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18.04.2016

14:51 Uhr

Deutscher Aktienindex

Strategen erwarten Dax-Jahresverlust

Experten erwarten, dass der deutsche Leitindex in diesem Jahr fallen wird. Es wäre der erste Jahresverlust seit 2011. Dax-Unternehmen gerieten im Zuge der globalen Nachfrageabkühlung und Euro-Stärke unter Druck.

Der deutsche Leitindex wird laut Experten in diesem Jahr fallen. Strategen haben ihre Jahresendprognosen in der ganzen Region drastisch reduziert. Reuters

Börse in Frankfurt

Der deutsche Leitindex wird laut Experten in diesem Jahr fallen. Strategen haben ihre Jahresendprognosen in der ganzen Region drastisch reduziert.

London/FrankfurtIm vergangenen Jahr gehörten deutsche Aktien zu den Favoriten der Anleger in Europa. Doch nun wechseln selbst die Strategen, die das Jahr mit optimistischen Prognosen begonnen hatten, auf die Bärenseite.

Der deutsche Leitindex wird in diesem Jahr um 1,6 Prozent fallen, ergab der Durchschnitt auf 13 Schätzungen, die Bloomberg zusammengestellt hat. Es wäre der erste Jahresverlust für den Dax seit 2011. Seit seinem Tief im selben Jahr hat der Index fast doppelt so hohe Gewinne aufgewiesen hat wie seine regionalen Pendants.

Strategen haben ihre Jahresendprognosen in der ganzen Region drastisch reduziert, weil sie die Gewinnaussichten skeptischer beurteilen. Einst bevorzugt, weil ihre Exporte sie unabhängiger von der schleppenden Wirtschaft in Europa machten, gerieten Dax-Unternehmen im Zuge der globalen Nachfrageabkühlung und Euro-Stärke unter Druck. Und obwohl sich der Index von seinem Februar-Tief schneller erholt hat als der Stoxx 600, nehmen die Bedenken zu, dass der sich eintrübende Wachstumsausblick die Rally zum Stillstand bringen könnte, die den deutschen Aktien innerhalb von zwei Monaten 200 Mrd. Dollar an Börsenwert zurückgebracht hat.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

„Auch wenn es zuletzt nicht den Eindruck gemacht hat, wird es ziemlich rau bleiben“, erklärte Ralf Zimmermann, Stratege beim Bankhaus Lampe in Düsseldorf. Er sagt für den deutschen Leitindex einen Jahresgewinn von 0,5 Prozent voraus. „Der Dax wird vorwiegend von globalen Ereignissen beeinflusst, und seine Aktien sind dem globalen Geschäftszyklus stark ausgesetzt - die Bedingungen für einen Wachstumsschub sind nicht gegeben.“

Der Dax hat in diesem Jahr 6,4 Prozent eingebüßt und damit etwas mehr als der Stoxx Europe 600 Index. Gleichzeitig sind die Kosten für Optionen zur Absicherung gegen künftige Kursschwankungen deutscher Aktien im Verhältnis zu der Region auf das höchste Niveau seit letztem Mai gestiegen. Ein börsengehandelter Fonds, der deutsche Aktien nachbildet, erlitt seit Februar Abflüsse im Umfang von fast 630 Millionen Dollar (558 Millionen Euro).

Die Strategen haben ihre Jahresendprognosen für den Dax von 11.664 im Januar nun auf 10.569 Punkte gesenkt. Für den Stoxx 600 sagen sie Ende 2016 einen nahezu unveränderten Stand voraus.

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