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25.02.2011

12:25 Uhr

Deutschland plant:

Zinsfreier Schatzbrief

VonHB

Gutes tun leicht gemacht: Wer sich nur gegen die Inflation schützen will, aber auf Zinserträge verzichtet, soll einen zinsfreien Schatzbrief bekommen. Die Einnahmen will der Bund für die Entwicklungshilfe verwenden.

Dirk Niebel plant innovative Finanzierung für Entwicklungshilfe. Quelle: dapd

Dirk Niebel plant innovative Finanzierung für Entwicklungshilfe.

BerlinPrivatanleger, die mit ihrem investierten Geld die Entwicklungshilfe ankurbeln wollen, können auf ein neues Angebot des Bundes setzen. 2012 soll – zunächst versuchsweise – ein Bundesschatzbrief eingeführt werden. Zinsen bekommen die Anleger dafür nicht, es ist nur eine Ausgleichzahlung für die Inflationsrate geplant. Laut einer Beschlussvorlage des Finanzministeriums sind die geplanten Schatzbriefe „teilweise zweckgebunden“. Das bedeutet, dass ein Teil des Renditeverzichts der Anleger, also die Zinseinsparung des Bundes, dem Entwicklungshilferessort zugeschlagen werden könnte.

Der „Entwicklungsschatzbrief“ ist das erste neue Produkt für Privatanleger, das der Bund seit zweieinhalb Jahren auflegt. Das Papier „richtet sich an Menschen, die nicht spenden wollen, also ihr Geld wiederhaben wollen, aber nicht auf die Rendite schielen“, beschrieb Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel die Zielgruppe. Das Bundesfinanzministerium spricht von „ethisch orientiertem Sparkapital“, das eingesammelt werden soll.

Mit dem „Entwicklungsschatzbrief“ für Privatanleger soll – bei entsprechender Resonanz – eine neue, eigenständige Finanzierungsquelle für die Entwicklungszusammenarbeit erschlossen werden“, heißt es in dem Eckpunktepapier. Mit der Entwicklung hat der Bund die Finanzagentur des Bundes beauftragt. Die Kosten der Markteinführung soll aber zunächst das Entwicklungshilfeministerium tragen.

Hintergrund des neuen Anlageprodukts ist, dass Deutschland die internationalen Verpflichtungen für Entwicklungshilfe nur mühsam erfüllen kann. 2015 sollen nach Vorgaben auch der EU 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe bereitgestellt werden. Allein mit allgemeinen Haushaltsmitteln ist diese Quote allerdings nicht zu schaffen.

Kommentare (5)

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Thomas

25.02.2011, 15:13 Uhr

Entwicklungshilfe ??? Das kann doch alles nicht wahr sein !
Wer kauft denn solche Anleihen, wenn hunderte von Milliarden in Form einer Transferunion (quasi Entwicklunsghilfe auf Steuerzahlerkosten) europaweit verteilt werden ? Oder soll gar die Entwicklungshilfe für China (!) aufgestockt werden, damit man sich mehr wirtschaftliche Interessen sichern kann ? Also wirklich ein Hohn Steuergelder für die Konstruktion, Markteinführung und Verwaltung einer solchen Anleihe zu verschwenden. Der Bund und die Länder nehmen mehr als genug Steuern für alle Zwecke, die man sich nur vorstellen kann, ein. Sie müssen nur endlich mal wirtschaftlich arbeiten, ihren bürokratischen Apparat verschlanken und endlich mal kaufmännische Buchführung einführen !!!

kaielves

26.02.2011, 10:53 Uhr

Yeah !

Mit Zwangskauf für alle linken Wähler + mindestens 2 Zwangsbürgschaften für Flüchtlinge aussm Maghreb!

Mal sehen wie tief das "GUTE" geht meine Damen und Herren Studienräte!

Manfred

26.02.2011, 10:54 Uhr

Ja wie hirngewaschen muss man sein um so etwas zu kaufen ???????

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