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16.05.2014

11:56 Uhr

Dietmar Hopp im Interview

„Ich mache das nicht aus Geldgier“

VonJörg Hackhausen

ExklusivWas fängt ein Milliardär mit seinem Geld an? Dietmar Hopp steckt Millionen in einen Fußballklub. Aber nicht nur das. Im Interview spricht der SAP-Gründer über Reichtum, Verantwortung und Steuerflüchtlinge.

Dietmar Hopp, Gründer von SAP, Stifter und Geldgeber der TSG 1899 Hoffenheim. Bert Bostelmann/Bildfolio

Dietmar Hopp, Gründer von SAP, Stifter und Geldgeber der TSG 1899 Hoffenheim.

Dietmar Hopp, 74, hätte eine schöne Pension bekommen. Er hätte ein ruhiges Leben als Rentner haben können, wäre Mitglied im Golfclub, vermutlich auch im örtlichen Fußballverein. Doch es kam anders. Hopp entschied sich für das Risiko. Er kündigte seinen Job als Systemberater bei IBM, gründete 1972 gemeinsam mit vier Kollegen die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung, heute besser bekannt als SAP.

Es sollte die erfolgreichste deutsche Unternehmensgründung der Nachkriegszeit werden. Hopp wurde wie die anderen Gründer zum Milliardär. Eines seiner Hobbies ist die TSG 1899 Hoffenheim, der Fußballklub seiner Jugend. Mit seiner Hilfe ist der Verein von der Kreisliga bis in die Bundesliga aufgestiegen. Wir treffen Dietmar Hopp im Golfclub St. Leon-Rot wo er der Eigentümer ist.

Herr Hopp, Sie sind einer der reichsten Männer in Deutschland. Welche Bedeutung hat Geld für Sie?

Es gibt ein beruhigendes Gefühl, eine Zeit lang macht es auch stolz. Aber das vergeht. Irgendwann nehmen Sie das nicht mehr so wahr.

Sie haben Ihr Vermögen aus eigener Kraft aufgebaut. Würden Sie sagen, dass jeder reich werden kann, wenn er sich nur genug anstrengt?
Ich bin wohl eher die Ausnahme. Es müssen mehrere Dinge zusammenkommen: eine gute Idee, Mut zum Risiko – und natürlich Glück. Damals als wir SAP gegründet haben, war es vermutlich einfacher als heute.

Warum?
Wir haben zehn Jahre gebraucht, um SAP aufzubauen. So viel Zeit bekommen Sie heute nicht mehr.

Die reichsten Deutschen

Platz 16

Dietmar Hopp (74)
5 Milliarden Euro
SAP-Gründer
Quelle: Forbes, Mai 2014

Platz 15

Heinz Hermann Thiele (73)

5,3 Milliarden Euro

Eigentümer der Knorr-Bremse AG

Platz 14

Klaus Tschira (73)

5,5 Milliarden Euro

SAP-Gründer

Platz 13

August von Finck junior (84)

6,2 Milliarden Euro

Bankier, Sohn von August von Finck senior

Platz 12

Reinhold Würth (79)

6,2 Milliarden Euro

Gründer der Würth-Gruppe (Schrauben)

Platz 11

Hasso Plattner (70)

6,3 Milliarden Euro

SAP-Gründer

Platz 10

Ludwig Merckle (49)

6,5 Milliarden Euro

Unternehmer, Sohn des Unternehmers Adolf Merckle

Platz 9

Klaus-Michael Kühne (76)

7,5 Milliarden Euro

Unternehmer, Großaktionär des Logistikdienstleisters Kühne + Nagel

Platz 8

Johanna Quandt (87)

9,8 Milliarden Euro

Witwe des Industriellen Herbert Quandt

Platz 7

Georg F. W. Schaeffler (49)

10,9 Milliarden Euro

Mehrheitsgesellschafter der Schaeffler-Gruppe, Sohn des Unternehmers Georg Schaeffler

Platz 6

Stefan Quandt (48)

11,4 Milliarden Euro

Unternehmer, Sohn des Industriellen Herbert Quandt

Platz 5

Susanne Klatten (52)

13,2 Milliarden Euro

Unternehmerin, Tochter des Industriellen Herbert Quandt

Platz 4

Michael Otto (71)

13,9 Milliarden Euro

Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Otto Group

Platz 3

Theo Albrecht junior (63)

14,2 Milliarden Euro

Aldi-Erbe

Platz 2

Dieter Schwarz (74)

16,9 Milliarden Euro

Eigentümer der Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland und Lidl gehören

Platz 1

Karl Albrecht (94)

18,9 Milliarden Euro

Gründer von Aldi Süd

Hätten sie sich jemals erträumt, dass aus SAP ein Weltmarktführer werden würde?
Daran hätte ich im Traum nicht gedacht. Das wäre vermessen gewesen. Mein Ziel war es auch nicht, möglichst reich zu werden. Ich wollte, dass unsere Idee erfolgreich ist. 

Das hat funktioniert. Wann kam der Zeitpunkt, an dem Sie gedacht haben: Über Geld muss ich mir keine Gedanken mehr machen?
Das war spätestens 1988 mit dem Börsengang von SAP. Danach ist dann der Aktienkurs auch noch sehr schnell gestiegen. 

In den 1990er-Jahren haben Sie eine Stiftung gegründet und dieser einen großen Teil des Vermögens übertragen.
Ich habe so viel Glück gehabt, dass ich an so viel Reichtum gekommen bin. Das habe ich für mich selbst als nicht gerecht empfunden. Du musst einen Gutteil an die Gesellschaft zurückgeben. 

Also ganz im Sinne des Grundgesetzes: Eigentum verpflichtet...
...Reichtum verpflichtet erst recht. 

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

16.05.2014, 12:54 Uhr

Millionen für einen Fussballclub. Na ja, ist sein Geld.

In Biotech investiert er.

Hat Herr Hopp eine Akademie ins Leben gerufen, irgendeinen Campus, angesiedelt in Deutschland, in dem junge Talente, Freaks und Nerds sich austoben dürfen? Ausgestattet mit allen Equipment?

Junge Leute mit Ideen und Visionen, die gierig sind, sie in die Tat umzusetzen. Junge Leute, die unser Land fit für die Zukunft machen. Forschen und tüfteln, nicht nur auf die Software bezogen.

Gibt es soetwas in Deutschland? Das würde ich mir wünschen.

Account gelöscht!

16.05.2014, 13:27 Uhr

In Fussball investieren, das sagt doch alles, ne?

Ich respektiere voll, was er mal für SAP gemacht hat. Aber wer in den Preoll-sport investiert, der ist geistig weg von der Unternehmen, die unsere Zukunft erschaffen.

Zuckerberg, GOOG & co sind da einfach mehr innovativ.

Account gelöscht!

16.05.2014, 14:09 Uhr

Deshalb laufen aber auch in Amerika so viele fette Menschen rum. Weil die innovativen Firmen nicht in Fussball investieren ;)

Wenn ein erfolgreicher Unternehmer SEIN Geld in Projekte steckt, die er unterstützt und sinnvoll findet ist das viel mehr wert als einfach Risikokapital an irgend jemanden zu geben, den man nicht kennt.

Das machen Banken und Behörden dauernd und dann hat man plötzlich Sub-prime Krisen und Flughäfen ohne Brandschutz...

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