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12.05.2016

17:46 Uhr

Deutsche Bank

Zurück am Markt für Nachranganleihen

Nach einer gestrichenen Dividende im Februar wuchsen Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Deutschen Bank. Nun platzierte das Institut erstmals wieder eine Nachranganleihe – mit Erfolg.

Die Deutsche Bank hat die Commerzbank als deutsches Sorgenkind der Branche inzwischen abgelöst. Dennoch lief die Platzierung der Nachranganleihe erfolgreich. dpa

Deutsche Bank in der Krise

Die Deutsche Bank hat die Commerzbank als deutsches Sorgenkind der Branche inzwischen abgelöst. Dennoch lief die Platzierung der Nachranganleihe erfolgreich.

LondonDie Deutsche Bank fasst wieder Fuß am Markt für riskantere Anleihen. Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr platzierte die größte deutsche Bank am Donnerstag eine Nachranganleihe (Tier 2) im Volumen von 750 Millionen Euro am Markt. Mit einem Renditeaufschlag von 4,0 Prozent auf die Swapmitte ist sie für das Institut aber deutlich teurer als das Papier, das sie im Februar 2015 begeben hatte, wie es in Finanzkreisen hieß. Damals musste die Deutsche Bank nur 2,1 Prozent Aufschlag zahlen. Die Nachfrage für die neue Anleihe habe bei 1,7 Milliarden Euro gelegen. Eine vergleichbare Tier-2-Anleihe der Commerzbank wurde am Donnerstag 3,18 Prozent über der Swapmitte notiert.

Für die Deutsche Bank ist die Platzierung ein Schritt nach vorn. Im Februar hatten Zweifel von Investoren, dass die Bank ihre Zwangswandelanleihen (Additional Tier-1, AT1) nicht mehr bedienen könne, Panik ausgelöst. Die Deutsche Bank versuchte die Märkte zu beruhigen, trotzdem verloren ihre Anleihen massiv an Wert. AT1-Anleihen sind relativ riskant, weil sie in einer Krise zu Lasten der Käufer verfallen oder zwangsweise in Eigenkapital umgewandelt werden können.

Der Deutsche-Bank-Vorstand

Fakten zum Vorstand

Im Oktober 2015 verkündete Vorstandschef John Cryan einen Großumbau des Vorstands. Viele Änderungen traten zum 1. Januar 2016 in Kraft.

Das Gremium besteht jetzt aus zehn statt zuvor acht Mitglieder.

Zwei Frauen gehören zum Zirkel, drei Manager sind Deutsche.

John Cryan

Der Brite führt seit Juli 2015 die Deutsche Bank. An seiner Seite agiert bis Mai 2016 noch Jürgen Fitschen als Co-Vorstandschef. Cryan war zuvor unter anderem Finanzvorstand der Schweizer Großbank UBS.

Kim Hammonds

Die langjährige Boeing-Managerin soll als Technologiechefin die Informationssysteme der Bank auf Vordermann bringen. Sie hatte zunächst als Generalbevollmächtigte begonnen und rückte 2016 in den Vorstand.

Stuart Lewis

Der Brite war bereits vor dem großen Umbau Risikovorstand – und ist es geblieben.

Sylvie Matherat

Die Französin war seit gut einem Jahr bei der Bank, bevor sie im Oktober 2015 in den Vorstand einzog. Sie kümmert sich um die Bereiche Regulierung, gute Unternehmensführung und Kampf gegen Finanzkriminalität.

Quintin Price

Der Manager kam vom weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und zog direkt in den Deutsche-Bank-Vorstand ein. Der Brite ist für das Fondsgeschäft (DWS) und institutionelle Kunden zuständig.

Garth Ritchie

Der britische Manager leitete zuvor das Aktiengeschäft in London und übernahm im Oktober 2015 die Leitung des kompletten Handelsgeschäfts („Global Markets“), das von den anderen Investmentbanking-Aktivitäten getrennt wurde.

Karl von Rohr

Der Deutsche übernahm ab Oktober 2015 die Verantwortung für die Rechtsstreitigkeiten und das Personal. Vorher war er für das Management der globalen Regionen der Bank zuständig.

Marcus Schenck

Bis 2014 arbeitete Schenck für den Energiekonzern Eon und die Investmentbank Goldman Sachs, bevor er als Finanzvorstand zur Deutschen Bank wechselte. Er behielt beim großen Umbau im Herbst 2015 seinen Posten. 2017 übernahm er die Leitung des Investmentbankings.

Christian Sewing

Er sitzt seit Jahresbeginn 2015 im Vorstand. Nachdem er sich zunächst um die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten der Bank kümmerte, übernahm er im Sommer 2015 die Leitung des Privatkundengeschäfts und damit auch die Verantwortung für die Postbank. Die Position Sewings wurde weiter gestärkt, weil sein Bereich auch die Betreuung von sehr reichen Kunden übernahm.

Jeff Urwin

Der Brite kam im Frühjahr 2015 vom Konkurrenten JP Morgan. Er stieg wenig später in den Vorstand auf und trägt dort die Verantwortung für die neu aufgestellte Unternehmenskunden- und Investmentbank.

Von

rtr

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