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07.08.2011

19:04 Uhr

Deutsche Aktien

Wochenendhandel deutet auf weitere Kursverluste hin

VonRolf Benders

Nach der Herabstufung der USA zittern Investoren weltweit vor der Wiedereröffnung der Börsen. Einen Hinweis darauf, was passieren könnte, liefert der außerbörsliche Handel mit deutschen Aktien.

Händler an der Börse in Frankfurt. Quelle: dapd

Händler an der Börse in Frankfurt.

Düsseldorf, New YorkDem Deutschen Aktienindex (Dax) könnten bei Markteröffnung am Montagmorgen deutliche Kursverluste blühen. Im außerbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz wurde der Dax am Sonntagabend mit 6.120 Punkten berechnet. Das entspricht einem Minus von rund vier Prozent gegenüber dem Schlusskurs auf dem Frankfurter Parkett am Freitag um 20 Uhr von 6.363 Stellen. „Anleger trennen sich im Grunde von allen Aktien. Bankenwerte sind besonders schwach“, sagte ein Händler.  Die Umsätze seien deutlich höher als an „normalen“ Sonntagen. „Man spürt schon, dass da ein wenig Panik im Markt ist“, fügte er hinzu. 

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte am Freitagabend die Bonität der USA auf „AA+“ von zuvor „AAA“ heruntergestuft. Bereits in den Tagen zuvor hatten die Börsen weltweit in Erwartung dieses Ereignisses und aus Angst vor einer globalen Rezession einen heftigen Kurssturz erlebt.

Umstritten ist nun unter Börsianern, ob die Herabstufung die Märkte in noch größere Aufregung versetzt. David Kotok, Fondsmanager bei US-Vermögensverwalter Cumberland Advisors, rechnet nur mit einer milden Reaktion. „Die US-Notenbank hat erklärt, dass sich bei der Bewertung der Papiere in den Büchern der Banken nichts ändert“, sagte er dem Handelsblatt. Zudem habe ja im Grunde jeder die Entwicklung kommen sehen.

Mohamed El-Erian, Chef der weltgrößten auf Anleihen spezialisierten Fondsgesellschaft Pimco ist da skeptischer. „Die Lage ist zu komplex, um das vorhersagen zu können“, sagte er im Handelsblatt-Interview. Es sei kaum zu prognostizieren, wie sich einzelne Markteilnehmer verhielten.

Im Laufe des europäischen Sonntagabends wird sich sukzessive zeigen, wer Recht hat. Bis kurz vor 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit deuteten die wenigen zur Verfügung stehenden Indikationen jedoch auf weiter fallende Weltbörsen hin. So gaben die Kurse im Nahen Osten, wo auch am Wochenende gehandelt wird, deutlich nach. Der Markt in Dubai schloss mit einem Minus von 3,7 Prozent auf einem 20-Wochen-Tief. Die Börse in Tel Aviv schloss sieben Prozent im Minus. Für die kleinen Börsen im Nahen Osten gilt jedoch, was für den außerbörslichen Handel in Deutschland noch in verstärktem Maße gilt: Die Umsätze sind verglichen mit den großen Handelsplätzen der Welt mickrig. Wirklich aussagekräftige Kurse gibt es erst in der europäischen Nacht bei Eröffnung der Börsen in Asien.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

07.08.2011, 19:24 Uhr

!!!NEWS!!! Jetzt wird es interessant. Bricht die Eurozone auseinander? Regierungsberater in Irland fordern Irische Regierung auf die Eurozone zu verlassen und alle Schulden abzuschreiben.

Es wäre wohl die attraktivere Lösung für Irland nachdem es sich jahrelang mit Euro-Krediten finanziert hat. Die EZB kann dann auf seinen Schulden sitzen bleiben und in Eurobonds verallgemeinern.


http://www.independent.ie/national-news/austerity-has-failed-eurozone-on-brink-as-world-crisis-rages-2841917.html

Moika

07.08.2011, 21:09 Uhr

Sie sagen es, Herr Drescher, die außerbörslichen Umsätze sind mickrig. Unter diesen Umständen können wenige Geschäfte schon ein relativ großes Loch reißen. Warten wir ab, wie die Japaner reagieren, dann wissen wir etwas mehr.

Account gelöscht!

07.08.2011, 21:23 Uhr

Ja auch Grünspan sieht am Montag auch das grosse Loch aufreißen. Doch können wir aus der Vergangenheit ableiten das nicht alles eintrifft was Grünspan so voraussieht...

http://www.ny1.com/content/top_stories/144525/alan-greenspan-predicts-rough-day-on-wall-street

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