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15.10.2012

07:59 Uhr

Die Rückkehr der Zocker

Als hätte es die Finanzkrise nie gegeben

Sie galten als „Vernichtungswaffen“ und „Teufelszeug“ – CDOs oder CLOs. Strukturierte Wertpapiere, die die Welt beinahe in den Abgrund getrieben hätten. Nur vier Jahre nach der Lehman-Pleite sind sie wieder gefragt.

Derivate-Händler in Chicago. Es geht wieder was. ap

Derivate-Händler in Chicago. Es geht wieder was.

New York, DüsseldorfWie gut - oder besser: wie schlecht - das Gedächtnis der Investoren ist, lässt sich in den USA bestaunen. Dort, wo die große Krise dieses Jahrtausends ihren Anfang nahm. Man möchte fast meinen, die Investoren hätten nichts gelernt aus den Fehlern der Vergangenheit, aber der Reihe nach. Bevor die große Krise im Jahr 2007 losbrach, hatten Banken in großem Stile Immobilien-Kredite an Kleinsparer vergeben. Das Problem dabei war, die meisten Schuldner konnten sich das eigene Häuschen eigentlich gar nicht leisten. Den Banken war das egal. Sie witterten das große Geschäft.

Chronologie der Krise - das Jahr 2007

Juli/August

Deutsche Banken geraten fehlgeschlagener US-Immobilieninvestitionen in die Krise: IKB, SachsenLB, WestLB, BayernLB

15. September

Kunden stürmen britische Bank Northern Rock

Die Kredite wiederum wurden zu Tausenden gebündelt und zu Derivaten, zu abgeleiteten Wertpapieren zusammengepackt. Verbrieft, wie es die Profis nannten. Und dann verkauft, vorzugsweise an institutionelle Investoren. An andere Banken oder Versicherer. Die Ratingagenturen vergaben ihr Gütesiegel AAA, weil das Risiko der verbrieften Papiere angeblich keines gewesen sei. Schließlich hatten die Derivate-Bastler der Banken eine Vielzahl einzelner Hypotheken zusammengepackt. Viele Einzelteile minderten das Risiko des Ganzen, so die Theorie. Und wenn dann tatsächlich mal der ein oder andere Kredit platzte - halb so wild.

Chronologie der Krise - das Jahr 2008

8. Februar

US-Kongress billigt Konjunkturprogramm von 150 Mrd. Dollar

6. September

US-Regierung übernimmt Kontrolle über Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac

15. September

Lehman Brothers muss Insolvenz anmelden. Merrill Lynch wird von Bank of America gekauft.

16. September

Versicherungsriese AIG gerät in Kapitalnot.

20. September

US-Regierung kündigt Rettungspaket über 700 Mrd. Dollar an.

5. Oktober

Bundesregierung und Finanzbranche einigen sich auf erweitertes Rettungspaket für Hypo Real Estate. Merkel und Steinbrück garantieren die privaten Spareinlagen.

13. Oktober

Bundesregierung einigt sich auf ein Banken-Rettungspaket über 480 Milliarden Euro.

Tatsächlich platzten eine ganze Reihe von Krediten, als der Boom auf dem Immobilienmarkt in den USA endete und die Preise kräftig fielen. Aus den Papieren mit Gütesiegel wurden über Nacht Ramschanleihen, die niemand mehr haben wollte. Toxische Papiere, die die Bilanzen riesiger Finanzkonzerne verseuchten. So wie die der einst stolzen Investmentbank Lehman Brothers, die am 15. September 2008 zusammenbrach.

Seither gelten dergleichen Wertpapiere, Collateralized Debt Obligations (CDO) beispielsweise und die mit ihnen verwandten Collateralized Loan Obligations (CLO), als Teufelsszeug. Warren Buffett, der weltbekannte Investor aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska nannte die Wertpapiere gar Massenvernichtungswaffen.

Chronologie der Krise - das Jahr 2009

14. Februar

USA verabschieden Konjunkturpaket über 790 Milliarden Dollar.

1.Juni

General Motors stellt Insolvenzantrag.

Der miese Ruf dieser Derivate scheint die Investoren allerdings nicht länger zu scheren. Nachdem in den vergangenen Jahren niemand die Papiere haben wollte, sieht die Sache mittlerweile ganz anders aus. Auf der Jagd nach Rendite rücken die Kreditverbriefungen bei Investoren wieder verstärkt in den Fokus.

Kommentare (26)

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15.10.2012, 08:16 Uhr

Ist nur mit der Dummheit und Verblödung der Masse möglich. Deswegen wird auch dauerhaft daran gearbeitet, dass die Schafe weiter blöken.

Nicholas Rockefeller sagte dazu folgendes: “Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.”

Account gelöscht!

15.10.2012, 08:21 Uhr

Falls es stimmt, würde es mich auch nicht wundern.
Die Dummheit und die Gier der gehirngewaschenen Menschen ist wohl grenzenlos......

Account gelöscht!

15.10.2012, 08:27 Uhr

Naja solange nur die Anleger (und die Bürger die die Banken dann retten müssen) die Deppen sind ist doch alles in Ordnung. Jeder rational Handelnde Bänker muss einfach genau so handeln alles andere wäre nicht in seinem und im Sinne der Aktionäre der Bank.

Ganz anders wäre es natürlich wenn (zum Beispiel bei systemrelevanten Banken) die Aktionäre die Last der Bankenrettung tragen würden. So schnell könnte man garnicht Risiko schreien wie das ganze gezocke aufhören würde. Aber das ist ja werder im Sinne der Aktionäre, noch der Banken und erst recht nicht im Sinne der Politik!

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