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02.02.2004

08:22 Uhr

Dollar fiel zum Yen auf Drei-Jahres-Tief

Honda stützt Börse in Tokio

Die Börse in Tokio hat am Montag bei nur geringfügigen Veränderungen uneinheitlich geschlossen.

HB TOKIO. Positiv ausgewirkt hatten sich Händlern zufolge auch Vermutungen, die japanische Notenbank habe den Dollar gestützt, der zum Yen fast auf ein Drei-Jahres-Tief fiel. Zum Euro wurde der Dollar wenig verändert gehandelt. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,06 Prozent niedriger bei 10.776 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,2 Prozent auf 1049 Punkte zu. In Hongkong und Taiwan waren die Börsen wegen der sich ausbreitenden Vogelgrippe im Minus.

Honda Motor hatte am Freitag nach Börsenschluss für das dritte Quartal überraschend einen Anstieg des operativen Gewinns um 1,4 Prozent ausgewiesen. Analysten hatten wegen der negativen Auswirkung des festen Yen auf die Exporte mit einem Gewinnrückgang gerechnet. Der Kurs der Honda-Aktie stieg um 1,6 Prozent auf 4420 Yen. „Die kräftigen Honda-Gewinne stehen der durchschnittlichen Analystenerwartung entgegen, dass Honda sehr unter dem Dollar-Yen-Kurs gelitten hat“, sagte Yusuke Sakai von Mizuho Securities. Wer auf fallende Kurse spekuliert habe, sei überrascht worden. „Unter der Voraussetzung sind auch Toyota und Nissan gestiegen.“ Toyota-Aktien legten 2,9 Prozent auf 3560 Yen zu, Nissan um 1,9 Prozent auf 1150 Yen.

Die in mehreren asiatischen Ländern grassierende Vogelgrippe belastete die Börsen in Hongkong und Taiwan. Der Hang-Seng-Index war fast zwei Prozent im Minus, der Leitindex in Taiwan um rund 0,9 Prozent.

In den USA wird wie in Japan diese Woche die Bilanzsaison zügig weiter gehen. Etwa 15 Prozent der im S&P-Index vertretenen 500 Unternehmen werden ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Dabei werden die Ergebnisse von Internationale Paper am Montag, die von Cisco Systems am Dienstag und die von Data Systems und PepsiCo am Donnerstag erwartet.

Wegen des schwachen Dollar agierten die Marktteilnehmer vorsichtig, sagten Händler. Der Dollar-Handel werde durch Nervosität vor dem Finanzministertreffen der G-7-Staaten am Freitag und Samstag in Florida gebremst. Es gebe Spekulationen, dass die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industriestaaten sich nicht auf eine Erklärung zu den Wechselkursen einigen würden. Trotz Sorgen der Europäer und der Japaner wegen der Abschwächung des Dollar würden die USA die Erklärung vom September nicht ändern wollen. Damals hatte sich die G-7 für mehr Flexibilität der Wechselkurse ausgesprochen. Kenichi Azuma von Cosmo Securities sagte, der Aktienmarkt werde wohl unbeeindruckt vom Dollarkurs bleiben, es sei denn, die US-Währung falle unter 100 Yen. „Ein Kurs unter 105 Yen wäre jetzt keine große Sache.“

Der Euro wurde in Tokio bei 1,2450 Dollar gehandelt, in etwa beim Kurs im späten US-Handel. Zum Yen fiel der Dollar auf 105,60 Yen von 105,71 Yen in New York. Händler befürchteten zunächst einen Rückgang des Dollar-Kurses auf das Drei-Jahres-Tief von 105,45 Yen. Die japanische Notenbank habe aber wahrscheinlich bei Kursen um 105,60 Yen eingegriffen, um einen weiteren Kursanstieg der Landeswährung zu verhindern, hieß es. Allein im Januar hatte die Bank von Japan am Devisenmarkt 7,15 Billionen Yen für Interventionen ausgegeben.

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