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12.02.2013

11:08 Uhr

Die Uhr tickt

Portugal muss Milliarden zurückzahlen – aber wie?

Innerhalb von zwei Jahren muss Portugal seine Rückzahlungen mehr als verdoppeln. Die Gelder bei den Investoren einzusammeln könnte schwierig werden. Portugal läuft die Zeit davon, denn der Markt wird wieder nervöser.

Die Zeit wird kanpp. Auf Portugal kommen Anleiherückzahlungen zu. dpa

Die Zeit wird kanpp. Auf Portugal kommen Anleiherückzahlungen zu.

Portugal hat im Januar erfolgreich eine Anleihe am Markt untergebracht - erstmals seit das Land 2011 ein Rettungspaket erhielt. Doch nun rücken umfangreiche Bondrückzahlungen näher. Es könnte schwierig werden für das Land, Gelder allein bei Investoren aufzutreiben.

Im Jahr 2014 werden Papiere im Volumen von 13,8 Milliarden Euro fällig, 2015 sind es 13,4 Milliarden Euro - macht zusammen 27,2 Milliarden Euro. Dabei ist jeder Jahresbetrag alleine schon mehr als das doppelte des diesjährigen Rückzahlungsvolumens. Die Regierung hat bereits einen Anleiheumtausch ins Spiel gebracht, um die Laufzeiten zu verlängern. Außerdem haben die Europäische Zentralbank und die Europäische Union Hilfe signalisiert.

Die Renditen zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen liegen wieder über sechs Prozent, nachdem sie am 23. Januar bis auf 5,8 Prozent gesunken waren. Am Montag rentierten die Papiere bei 6,54 Prozent. Zum Vergleich: der Irland-Bond mit Fälligkeit 2020 rentierte mit 3,83 Prozent.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

„Der Markt ist wieder etwas nervöser geworden“, sagt Jose Maria Ricciardi, Chef der Investmentbank von Banco Espirito Santo. „Derzeit denke ich, dass Portugal auf größere Stabilität wartet, bevor es mit längeren Laufzeiten an den Markt kommt.“

Portugiesische Staatsanleihen verzeichneten im vergangen Jahr mit einem Ertrag von 57 Prozent die beste Entwicklung unter 26 Staatsanleihemärkten, zeigen Indizes von Bloomberg und der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS). Der Risikoaufschlag portugiesischer Anleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen hat sich von mehr als 16 Prozentpunkten vor einem Jahr auf 4,96 Prozentpunkte verringert.

„Selbst wenn sich die Finanzierungsbedingungen in den vergangenen sechs Monaten verbessert haben und die Renditen gesunken sind, ist die Staatsschuldenkrise in der Eurozone doch noch nicht bewältigt“, sagt Andre Pinheiro, Vermögensverwalter bei Orey Financial in Lissabon. „Portugal dürfte weiterhin Probleme haben, sich an den internationalen Märkten zu attraktiven Konditionen selbst zu finanzieren“, fügte er an. Der Staat müsse sich möglicherweise für einen Teil seiner Emissionen 2014 und 2015 eines Bankenkonsortiums bedienen, so Pinheiro.

Kommentare (18)

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Gast

12.02.2013, 11:14 Uhr

Gespaltet auf zwei Jahre je rund 14Mrd €? Wo ist das Problem? Zahlen wir doch, kein Thema.

Ludwig500

12.02.2013, 11:21 Uhr

Wo ist das Problem. Wenn Zypern schon unpleitegehbar ist, dann kann Portugal sich sowas von entspannt zurücklehnen. Denen wird die Hilfe dann nahezu aufgedrängt. Solange noch einer in den Topf einzahlt wird es nie an Staaten mangeln, die ihn am Überlaufen hindern. Und selbst wenn Deutschland nicht mehr einzahlen kann, Kredite gibt es immer. Das Schneeballsystem MUSS weiterlaufen, koste es was es wolle. Dass die ganze Welt bald nur noch arbeitet, um die Zinserträge einiger weniger zu erwirtschaften, wird einfach verdrängt.

Numismatiker

12.02.2013, 11:28 Uhr

Zurückzahlen, aber wie? Mit einem beherzten Griff in die Taschen des deutschen Steuerzahlers. Alles ganz easy, da alternativlos.

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