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13.08.2014

07:50 Uhr

Depot-Contest

„Der Rentenmarkt ist gnadenlos überbewertet“

VonSara Zinnecker

Abseits aller Krisen hat sich die US-Wirtschaft zuletzt gut entwickelt. Beobachter sehen das Ende des niedrigen Wachstums und der Niedrigzinsen bereits kommen. Doch wann ziehen die Anleiherenditen richtig an?

Wirtschaftlich stehen die USA derzeit gut dar. Anleger fragen sich: Wann kommt die Zinswende? dpa

Wirtschaftlich stehen die USA derzeit gut dar. Anleger fragen sich: Wann kommt die Zinswende?

DüsseldorfUkraine, Gaza, Irak: Die politischen Krisen halten die weltweiten Aktienmärkte derzeit in Atem. Rund um den Globus haben Investoren Kapital abgezogen – aus Angst vor noch größeren Verwerfungen. Seit Mitte Juli geht es mit den wichtigsten Indizes abwärts. Dennoch glauben viele Beobachter dem altbewährten Spruch: „Politische Börsen haben kurze Beine“ – und beurteilen die Märkte weiterhin lieber anhand fundamentaler Daten.

So betrachtet scheint momentan einiges für die USA zu sprechen: Nach einem schwachen ersten Quartal hat sich die US-Wirtschaft bis Juni stärker als erwartet entwickelt – vier Prozent konnte sie zulegen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex zeigte sich zuletzt im Plus und auch am Arbeitsmarkt tut sich was. Mehr als 200.000 neue Arbeitsplätze hat die US-Wirtschaft allein im Juli geschaffen – ein Trend, der sich bereits in den Vormonaten in dieser Größenordnung abgezeichnet hat.

Vor dem Hintergrund werfen bereits erste Beobachter die Frage auf: Ist die „Neue Normalität“, also die Durststrecke des geringen Wachstums in den USA, endlich überwunden? Und: Wann und wie stark kann diese Erkenntnis von Aktien ablenken und den Anleihemarkt beflügeln? Die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank meinen: Es kann noch dauern, bis die Märkte von der neuen Stärke der USA wirklich überzeugt sind – und sich die Zinserwartungen der Marktteilnehmer deutlich nach oben anpassen.

Bereits in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt: Trotz der guten wirtschaftlichen Rahmendaten und trotz der Ankündigung von Notenbank-Chefin Janet Yellen, die Anleihekäufe im Herbst einzustellen, haben sich die Zinsen der langlaufender US-Staatsanleihen zuletzt sogar rückläufig entwickelt. Die Zehn-Jahres-Papiere bringen derzeit mit einer Rendite von 2,58 Prozent 14 Prozent weniger als noch am Jahresanfang.

„Die bis 2017 eingepreisten Zinserwartungen liegen unter den Prognosen der Fed“, sagt Thomas Böckelmann, Geschäftsführer der Veitsberg Gesellschaft für Vermögensbetreuung. „Die Zinsmärkte zweifeln offensichtlich noch stärker als die Federal Reserve an den selbsttragenden Wachstumskräften der US-Wirtschaft.“ Bis sich allerdings an den Zweifeln etwas ändert, wird es noch eine Weile dauern, glaubt der Anlageexperte:

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

„Erst die Kombination aus einem sich weiter verstetigenden Arbeitsmarkt, guten Unternehmenszahlen und dem faktischen Ende der Anleihekäufe durch die Fed im Herbst könnte zu einer Neueinschätzung und somit einem erneuten Aufwärtstrend der Renditen führen.“ Dann könnten sich die Renditen der Zehn-Jahres-Anleihen wieder ihren letztjährigen Höchstständen bei bis zu drei Prozent nähern, glaubt Böckelmann. Eine deutlichere Zinswende sieht der Experte dagegen erst, wenn das Wachstum sich wieder nachhaltig historischen Trends annähert.

Kommentare (1)

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Herr Klaus Samer

13.08.2014, 10:12 Uhr

Die Antwort auf die Frage lautet erst wenn sich die Staaten über finanzielle Repression und Inflation hinreichend entschuldet haben.

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