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16.07.2015

13:48 Uhr

Deutsche Wirtschaft auf Kuba

„Ein zartes Pflänzchen vorsichtiger Hoffnung“

Seit mehr als 50 Jahren herrscht Funkstille zwischen Kuba und den USA. Nun nähern sich die Regierungen langsam an. Für deutsche Unternehmen winken lohnende Geschäfte, schätzt die Industrie- und Handelskammer.

Seit 1959 ist der Inselstaat Kuba von den USA mit Handelssanktionen belegt. dpa

Handelsblockade

Seit 1959 ist der Inselstaat Kuba von den USA mit Handelssanktionen belegt.

BerlinDie von Kuba angekündigten Wirtschaftsreformen bilden nach Einschätzung des DIHK noch keine Grundlage für ein größeres Engagement deutscher Unternehmen in dem Karibikstaat. „Es ist ein zartes Pflänzchen vorsichtiger Hoffnung, nicht das neue Investitionsprojekt Nr.1 der europäischen Wirtschaft“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Für die deutsche Wirtschaft werde Kuba erst dann wirklich interessant, wenn die USA das weitreichende Embargo gegen den sozialistischen Inselstaat aufheben. Bisher müssen deutsche Firmen massive Probleme im Geschäft mit den USA befürchten, sobald sie Handel mit Kuba treiben.

Am Donnerstag und Freitag besucht Frank-Walter Steinmeier als erster bundesdeutscher Außenminister den Karibikstaat, im Zuge der langsamen Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Die „Lockerungsübungen“ in Kuba machten Hoffnung, sagte Treier. Bisher habe sich das Wirtschaftssystem vor Ort aber noch nicht verändert. „Für die deutsche Wirtschaft spielt Kuba im Moment keine besonders große Rolle.“ 2014 exportierte Deutschland Güter im Wert von rund 190 Millionen Euro in den Inselstaat, damit stehe das Land auf einer Stufe mit dem Sudan. Es handle sich vor allem um Maschinen, chemische Erzeugnisse und pharmazeutische Produkte. Die Einfuhren aus Kuba hatten einen Wert von rund 30 Millionen Euro, vor allem Lebensmittel wie Zucker, Kaffee und Rum sowie Zigarren.

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Etwa 30 deutsche Unternehmen seien in dem sozialistischen Staat vertreten, sagte Treier. Sie könnten aber vor Ort nicht produzieren. Auch der Abschluss von Verträgen gestalte sich als schwierig. „Wenn Sie heute Verträge abschließen, steht das alles unter Vorbehalt, das sind lauter Absichtserklärungen“, sagte der DIHK-Vertreter. „Am Schluss gibt es in jedem Bereich eine staatliche Institution, die darüber entscheidet, ob das Geschäft getätigt wird oder nicht.“ Auch Mitarbeiter könnten nicht frei angeworben werden, sondern würden den ausländischen Firmen von einer Agentur zugeteilt.

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