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28.01.2004

22:22 Uhr

Dollar legt deutlich zu

Wall Street verliert stark nach Fed-Zinserklärung

Die US-Aktienmärkte sind am Mittwoch deutlich ins Minus gerutscht, nachdem die US-Notenbank (Fed) die Märkte allmählich auf eine Zinserhöhung vorbereitet hatte. Sie beließ den Leitzins zwar auf dem historisch niedrigen Stand von 1,00 %, verzichte aber auf die Formulierung, dass dies noch „beträchtliche Zeit“ so bleiben werde.

HB NEW YORK. Die Wall Street ist am Mittwoch unter die Räder gekommen. Die US-Anleger und Marktexperten waren schockiert, dass die amerikanische Notenbank ihre Zusage fallen ließ, die Zinsen „für beträchtliche Zeit“ niedrig zu halten. Die Währungshüter in Washington, ersetzten die seit August vergangenen Jahres beibehaltene Formulierung durch den Hinweis, dass sie „geduldig“ sein können, ehe sie die lockere Politik beenden.

Analysten werteten dies als behutsame Vorbereitung der Märkte auf allmählich anziehende Zinsen in absehbarer Zeit, wenngleich damit für die kommenden Monate weiterhin noch nicht gerechnet wird. „Es könnte nur eine Frage der Wortwahl sein, aber der Markt nimmt dies als Anzeichen dafür, dass ein Wechsel der Geldpolitik jetzt näher ist, als es vor dem Treffen schien“, sagte Gary Thayer, Volkswirt bei A.G. Edwards & Sons. Höhere Zinsen machen für Unternehmen und Verbraucher Kredite teurer, was sich gemeinhin dämpfend auf Konsumausgaben wie Investitionen und damit die Konjunktur insgesamt auswirkt.

Der Dow-Jones-Index sackte sofort nach der Bekanntgabe der Leitzinserklärung drastisch ab und notierte nach vorläufigen Schlussangaben mit 10 468,37 Punkten um 141,55 Zähler oder 1,33 % niedriger. Der S&P-500-Index verlor 15,57 Zähler oder 1,36 % und fiel auf 1128,48 Punkte. Der Nasdaq-Index wurde um 38,67 Zähler oder 1,83 % auf 2077,37 Punkte zurückgenommen.

Im frühen Geschäft hatten einmal mehr Unternehmensberichte zum vergangenen Quartal die Börsenbarometer gestützt. Der Aktienkurs von Altria hielt sich im Plus und schloss um 1,2 % höher mit 55,65 Dollar. Der Konzern, der unter anderem Marlboro-Zigaretten und Nahrungsmittel der Marke Kraft herstellt, hatte zuvor eine Gewinnsteigerung bekannt gegeben.

Bei den Technologiewerten ragten die Titel des Telekomausrüsters Avaya heraus, die knapp 16 % auf 17,85 Dollar in die Höhe schnellten. Das Unternehmen hatte einen Quartalsgewinn ausgewiesen nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum. Avaya profitierte dabei von den anziehenden Investitionen der Unternehmen in Informationstechnologie. Procter & Gamble verloren 0,6 % auf 98,62 Dollar, obwohl der größte US-Konsumgüterkonzern vor allem dank des Wella-Zukaufs seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um mehr als ein Fünftel gesteigert hatte. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,84 Mrd. Aktien den Besitzer. 943 Werte legten zu, 2410 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,3 Mrd. Aktien 882 im Plus, 2338 im Minus und 132 unverändert.

Der Rentenmarkt wies ebenfalls erhebliche Verluste auf. Der Euro sackte auf 1,2490 Dollar ab, gegenüber 1,2641 Dollar am Vortag.

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