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12.01.2005

07:00 Uhr

Die Wette auf den Verkauf von Rossignol ist riskant

Hals- und Beinbruch

VonHolger Alich

Wenn Anleger bei diesen frühlingshaften Temperaturen aus dem Fenster schauen, werden sie vermutlich nicht spontan an Investments in die Wintersport-Branche denken. Dabei läuft derzeit in Paris eine heiße Wette auf den Sport-Ausrüster Skis Rossignol, der immerhin der weltgrößte Skiproduzent ist.

PARIS. Dessen Aktie dümpelte bis Ende November noch bei rund 13 Euro, um dann einen rasanten Kursspurt bis über 17 Euro Ende Dezember hinzulegen. Grund für den Aufstieg: An Börse machten Gerüchte die Runde, die Familieneigentümer von Rossignol könnten ihr 45-Prozent-Paket und 63 Prozent der Stimmrechte an einen der Sportriesen wie Nike verkaufen. Und tatsächlich traute sich Anfang des Jahres die US-Firma Quicksilver aus der Deckung und bekundete offiziell ihr Interesse an dem französischen Unternehmen.

Doch Rossignol-Patron Laurent Boix-Vives ließ bislang keine Absicht erkennen, sein Unternehmen zu verkaufen und erklärte: „Viele Gruppen haben bereits ihr Interesse an unserem Unternehmen manifestiert.“ Seitdem ist nichts passiert – und der Kurs bröckelt wieder.

Das ist gut für Anleger, die eine Wette auf Rossignol eingehen wollen. Je länger sich das Unternehmen nicht rührt, an Quicksilver oder einem anderen Sportriesen zu verkaufen, desto eher wird sich der Kurs wieder der fundamentalen Bewertung annähern. Und der liegt eher bei 13 Euro. Das wäre das Niveau, ab dem sich ein Einstieg lohnen könnte – für spekulative Anleger, die davon überzeugt sind dass Boix-Vives eines Tages doch verkauft.

Aber warum sollen Anleger überhaupt auf einen Verkauf wetten, wenn der Firmenpatron partout nicht loslassen will? Die Antwort ist einfach: Boix-Vives hat langfristig kaum eine andere Wahl. Er ist 78 Jahre alt und seine beiden Töchter haben kein Interesse, das Unternehmen weiterzuführen. Zwar hat Boix-Vives bereits das Management des Konzerns verjüngt. Doch er dürfte sich kaum damit zufrieden geben, dass seine Erben als passive Aktionäre das Management gewähren lassen. Schließlich hat Boix-Vives aus Rossignol einen Weltmarktführer für Ski geformt.

Und Rossignol könnte zudem einen starken Partner zur Weiterentwicklung der Marke gut gebrauchen. Das Beispiel Puma zeigt, dass einer alte Marke neuer Glanz eingehaucht werden kann.

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