensanleihen innerhalb des Investment-Grade (mindestens BBB-) oder Nachranganleihen renommierter Konzerne mit mindestens Triple-B-Rating. „Die Chancen liegen in der richtigen Mixtur“, sagt Schneider.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.01.2014, 17:28 Uhr

Das erinnert sehr stark an 2008. Wohl dem, der weiterhin sichere Staatsanleihen höchster Bonität in seinem Depot behält. Entweder direkt und bis zum Laufzeitende halten oder kostengünstig über einen ETF, der ja dann immer wieder neue Anleihen aufnimmt, auch die mit der dann höheren Rendite in ein paar Jahren.

Anleihen sind keine Renditebringer. Sie lassen einen ruhig schlafen und senken die Volatilität des Portfolios.

Logical

03.01.2014, 18:23 Uhr

Da die meisten Anleger noch in Urlaub sind, halte ich die Bewegungen für "im-Kreis-handeln"-Geschäfte mit dem Ziel, Stopps abzugrabbeln und Verunsicherung zu schüren, davon leben viele an der Börse. Bsp.: Euro fällt trotz guter Zahlen aus EU-Zone .....alles Quark!

Account gelöscht!

03.01.2014, 19:08 Uhr

Was soll dieser Artikel? Dem HB entgeht völlig der eherne Zusammenhang zwischen steigender Rendite (höherer Zins) und sinkendem Kurs von Anleihen. Das eine ist der Kehrwert des anderen - ein bißchen komplizierter, aber der grundsätzliche Zusammenhang stimmt. Wenn also künftig höhere Zinsen angesagt werden, heiß das <Hände weg> von diesen Papieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×