Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2011

00:00 Uhr

Der Optimist

Die Weltwirtschaft hat die beste Zeit vor sich

VonGabor Steingart

Die Aktienmärkte verloren innerhalb einer Woche 2,5 Billionen Dollar an Wert - und viele Investoren und Politiker offenbar den Verstand. Ein Plädoyer für Zuversicht.

Gabor Steingart ist Chefredakteur des Handelsblatts. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Gabor Steingart ist Chefredakteur des Handelsblatts.

DüsseldorfIn der Idiotie des modernen Börsenkapitalismus verdichten sich Flüchtigkeiten und Befürchtungen aller Art zu einer Wirklichkeit neuen Typs. Doch das rote Flackerlicht, das von den Handelsplätzen in New York, London und Frankfurt zu uns herüberleuchtet, ist ein Irrlicht. Die Weltwirtschaft steht nicht am Abgrund, sondern hat - trotz aller Probleme in Amerika und bei uns - die beste Zeit erst noch vor sich. Sechs gute Gründe zur Zuversicht.

1. Die Weltwirtschaft wächst.

Mit der Globalisierung ist die Welt in ein Zeitalter großer Wachstumsschübe eingetreten. In absoluten Zahlen ist der weltweite Ausstoß an Gütern und Dienstleistungen in den zehn Jahren seit 2000 doppelt so stark gewachsen wie in der Dekade zuvor. Die Direktinvestitionen in neue Fabriken erreichten 2010 fast das Vor-Lehman-Niveau. Trotz schwächelnder Konjunktur rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem globalen Wachstum von 4,4 Prozent für 2011. Hauptprofiteur werden die Aktiengesellschaften sein, die von der Angstbörse dieser Tage nach unten geprügelt wurden.

2. Die Ungleichgewichte schwinden.

Der relative Abstieg der USA wird begleitet vom märchenhaften Aufstieg der Länder, die wir früher die Dritte Welt nannten. Unter den zwölf größten Wirtschaftsmächten befinden sich mit China, Indien und Russland drei, die im 20. Jahrhundert noch mit Hungersnöten und Massenarmut kämpften. Der Aufstieg immer neuer Nationen treibt das Wachstum aller Nationen - insbesondere jener Firmen, die sich auf das Geschäft mit Export und Import verstehen.

3. Corporate America ist stark.

Nach Jahrzehnten der Niedrigsteuerpolitik und der extensiven Kriegsführung im Irak, in Afghanistan und Pakistan steht der US-Staat schwächlich da. Corporate America aber, der Unternehmenssektor, zeigt sich stabil. Die Gewinne übertreffen - trotz Staatsschuldenkrise - einmal mehr die der Euro-Zone. Ausländische Investoren pumpten im Jahr 2010 rund 228 Milliarden Dollar in die USA - mehr als doppelt so viel wie nach China. Auch die Innovationskraft Amerikas ist ungebrochen. US-Technologieriesen wie Google, Microsoft, Apple und Facebook definieren die Standards der Internetgesellschaft.

Kommentare (21)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kackbolzen

08.08.2011, 13:43 Uhr

Mein Gott, Herr Steingart, Sie begreifen es einfach nicht in Ihrem Elfenbeinturm: Es wird die "Vereinigten Staaten von Europa" nur unter Zwang gegen die jeweiligen Bevölkerungen der europäischen Nationalstaaten geben. Und dieses Vielvölkerkonstrukt ohne jegliche demokratische Legitimierung wird nur durch ein Politbüro zusammengehalten werden können - unter Zwang! Und enden wird dieses Konstrukt wie Jugoslawien - im Bürgerkrieg!
Legen Sie doch endlich Ihre dümmliche Utopiebrille beiseite! Das ist schon pathologisch!

zcxy

08.08.2011, 13:54 Uhr

Der Artikel ist eine gute Satire.
Kann ja wohl nicht ernst gemeint sein, oder lebt der gute Herr Steingart in einer Parallelwelt?
Hallo, Herr Steingart, bitte aufwachen...

Skeptiker

08.08.2011, 14:02 Uhr

Der Herr Steingart hat doch auch aufgerufen Griechenlandanleihen zu kaufen mit Eichel Hans und co. zusammen. Was daraus geworden ist, das weiss in Deutschland nun jedes Kind. Das Wirtschaftswachstum in Amerika und auch in Europa ist auf Schulden aufgebaut durch die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken (bei der EZB auch noch gegen die eigenen Statuten) und das soll gesund sein? Wenn der Herr Steingart das Handelsblatt vertritt, dann sehe ich nicht nur für die Weltwirtschaft, sondern auch für das "Wirtschaftsblatt" düstere Zeiten aufkommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×