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21.11.2013

08:57 Uhr

Devisen

Zinsspekulation trübt die Stimmung

Der Dollar steigt wegen der mutmaßlichen Pläne der Fed, ihre Geldpolitik zu straffen. Zusätzlich schicken den Euro Spekulationen über einen geplanten negativen Einlagenzins der EZB auf Talfahrt.

Strafabgabe auf geparktes Geld

Plant die EZB einen Negativzins?

Strafabgabe auf geparktes Geld: Plant die EZB einen Negativzins?

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Singapur/ FrankfurtSpekulationen auf eine baldige Eindämmung der ultralockeren US-Geldpolitik haben dem Dollar am Donnerstag Auftrieb gegeben. Zur japanischen Währung stieg der Greenback auf ein Vier-Monats-Hoch von 100,80 Yen. Der Euro fiel in der Spitze auf 1,3415 Dollar zurück nach 1,3438 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft des Vortages. Dort hatte der Euro bereits 0,7 Prozent an Wert verloren. Später am Morgen rangierte er in Frankfurt mit 1,3430 wieder etwas näher am Vorabendkurs, damit war ein Dollar 0,7445 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochmittag noch deutlich höher auf 1,3527 (Dienstag: 1,3502) Dollar festgesetzt.

Sitzungsprotokollen der US-Notenbank zufolge könnten die Fed-Mitglieder bereits auf einem ihrer nächsten Treffen beschließen, das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm zurückzufahren. Allerdings sprach sich eine Reihe von Bankern der US-Notenbank dafür aus, die Märkte vor einem Ausstieg aus der Politik des ultrabilligen Geldes zuvor durch öffentliche Redebeiträge vorzubereiten.

Geschwächt wurde der Euro auch durch Spekulationen über einen negativen Einlagen-Zins im Euro-Raum. Dies käme einem Strafzins für die Banken gleich, die Geld bei der EZB lagern, anstatt Kredite zu vergeben. Auslöser war eine Meldung der Agentur Bloomberg, wonach die EZB erwäge, den Einlagezins auf minus 0,1 Prozent von derzeit 0,0 Prozent zu senken. Bloomberg News berief sich dabei am späten Mittwoch auf zwei mit der Debatte vertraute Personen.

Damit würde die in Frankfurt ansässige Zentralbank von ihrem bisherigen Muster bei den Änderungen ihrer Leitzinsen abweichen. Bislang haben sich die Zinsschritte der EZB immer auf mindestens 25 Basispunkte belaufen. Durch eine Rücknahme des Einlagensatzes um weniger als ein Viertel Prozentpunkt könnte die EZB die neue Strategie testen und zugleich mögliche Störungen an den Finanzmärkten minimieren, erklärte eine der Personen weiter. Über das neue Konzept, das von Mitgliedern im EZB-Rat besprochen wurde, besteht den Kreisen zufolge aber noch kein Konsens. Ein Sprecher der EZB wollte keinen Kommentar abgeben.

Im Frühhandel lag der Wechselkurs von Schweizer Franken zu Dollar bei 0,9171 Franken je Dollar und der zum Euro bei 1,2312 Franken je Euro.

Kommentare (2)

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Mazi

21.11.2013, 11:48 Uhr

Was heißt: Negativzins?

Spart z.B. jemand sein Häuschen an. Sagen wir 100.000 Euro.

Wenn die EZB jetzt hingeht und verlangt einen Negativzins, dann wird dem Häuslesparer wieder Geld weg genommen, damit er sich mit dem weiteren Warten noch länger auf sein Häuschen freuen kann. In der gleichen Zeit wird sein Häuschen wegen der Inflation noch teurer, was seinen Traum vom eigenen Häuschen in noch weitere Ferne rückt.

Das alles ist notwendig, sagt Draghi, damit die Gläubiger Zeit haben die Schulden der Schuldner zu tilgen.

Die Bundesbank ist dagegen, kann sich aber nicht durchsetzen, hat auch kein Recht dazu. Dieses Recht haben die Abgeordneten auf die EZB übertragen.

Volksvertreter? Davon müssten wir schon einmal etwas gehört haben.

Nun wird der entscheidende Schlag von CDU und SPD vorbereitet. Kommt die große Koalition zustande, können sie regieren wie ein Diktator. So einfach geht die Entmachtung des Volkes. Dabei versuchten sich die Väter des Grundgesetzes etwas auszudenken, das nicht so einfach ausgehebelt werden kann.

Wenn es in unserem Land Demokraten, Verfechter des Grundgesetzes gibt, wo sind sie? Wo ist die sogenannte Elite Deutschlands? Haben wir es wirklich nur noch mit Lobbyisten zu tun, die aus jeder noch so mieslichen Lage ihren Vorteil schneiden?

Es geht nicht um AfD, wie Roman Herzog glauben machen will. Es geht um das Grundsätzliche, um Alles.

Mazi

21.11.2013, 12:16 Uhr

Bemerkt?

Die USA haben via Goldman Sachs 45 Tonnen Gold von Venezuela in ihren Einfluss gebracht?

Goldman Sachs schnappt sich 45 Tonnen Gold von der Zentralbank Venezuelas
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/20/goldman-sachs-schnappt-sich-45-tonnen-gold-von-der-zentralbank-venezuelas/comment-page-3/#comment-342064

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