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21.01.2005

07:01 Uhr

Die Aktie bekommt ihre Überbewertung zu spüren

Ebay zu verkaufen

VonChristian Schnell

Dem Nutzer, der seinen Trödel oftmals noch zu Höchstpreisen verscherbeln kann, wird es egal sein. Den Aktionären haben die verfehlten Markterwartungen des weltweit führenden Online- Auktionshauses Ebay indes sehr weh getan. Nachbörslich hat die Aktie am Mittwoch um 12f Prozent verloren, was sich gestern auch im regulären Handel bestätigte.

FRANKFURT/M. Gründe dafür gibt es mehrere: Zum einen hat der Internet-Flohmarkt mit seinen Zahlen für das vierte Quartal knapp die Markterwartungen verfehlt. Des weiteren fiel der Ausblick auf das gerade angelaufene Jahr nicht so aus, wie das gemeinhin unter Investoren erwartet worden war. Und zu guter Letzt hat Ebay auch noch mit der Mitteilung überrascht, einen Split der Aktie im Verhältnis 2 zu 1 zum 31. Januar vornehmen zu wollen.

Kernproblem und Hauptgrund für den Kurssturz ist jedoch, dass die Aktie vorher immense Höhen erklommen hat. Allein im vergangenen Jahr legte sie um etwa 80 Prozent zu. Selbst nach den gestrigen Verlusten weist der Kurs für das laufende Jahr noch das überaus hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 66 auf. Und mit einem Kapitalwert von 71 Mrd. Dollar ist das Unternehmen mit dem 32-fachen seines Umsatzes bewertet.

Zweifellos ist das Geschäftsmodell von Ebay nach wie vor so genial wie unerreicht. Sorgen um eine ernsthafte Konkurrenz braucht man sich in San Jose auch langfristig nicht zu machen. Der Umsatz wurde im abgelaufenen Jahr um 50 Prozent gesteigert und soll 2005 um bis zu einem Drittel zulegen. Der Knackpunkt dabei: Dafür muss kräftig investiert werden. Statt der bisher angesetzten 200 Mill. Dollar sind es nun 300 Mill. Dollar. Vor allem die Chinesen sollen dafür sorgen, dass Umsatz und Gewinn bei Ebay weiterhin so wachsen wie bisher.

Für Verwirrung dürfte unter den Anlegern auch der angekündigte Aktiensplitt gesorgt haben. Die Maßnahme soll eigentlich nur dafür sorgen, dass der Aktienkurs optisch billiger erscheint. Doch vielen Anlegern ist sie aus den Zeiten des Börsenhypes um die Jahrtausendwende noch negativ in Erinnerung. In Zeiten stagnierender Märkte war sie zuletzt völlig außer Mode gekommen. Viele Anleger assoziieren mit einem Aktiensplitt indes noch immer die Zeiten von Größenwahn und Selbstüberschätzung und sind deshalb wohl sicherheitshalber ausgestiegen.

Denn Spielraum nach unten hat die Aktie weiterhin. Selbst die aktuellen Bewertungen sind noch unangemessen hoch und auch vor dem Hintergrund, dass hochprofitable Technologietitel stets mit einem Aufschlag gehandelt werden, nicht zu vertreten. Für die Anleger, von denen die meisten auch auf aktuellem Niveau einen guten Schnitt gemacht haben, kann die Devise nur lauten: Drei-zwei-eins . . . Deins.

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