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10.11.2016

13:49 Uhr

Dow-Jones-Absturz

Britischer „Flash-Crash“-Händler gesteht Börsenmanipulation

Aktienindex Dow Jones stürzte 2010 binnen Minuten um 600 Punkte ab. Verantwortlich war ein britischer Börsenhändler. Neben einer Geldbuße von 13 Millionen Dollar droht ihm eine lange Haftstrafe.

Wegen der Manipulation des US-Aktienindex Dow Jones drohen dem britischen Börsenhändler harte Strafen. dpa

Navinder Sarao

Wegen der Manipulation des US-Aktienindex Dow Jones drohen dem britischen Börsenhändler harte Strafen.

WashingtonSechseinhalb Jahre nach dem spektakulären Absturz des US-Aktienindex Dow Jones hat sich ein britischer Börsenhändler für schuldig bekannt. Navinder Singh Sarao räumte am Mittwoch vor einem Bundesgericht in Illinois ein, ein automatisches Computerprogramm zur Manipulation von Börsengeschäften genutzt zu haben, wie das US-Justizministerium mitteilte. Der 37-Jährige war im April 2015 in London festgenommen und am Montag aus Großbritannien ausgeliefert worden.

Sarao soll zum Absturz des Aktienmarktes am 6. Mai 2010 beigetragen haben. Damals verlor der Aktienindex Dow Jones binnen weniger Minuten 600 Punkte und damit fast zehn Prozent – ein sogenannter Flash Crash, bei dem in kürzester Zeit hunderte Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet wurden. Laut US-Anklage konnte Sarao mit seinem Programm in schneller Folge Kauf- und Verkaufsaufträge für bestimmte Wertpapiere erteilen und widerrufen und so die Kurse in eine von ihm gewünschte Richtung drücken.

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Der Brite soll binnen fünf Jahren mit Manipulationen insgesamt 40 Millionen Dollar (36 Millionen Euro) verdient haben. Laut Anklage hatte er bei Überprüfungen durch Behörden behauptet, schnell tippen zu können, aber kein Computerprogramm zum Handel zu nutzen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge drohen Sarao 30 Jahre Haft. Er verständigte sich demnach mit der US-Justiz darauf, eine Strafe von knapp 13 Millionen Dollar zu zahlen.

Von

afp

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