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20.02.2012

14:07 Uhr

Dividendensaison

Continental erfreut Anleger

Continental zahlt nach drei Jahren wieder eine Dividende. Damit liegt der Autozulieferer im Trend. Auch andere Unternehmen könnten bald die Dividende anheben. Anleger dürfen sich auf Milliarden freuen.

Continental zahlt Dividende

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Continental beteiligt seine Aktionäre nur begrenzt an den Gewinnen. Der Autozulieferer aus Hannover teilte am Montag mit, er wolle für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,50 Eure je Aktie zahlen. Demnach schüttet die Gesellschaft circa 300 Millionen Euro oder 24 Prozent ihres Nettogewinns aus. Der Gesamtgewinn liegt damit bei 1,25 Milliarden Euro - fast doppelt soviel wie im Vorjahr. Die Dividendenrendite läge bei 2,1 Prozent.

Anleger reagierten erfreut. Das im MDax gelistete Papier legte in einem freundlichen Umfeld um fast drei Prozent zu. Zuletzt hatte Conti für 2007 zwei Euro je Anteilsschein gezahlt. Danach fiel wegen zwei Verlustjahren während der Finanzkrise und der Übernahmeschlacht mit dem fränkischen Auto- und Industriezulieferer Schaeffler die Ausschüttung aus. Auch für 2010 zahlte der Konzern keine Dividende und stärkte stattdessen seine Rücklagen. Die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Jahr 2011 will Conti am 1. März präsentieren.

Auch andere Unternehmen könnten schon bald die Dividende anheben, darunter BASF, Swiss Re und Fresenius Medical Care. Das geht aus Prognosen von Bloomberg hervor. Der Grund: Die europäischen Firmen verdienen inzwischen wieder fast so viel wie im Boomjahr 2007 – und geben auch wieder fast so viel an ihre Anleger weiter. Knapp 45 Prozent ihrer Gewinne verteilen in diesem Jahr die größten Konzerne in Euroland, die im Euro Stoxx 50 notiert sind.

VW erhöht Ausschüttung

Welche Dax-Konzerne die höchsten Dividenden zahlen

Die Dax-Konzerne zeigen sich spendabel wie nie. Reihenweise erhöhen die größten deutschen Unternehmen ihre Ausschüttungen. Aber wer sind die Dividendenstars? Ein Überblick.

„Nicht auf eine einmalig hohe, sondern auf eine nachhaltig hohe Dividendenrendite kommt es an“, sagt Michael Köhler, Dividendenexperte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Neben der Höhe der Ausschüttung ist der Firmengewinn für die Kontinuität ein ganz entscheidendes Kriterium.

Diese Einschätzung deckt sich mit der von Aktionärsschützern und Analysten. Sie halten eine Ausschüttung von maximal 50 Prozent für angemessen. In guten Zeiten sollten es maximal 30 bis 40 Prozent sein, um einen Puffer für schlechte Zeiten zu schaffen. Die andere Hälfte der Erträge entfällt gemeinhin auf Investitionen und Rücklagen.

Dividenden-Strategiemodell

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist ein wichtiges Kriterium, um dividendenstarke von dividendenschwachen Aktien zu unterscheiden. Wer die Dividende durch den aktuellen Aktienkurs teilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert, erhält die Dividendenrendite.

Strategiemodell

Um Anleger nicht in Aktien zu locken, die vielleicht nur einmal eine attraktive Dividende mit hoher Rendite zahlen, hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein Dividenden-Strategiemodell entwickelt. Investiert wird nur in Werte, bei denen auch künftig hohe Ausschüttungen wahrscheinlich sind. Dafür ist eine hohe Ertragskraft (Nettogewinn), ein solides Wachstum und eine gute Bonität seitens der Ratingagenturen nötig. Wichtig ist darüber hinaus die Deckung, dass sich also die Firma gemessen an ihrem Nettogewinn die Dividende auch wirklich leisten kann. Schließlich fließen in das Modell auch die Ausschüttungen der vergangenen zehn Jahre mit ein, um so die Dividendenkontinuität des Unternehmens zu belegen – und daran zu messen.

Die Besten

Unternehmen wie der französische Ölriese Total und die Deutsche Börse weisen Dividendenrenditen von „nur“ rund sechs Prozent aus. Im Gegenzug überzeugen sie noch mehr als die anderen Aktien mit einer exzellenten Ertragsentwicklung, einer guten Bonität und einer hervorragenden Dividendenhistorie. Mit Spaniens Großbank Santander und der France Télécom gehen Anleger etwas höhere Risiken ein, weil die Dividenden eher als bei anderen gekürzt werden könnten (wegen der Bankenkrise und dem harten Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche). Dafür überzeugen beide Unternehmen aber mit extrem hohen Dividendenrenditen und stabilen Ausschüttungen in der Vergangenheit.

Dass viele Unternehmen auf rekordverdächtige Renditen von sechs und mehr Prozent kommen, liegt indes nicht an der Dividendenhöhe, sondern an den massiven Kursverlusten angesichts der Schuldenkrise. Der Index verlor binnen eines Jahres um 20 Prozent – die Dividenden steigen aber im Einklang mit den Nettogewinnen der Firmen im abgelaufenen Geschäftsjahr – und der stieg im Durchschnitt um knapp zehn Prozent. Die Schuldenkrise und die Rezession in weiten Teilen Europas schreckten Anleger von einem Engagement in Euro-Stoxx-Aktien ab – ungeachtet der Tatsache, dass die vielen exportstarken Firmen ihre Erträge gar nicht so sehr im schwachen Heimatmarkt, sondern in den boomenden Märkten von morgen erwirtschaften.

Die 30 deutschen Dax-Konzerne wollen nach Berechnungen des Handelsblatts in diesem Jahr rund 27 Milliarden Euro an Dividenden aussschütten. Dies ist die zweithöchste Summe überhaupt nach dem Erfolgsjahr 2007. Die Aktionäre hätten damit in den vergangenen zehn Jahren viel stärker profitiert als die Beschäftigten der Unternehmen: Während die Ausschüttungen im Schnitt um 87 Prozent stiegen, erhöhte sich der Personalaufwand für Löhne, Gehälter, Sozialabgaben und Altersversorgung nur um zwölf Prozent.

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